Busfahrschule – Wie man bei der HOCHBAHN Busfahren lernt

Wer einen Führerschein hat, erinnert sich: wochenlang Theorie pauken, Verkehrsschilder auswendig lernen und dann endlich die ersten Fahrstunden. Alles neu, alles ungewohnt, überall Autos, viel Verkehr und wo man zuerst hin gucken soll, weiß man gar nicht recht.
Stellen wir uns jetzt kein Auto, sondern einen Bus vor. Viele Fahrgäste, den Fahrradfahrer direkt daneben und von links zieht ein Auto ohne Ankündigung direkt vor unsere Spur. Da muss man fit sein, die 286 PS auch wirklich beherrschen und auch mal einen kühlen Kopf bewahren. Wie das am besten geht, lernen unsere Busfahrerinnen und -fahrer in der HOCHBAHNeigenen Busfahrschule.
Fahrlehrer Jörg Hofmann und Fahrschüler Marcel haben mich rumgeführt und mir erklärt, wie man bei der HOCHBAHN zum Busfahrer ausgebildet wird.

Vor dem Bus


Fahrschule im eigenen Betrieb

Wir starten im sogenannten Ausbildungszentrum auf dem Busbetriebshof in Langenfelde. Die HOCHBAHN bildet ihre Busfahrerinnen und Busfahrer nämlich selbst aus. Wie auch bei der U-Bahn machen wir die Ausbildung unseres Fahrpersonals also intern. Lediglich die Prüfungen werden extern vor der Industrie- und Handelskammer und dem TÜV abgelegt.
Für den theoretischen Unterricht gibt es auf dem Betriebshof im zweiten Stock Schulungsräume, in denen in Gruppen von max. 20 Fahrschülern der Unterrichtsstoff vermittelt wird. Neben rechtlichen Rahmenbedingungen, technischem Know-how und z.B. Tarifkunde werden hier auch alltägliche Situationen aus der Arbeitswelt eines Busfahrers analysiert und durchgesprochen. Das sind am Ende knapp 180 Stunden für den Theorieunterricht.
Für die praktischen Fahrstunden gibt es bei der HOCHBAHN dann zehn Lehrfahrzeuge, die einzig auf die Ausbildung ausgerichtet sind. Hier sitzt der Fahrlehrer nämlich direkt auf einem extra eingebauten Sitz neben dem Fahrschüler, hat genau wie ein Auto-Fahrlehrer seine eigenen Pedale für Gas und Bremse und kann so jederzeit eingreifen. Die Fahrlehrer, wie z.B. Jörg, sind bei der HOCHBAHN ausnahmslos Kollegen, die selbst jahrelang Bus gefahren sind. Also geballtes Wissen und richtig viel Erfahrung. Erfahrung, von der sie ihre Schützlinge in rund 74 Fahrstunden profitieren lassen.

Fahrleher und Fahrschüler


Über Land, die Autobahn und durch die Nacht

Praktische Fahrzeit ist überraschender Weise nicht nur das Fahren im Stadtverkehr, sondern auch Fahrten auf der Landstraße, der Autobahn und natürlich in der Nacht. Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben und macht Sinn, wenn man bedenkt, dass z.B. einige Buslinien auf der A7 durch den Elbtunnel oder eine Umleitung auch mal über die Autobahn führen kann.
Die genaue Anzahl der Fahrstunden variiert dann aber wie auch in der normalen Fahrschule von Schüler zu Schüler. Mit zu wenig Stunden geht aber niemand in die Prüfung. Die erste Fahrstunde startet immer ganz klein auf dem Betriebshof. Dort lernt man das Fahrzeug erst einmal kennen, wie die Spiegel richtig eingestellt werden oder die Türen auf und zu gehen. Als nächstes darf dann schon mal eine Runde auf dem Hof gedreht werden. Gar nicht so einfach dabei schon alles im Blick zu haben, so ein Bus ist nämlich echt verdammt groß. Erst wenn hier eine gewisse Sicherheit besteht, geht es raus in die Stadt, rauf auf die „echte“ Straße. Das läuft im Grunde ab wie beim normalen Autofahren lernen auch. Der Fahrlehrer gibt Tipps, leitet durch die Stadt. Sogar rückwärts einparken ist Teil der Fahrausbildung. Das wird auch in der praktischen Prüfung gefordert.


Nach dem Führerschein ist vor der HOCHBAHN

Nach etwa drei bis vier Monaten Ausbildungszeit ist der Führerschein dann in der Tasche und der Alltag steht vor der Tür. Dafür gehen die Ausgelernten dann noch einmal in die sogenannte innerbetriebliche Ausbildung. Die dauert rund 10 Tage. Während dieser 10 Tage lernen die neuen Kolleginnen und Kollegen die HOCHBAHN von A bis Z kennen und kriegen alle Infos, die für ihre tägliche Arbeit wichtig sind. Dazu gehören dann z.B. die Tarifkunde, eine Einweisung in den Fahrscheindrucker  und in die Abrechnung am Ende jeder Schicht. Erst im Anschluss kommt jeder Fahrer auf seinen späteren Betriebshof. Der wird übrigens möglichst nach der Nähe zum Wohnort ausgesucht. Auf den Höfen gibt es dann die sogenannten Lehrfahrer, die die neuen Kolleginnen und Kollegen an die Hand nehmen. Schließlich lernt man den Betriebshof am einfachsten und schnellsten kennen, wenn ein angestammter Kollege hilft. Hier geht es aber vor allem auch darum, die neuen Fahrerinnen und Fahrer fit für die Strecke zu machen. Schließlich fährt man nicht immer nur auf einer Linie, sondern  wechselt auf allen, die von dem entsprechenden Betriebshof bedient werden. Hinzu kommen dann noch häufige Umleitungswege und Insidertipps. Ausgelernt ist also eigentlich nie – auch nicht im Alltag, wenn man dann, wie Fahrlehrer Jörg es so schön nannte, in der „Königsklasse“, heißt auf den Bussen, unterwegs ist.


 

Avatar BusfahrschuleUnd? Lust bekommen, selbst Busfahrer zu werden? Dann steigen Sie bei uns ein! Alle Infos zur Bewerbung und den Voraussetzungen, die Sie mitbringen sollten, finden Sie hier.

 



5 Kommentare zu “Busfahrschule – Wie man bei der HOCHBAHN Busfahren lernt

  1. Darf man sich mit 20 als Busfahrer bewerben? Wie lange geht eine Busfahrer Ausbildung??

  2. Ich würde gerne anfangen möchte aber gerne wissen wie lang die Ausbildung dauert

    • Steht doch oben im Text 😉 Drei bis vier Monate Ausbildungszeit bis zum Führerschein. Dann noch rund 10 Tage innerbetriebliche Ausbildung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie die folgende Aufgabe: *