U4 Baustelle Horn

U4 Horn – Wo ist in einem dicht bebauten Stadtteil eigentlich noch Platz für eine U-Bahn?

Der U-Bahn-Netzausbau in Hamburg wird sichtbar. In Horn sind die Arbeiten hierfür bereits in vollem Gange. Für die U4-Verlängerung werden eine 2,6 km lange Tunnelstrecke und zwei neue Haltestellen „Stoltenstraße“ und „Horner Geest“ gebaut, die künftig 13 000 Menschen im Stadtteil an das U-Bahnnetz anbinden. Die bestehende Haltestelle „Horner Rennbahn“ wird um einen neuen Bahnsteig erweitert.

U4-Verlängerung auf die Horner Geest
U4-Verlängerung auf die Horner Geest

Da die Bestandshaltestelle und auch die späteren Haltestellen nicht so tief unter der Erde liegen, wird die Tunnelstrecke nicht unterirdisch per Bohrer, sondern in offenen Baugruben gebaut.

Das ist aber gar nicht so einfach, denn Horn ist bereits ein dicht bebauter Stadtteil. Das letzte Mal, als die U4 bei der Verlängerung in die andere Richtung ebenso offen gebaut wurde, befanden sich die Arbeiten in der HafenCity Richtung Elbbrücken. Und die HafenCity ist eben ein Stadtteil, der sich erst in der Entstehung befindet. Zu Bauzeiten war der Streckenabschnitt im Wesentlichen eine grüne Wiese, auf der die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bauprojekt viel freien Platz für ihre Arbeit hatten.

Daher habe ich mir folgende Frage gestellt: wie schafft man es, solch ein großes Bauwerk in eine bestehende Infrastruktur zu integrieren, ohne dabei den Stadtteil lahm zu legen?

Ganz wesentlich: die bauzeitliche Verkehrsplanung

Klar ist: eine U-Bahn, die für mindestens das nächste Jahrhundert gebaut wird, erfordert ohnehin schon viel Planungsaufwand. Im Falle eines bestehenden Stadtteils ist es aber nicht nur die Planung einer neuen U-Bahn, sondern auch die (zumindest bauzeitliche) Umplanung der bestehenden Infrastruktur, sodass der Einbau eines Tunnels überhaupt erst möglich wird.

Denn um einen Tunnel in offener Bauweise zu erstellen, muss die Fläche ja frei sein – sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Das ist der Grund, weshalb die Verlängerung der U4 unterhalb der Manshardtstraße verlaufen wird. Denn Straßenräume lassen sich vergleichsweise einfach öffnen und es müssen keine Gebäude abgerissen werden.

Dafür ist aber natürlich der Straßenverkehr während der Bauzeit beeinträchtigt. Zu den Planungen gehört also, vorübergehende Lösungen für Auto, Bus und Rad zu entwickeln. Das Beispiel Horn zeigt zwei Wege: Im Fall der Manshardtstraße sind Umleitungswege eingerichtet. Hierfür wurde auch der Busverkehr angepasst. Im Fall des Ring 2, der auch durch die Arbeiten an der Haltestelle Horner Rennbahn betroffen ist, ist das anders gelöst. Hier wurden die Fahrspuren an der entsprechenden Stelle verschwenkt, damit die Pkw um die Baustelle herumfahren können. Denn wichtig ist natürlich, viel befahrene Straßen während der Bauzeit nicht voll zu sperren, damit am Ende kein Verkehrskollaps entsteht.

U4 Horn - Baustelle
Baustellenfläche für die U4-Verlängerung am Ring 2

Es gibt sogar eine dritte Möglichkeit: Wenn Straßen weder verschwenkt noch komplett gesperrt werden können, kann die Baugrube für den Tunnelbau einseitig errichtet werden, sodass jeweils die andere Seite offenbleibt und der Verkehr eingeschränkt weitergeführt werden kann. Das führt im Umkehrschluss aber auch zu längeren Bauzeiten. 

Für das Auge erstmal nicht sichtbar: Leitungen im Untergrund

Die Baufläche muss natürlich nicht nur oberirdisch, sondern auch unterirdisch frei sein. Und hier liegt eine der größten Herausforderungen: Leitungen unter der Erde. Ob Strom, Wasser, oder Telekommunikation: für eine funktionierende Infrastruktur wird auch das Erdreich unter uns viel beansprucht.

Bevor also mit dem eigentlichen Tunnelbau losgelegt werden kann, müssen zunächst einmal die Leitungen verlegt werden. Diese Maßnahme läuft in Horn bereits seit einem Jahr und endet voraussichtlich im Sommer 2022 auf dem letzten Streckenabschnitt der U4-Verlängerung.

U4 Horn Leitungsverlegungen
Leitungsarbeiten in Horn

Auch Baumaschinen und Erdaushub benötigen Platz

Für den Bau einer U-Bahn reicht es aber leider nicht aus, lediglich die Fläche des späteren Tunnels zu beanspruchen. Daneben werden ebenso weitere Bereiche in unmittelbarer Nähe benötigt, um Baustellengeräte und -container abzustellen, oder auch den Erdaushub vorläufig zu lagern. Diese Flächen werden Baustelleneinrichtungsflächen – kurz: BE-Flächen – genannt. In Horn beispielsweise wurde hierfür eine Fläche auf der Horner Rennbahn gefunden, aber auch auf Parkplätzen oder Sportplatzflächen von umliegenden Schulen.

BE-Fläche in Horn

Man merkt: trotz aller Bemühungen und intensiven Planungen lässt es sich nicht ganz vermeiden, bestimmte Flächen während der Bauarbeiten zu beanspruchen – seien es Straßen, Parkplätze, oder auch teilweise Parkanlagen.

Baustelle bedeutet Lärm und Dreck, aber im besten Fall so wenig wie möglich davon

Für die Menschen im Stadtteil werden die Bauarbeiten dadurch deutlich sicht- und auch spürbar. Um die Beeinträchtigungen trotzdem so gering wie möglich zu halten, werden die Bauarbeiten abschnittsweise fortgeführt. Heißt: die gesamte Verlängerungsstrecke der U4 wird in einzelne Bauabschnitte unterteilt, die bis zu 300 Meter lang sind.

Erster Bauabschnitt der U-Bahn-Verlängerung
Erster Bauabschnitt: Erstellung der Baugrube

Nachdem die Baugruben in einem Abschnitt erstellt wurden und der Rohbau einmal fertig ist, kommt der „Deckel“ wieder oben drauf und die Arbeiten setzen sich im nächsten Abschnitt fort. In dem überdeckelten Bereich kann dann der Ausbau der U-Bahn-Strecke erfolgen, ohne dass die Anwohner*innen noch etwas davon mitbekommen. Dieses schrittweise Bauen wird angewandt, um die Auswirkungen für den Stadtteil möglichst zu begrenzen. Macht in diesem Fall mehr Arbeit in der Planung als z.B. in der HafenCity, wo in einer großen Baugrube gebaut werden konnte. Lohnt sich aber mit Blick auf die Hornerinnen und Horner allemal.

Auch auf die Sauberkeit rund um die Baustelle wird großen Wert gelegt. Beispielsweise sorgt eine Reifenwaschanlage vor der Ausfahrt der Bodenlagerfläche auf der Horner Rennbahn dafür, dass die LWKs möglichst wenig Schmutz im Stadtteil verteilen.

Natürlich wird auch auf die Bauzeiten geachtet, die in der Regel montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr stattfinden. Allerdings kann es hier zu Ausnahmen kommen: Betonierarbeiten beispielsweise müssen in einem Durchgang fertiggestellt werden, da der Beton bei einer Pausierung ansonsten aushärten würde und nicht mehr verwendet werden könnte.

Ergebnis: Mehr Lebensqualität im Stadtteil

Kurzum: Der Bau einer U-Bahn im bebauten Stadtteil ist natürlich wesentlich herausfordernder als auf der grünen Wiese. Er ist aber umso wichtiger, denn gerade hier leben zahlreiche Menschen, die bereits heute mobil sein müssen. Ist der U-Bahn-Bau einmal abgeschlossen, wird dem Stadtteil im besten Fall sogar mehr Fläche wieder zurückgegeben: eine bequeme U-Bahn-Anbindung reduziert den Bedarf an Autos. Und weniger Autos bedeuten weniger Parkplätze und benötigte Straßenfläche – und dafür mehr Platz für Grünanlagen und Radverkehr 😊 Übrigens: die Stadt Hamburg arbeitet bereits an einem Plan für das Zukunftsbild der Horner Geest.  


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31 Kommentare zu: U4 Horn – Wo ist in einem dicht bebauten Stadtteil eigentlich noch Platz für eine U-Bahn?

  1. Wird bei den Neuanpflanzungen im Bereich der U4 auch für ein Anwachsen gesorgt oder wird es so wie bei der Haltestelle Oldenfelde dem Zufall überlassen was anwächst? Dort sind zumindest diverse Bäume aufgrund mangelnder Bewässerung nicht angewachsen und die Begründung der Lärmschutzwand ist fast komplett fehlgeschlagen.

    1. Die HOCHBAHN beauftragt Garten- und Landschaftsbauer, die sich um das Anpflanzen und die Pflege kümmern. Die Pflanzen sind also nicht sich selbst überlassen 😉 Die Begrünung der Lärmschutzwand passiert leider nicht von heute auf morgen – gut Ding will Weile haben! Und auch die Auswahl der Pflanzen ist natürlich nicht willkürlich. Bei Bäumen beispielsweise ist entscheidend, dass sie ökologisch wertvoll sind und zugleich mit den veränderten Klimaverhältnissen zurechtkommen sowie robust gegenüber dem Wetter und den Stadtverhältnissen sind.

  2. Ein Lachwitz. Mit dem Fahrrad führt man die Strecke in fünf Minuten ab. Ein Generationenprojekt? Wohl eher nicht /:

    1. Kann ich bestätigen, habe ich vor der Baustelle häufig genug gemacht wenn ich abends an der Horner Rennbahn stand und keine Lust hatte auf die 261 zu warten (nach 9 nur im 20 Minuten-Takt). StadtRAD machts möglich. In fünf Minuten kann ich übrigens an fast jeder U-Bahn-Linie mit dem Rad zwei Stationen schaffen, vorausgesetzt es gibt einen parallelen Radweg und ich komme gut durch.

      Aber nicht jeder fährt begeistert bei jedem Wind und Wetter mit dem Rad (ich bin Schönwetterradler) und nicht für jeden ist das Rad eine Option. Das man in fünf Minuten zwei Stationen schafft heißt ja eigentlich auch nur das die Stationen anscheinend so weit auseinander liegen das sie für Fußgänger in akzeptabler Reichweite liegen.

      Wobei sich in diversen Foren zum Thema Umleitung Buslinie 261 sich schon Leute beschwert haben das alleine der Fußweg von der Haltestelle Rudolf-Roß-Allee bis zum Einkaufszentrum Manshardtstraße älteren oder gehbehinderten Personen nicht zumutbar sei…

    2. Zum Kommentar von HVV-Fan möchte ich ergänzen, daß der Sinn der U-Bahn ja auch der ist, OHNE Umsteigen direkt bis in die Innenstadt fahren zu können. Die Umsteigezeit ist nicht vernachlässigbar, ebensowenig der Tempounterschied und Komfortaspekte auf langen Strecken. Deshalb ist es nicht sinnvoll, Fahrrad und U-Bahn nur auf Kurzstrecken miteinander zu vergleichen. Mit dieser Methode und Argumentation bräuchten wir dann gar keine Bahnlinien mehr.

  3. Bekannte haben vor Jahrzehnten in St. Georg in einem Haus gewohnt, unter dem die U1 durchfährt. Es gab alle 2 Minuten ein dröhnendes Donnergrollen in einer Lautstärke, dass man es auch beim Sprechen im Hintergrund noch gut hörte. Ungefähr so laut wie an einer Hauptstraße mit geschlossenem Fenster. Das Donnern kam aber aus allen Wänden und Decken. Man musste sich schon dran gewöhnen, um mit so einer Lärmkulisse in der Wohnung zu leben.

    Letztens bin ich zufällig in den Google-Rezensionen zu dem Hotel um die Ecke (Best Western St. Raphael) gelandet und da beschweren sich auch mehrere Gäste über die U-Bahn: „Die U – Bahn rumpelt aber hörbar im hotel, bei uns im 2. Stock.“, „U-bahn unter Böden merkt man, vibriert einbissch“, „Die U-Bahn unter dem Hotel fährt nur fast die ganze Nacht und ist deutlich vom Geräusch wahrzunehmen.“, „Die beschriebenen U-Bahn Geräusche sind zu hören bzw zu spüren.“, „zwischendurch hört/spürt man die U-Bahn unter dem Hotel“, „Die U-Bahn ist zu spüren.“, „Leider hört man die U-Bahn unten für durchdonnern…“ und so weiter. Das Problem scheint immer noch zu bestehen.

    Kommt das auch auf Horn zu?

    1. leider mache ich die selben erfahrungen wie diese hotelgäste in meiner wohnung. die s-bahn ist mitunter sehr störend donnernd und grollend zu hören. obwohl sie im tunnel fährt und ich 40 meter weg wohne. besonders stört, dass das donnern aus alle wänden und decken kommt. der betrieb ist rund um die uhr, manchmal spürt man auch die vibrationen, was wirklich irritiert. die bahn kann und will nichts machen. mit dem hamburg-takt wird noch richtig die post abgehen.

      ich gucke schon nach einer anderen wohnung.

      achtet bei der wohnungssuche auf tunnelnähe. ich wusste vor dem einzug nicht, dass die bahn im tunnel so einen krach in der nachbarschaft macht. es kann höllisch auf den zeiger gehen und wenn man sich nicht dran gewöhnt, ist der wohnkomfort komplett weg.

    2. In Horn unterfährt die U4 keine Wohngebäude, sondern verläuft zum Großteil entlang der Manshardtstraße. In umliegenden Gebäuden wurden vorab Erschütterungsmessungen vorgenommen und entsprechende Maßnahmen festgelegt, um Beeinträchtigungen durch potenzielle Erschütterungen so gering wie möglich zu halten. Eine Maßnahme sind Unterschottermatten, die sich unter den Gleisen befinden und Lärm sowie Erschütterungen vermindern. Auch nach Fertigstellung der U4-Verlängerung werden weitere Messungen durchgeführt und Maßnahmen bei Bedarf angepasst.

      1. danke für die antwort.

        unter meiner wohnung läuft auch kein tunnel. er ist einige meter entfernt. es ist nach auskunft der bahn sogar eine doppelte (!) lage unterschottermatten eingebaut. das donnergrollen ist trotzdem da, im berufsverkehr morgens vibriert mein bett alle paar minuten während der durchfahrt eines zuges und alle paar wochen klirren als spucky extra die gläser im schrank.

        die grenzwerte werden offenbar eingehalten. leider sind die nix für etwas empfindlichere menschen, die zum beispiel das dröhnen der züge nicht ausblenden können. man kann es im haus nicht dämmen, es gibt keine ruhigere hinterseite, die bahn fährt rund um die uhr und bald alle 2 minuten. es gibt nachbarn, denen es nichts ausmacht. andere sind schon eingezogen und wollten quasi direkt wieder raus. ich hab den bahngeräuschen zwei jahre gegeben und muss feststellen: es wird für mich nicht weniger störend mit der zeit.

        das ist leider der aktuelle stand. wie ich die aussagen verstehe, muss man damit an tunnelstrecken in hamburg rechnen. einzige lösung ist eine andere wohnung.

  4. Der Ganze U Bahn in Europa ist ne lachdummer Europa lernt einfach reingarnix, mann sollte mal nach Asien gucken, wie schnell es da geht, und vor allen mit wenig Lärm etc.Aber scheinbar war noch keiner von er Hochbahn in Asien und hat es sich angesehen. In Bangkok hat mann einen neuen HBF mit 26 Bahnsteigen innerhalb von 5 Jahren gebaut 4 Etagen, eine Ganze U Bahn innerhalb von 3 Jahren, super modern etc. Einfach mal im Netz gucken liebe Hochbahn und die unfähigen Politiker.

  5. Erst einmal: danke für einen sehr informativen Beitrag.

    Und für mich persönlich klappen die Busumleitungen sehr gut. Vorher brauchte ich 10 Minuten zur Bushaltestelle des 261 und von dort weitere 10~25 Minuten (je nach Wartezeit und Verkehrsaufkommen) bis zur Horner Rennbahn. Dank der 161 mit einer Haltestelle in der Nähe brauche ich jetzt nur 10 Minuten bis zur U-Legienstraße.

    Natürlich habe ich den Vorteil nicht direkt an der Manshardtstraße zu wohnen und ich kann es verstehen wenn es Leute wie Kevin mit dem ganzen Lärm im Haus anders sehen. Wenn aber Leute meinen sich darüber aufregen zu müssen, das sie jetzt einen Umweg über die Stengele-Straße nehmen müssen, um in die Washingtonallee zu kommen…sorry, da habe ich kein Verständnis für.

  6. Ich hätte gern auf den Bau verzichtet. 2 Stationen, so dicht zusammen, da langt eine Bahn, die hinteren Waggons können für die Stoltenstraße und die vorderen für die horner geest genutzt werden!! Ein weiterer Ausbau, Richtung farmsen/jenfeld wäre sinnvoll, ist aber nicht in Planung. Und dafür viele gefällte Bäumen und Dauerkrach…..

    1. Hallo Frau Wentsch,
      eine einzige Station wäre in ihrer Erschließungsfunktion zu gering, denn im ungünstigen Fall müssten zu lange Wege zurückgelegt werden. Und Baumfällungen und Dauerkrach gäbe es trotzdem.
      Was ich auf jeden Fall auch gut finden würde, wäre eine baldige Verlängerung Richtung Jenfeld. Mir schwebt eine Art „äußerer Ostring“ vor: über „Märchenviertel“, Jenfeld Zentrum, Neubaugebiet „Jenfelder Au“, S Tonndorf, DRV Nord, Einzugsbereich Friedrich-Ebert-Damm nach Wandsbek Gartenstadt, und anschließend Übernahme der U3-Strecke nach Barmbek. Damit könnten einige gute Verknüpfungen mit Radiallinien (Bahnen und Busse) hergestellt werden. Außerdem hätte die HOCHBAHN erstmals die Möglichkeit ihre U-Bahn-Fahrzeuge im eigenen Netz zu drehen, denn die immer in Fahrtrichtung Ost vorn fahrenden Wagen 3 bzw. 4 stehen dann in Barmbek plötzlich in Fahrtrichtung West (wie sonst die Wagen 1) und umgekehrt. Und das sogar noch direkt vor der Betriebswerkstatt.

      BTW: Was ist überhaupt der Grund, dass die U-Bahn-Fahrzeuge im Unterschied zu denen der S-Bahn nicht „anders herum“ fahren können?

      1. Hallo Frau Steinat,
        ich meine damit, dass die U-Bahn-Fahrzeuge im Netz immer nur in einer festgelegten Richtung fahren können, z.B. sind auf der U1 die Wagen mit den Nummern 1 stets in Richtung Norderstedt Mitte vorn und in Richtung Volksdorf immer hinten. Es soll nicht möglich sein, dass die Wagen 1 in Richtung der Walddörfer vorn sind. Das hatte ich einmal gelesen, weiß aber nicht mehr den Grund dafür, und habe auch nie einen gegenteiligen Fall gesehen. Bei den S-Bahn-Fahrzeugen ist es egal, ob der Endwagen mit 0 bzw. 1 (A-Wagen) oder 5 bzw. 6 (B-Wagen) in den Fahrzeugnummern nach z.B. Wedel vorn oder hinten fahren. Z.B. kann ein Vollzug aus zwei Einheiten so zusammengestellt sein: 474 507 – 874 007 – 474 007 – 474 012 – 874 012 – 474 512
        Bei der U-Bahn geht im analogen Fall nur z.B. 143-1 – 143-2 – 143-3 – 143-4 – 222-1 – 222-2 – 222-3 – 222-4

  7. Es ist traurig, dass dafür alles kaputt gemacht wird.
    Wir haben letztes Jahr die neue Wohnung bezogen, mit Grünanlage vor der Tür und Spielplatz auf dem Hof. Beides wurde im Zuge dessen nun abgerissen, Baulärm von 7-20 Uhr.
    Kaum eine Möglichkeit, dass man alles problemlos erreicht und kosten, die ins unendliche steigen. Parkplätze sind alle weg, dass man teilweise Kilometer weit laufen muss, um vom Auto nachhause zu kommen.
    Unsere Wände wackeln täglich, haben Risse in den Wänden in der Wohnung und kümmern tut sich darum keiner!!!
    Stattdessen wurde kurz nach Anfang des Baus noch die Miete erhöht.
    Es ist eine Frechheit, sowas den Leuten 6 Jahre zuzumuten. Kann jedem Betroffenen nur empfehlen, in den Mieterschutzbund einzutreten und sich die Miete mindern zu lassen!!

    1. Ich kann verstehen, dass es für Anwohner*innen ärgerlich ist, die Baustelle direkt vor der eigenen Haustür zu haben. Einschränkungen durch die Baustelle lassen sich leider nicht vollständig vermeiden. Die HOCHBAHN versucht aber, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Um die Sicherheit für die umliegenden Gebäude durchgängig zu gewährleisten, werden Überwachungsmessungen im Rahmen möglicher Erschütterungen durchgeführt. Außerdem findet ein umfangreiches Beweissicherungsverfahren an den Gebäuden entlang der Strecke statt, um eventuelle Auswirkungen des U-Bahnbaus frühzeitig zu erkennen. Bei Anliegen können Sie sich jederzeit an U4-horn@hochbahn.de wenden. Durch das abschnittsweise Bauen wird sichergestellt, dass nicht der gesamte Bereich sechs Jahre lang von der Baustelle betroffen ist. Der jetzige Bauabschnitt wird also fertig sein, bevor die U4 in Betrieb geht. Was das Thema Mietpreis angeht, müssen Sie sich an die jeweiligen Vermieter*innen wenden.

  8. Es ist eine absolute Zumutung, was unser Leben hier betrifft. Ständig werden Fußwege verlegt oder man muss Umwege fahren um nach Hause zu gelangen.
    Es gibt momentan keine Gelegenheit vom Hermannstal Richtung Washingtonallee zu gelangen ohne den Umweg über Stengelestraße oder Rewe zu laufen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist das absolut nicht überlegt worden.
    Desweiteren, wenn man aus Richtung Wandsbek kommt, hat man keine Möglichkeit mehr in die Washingtonallee zu kommen, ohne entweder Verkehrsschilder zu missachten oder auch einen Umweg über die Stengelestraße zu fahren.
    Jetzt sollen wir hier noch 6 Jahre mit dieser Zumutung leben. Das grüne Horn ist sowieso gestorben. Der radikale Kahlschlag bricht einem das Herz.
    Das ist keine Lebensqualität mehr und gebraucht hätte die U-Bahn nur die Wenigsten.

    1. Einschränkungen im Straßenraum durch die Baustelle lassen sich leider nicht vollständig vermeiden. Die U4-Verlängerung wird aber abschnittsweise gebaut, sodass nicht der gesamte Bereich sechs Jahre lang von der Baustelle betroffen ist. Bei Anliegen können Sie sich jederzeit an folgende E-Mail-Adresse wenden: U4-horn@hochbahn.de. Beim letzten Punkt muss ich Ihnen widersprechen: Wie bereits geschrieben, erhalten mit der U4-Verlängerung 13 000 Hornerinnen und Horner erstmals einen U-Bahn-Anschluss. Der Straßenverkehr wird damit deutlich entlastet, was nach Inbetriebnahme zu mehr Lebensqualität im Stadtteil führt. Dazu gehört auch, dass Horn weiterhin grün bleibt: Nach Fertigstellung eines Bauabschnitts werden die Bäume nachgepflanzt. So wird beispielsweise auch die Manshardtstraße wieder zu einer Allee.

  9. Diese Bauprojekt funktioniert zu 100% gar nicht.

    Die Anwohner werden noch mehrere Jahre, teils 50cm vor der Haustür, mit etlichem Baulärm leben müssen.

    Da wo ein kleiner Rundbunker stand, (direkt neben der Baustelle am Bauerberg) wird ein neues Haus gebaut. Die neuen Bewohner wird’s freuen.

    Aber eure Lena wird natürlich auch alles schönreden, das ist ja auch ihre Aufgabe.

    Und ja, es wird mehr Fläche zurückgegeben, alles schön ohne die ca 50 Jahre alten Bäume. Die sind nämlich weg. Neuaufforstung am Stadtrand, oder neu mit kleinen Jungbäumchen.

    1. Ich kann verstehen, dass es für Anwohner*innen ärgerlich ist, die Baustelle direkt vor der eigenen Haustür zu haben. Klar ist aber auch, dass ein leistungsfähiges und nachhaltiges Mobilitätsangebot für künftige Generationen sichergestellt werden muss. Mit der U4-Verlängerung werden 13 000 Hornerinnen und Horner erstmalig an das Hamburger U-Bahn-Netz angebunden. Was Sie genau damit meinen, dass das Bauprojekt nicht funktionieren wird, verstehe ich daher nicht so ganz. Zum letzten Punkt: Horn soll auch weiterhin grün bleiben. Unter anderen werden rund fünf Meter hohe und neun Jahre alte Bäume im nahen Umfeld gepflanzt, sobald ein Bauabschnitt fertiggestellt ist.

    2. Hallo Olli, ich wohne seit 1978 in Hamburg und Umgebung, konnte also die Erweiterung des U-Bahnnetzes von Anfang an verfolgen. Fast alle Strecken wurden in „offener Bauweise“ gebaut, d.h. Berliner Verbau. Es wurden Dampframmen eingesetzt, um die Peiner Stahlträger in den Erdboden zu rammen. Hätte die Hochbahn bzw. die Baubehörde der FHH darauf verzichtet, hätten die Bewohner von Niendorf, Wandsbek, Billstedt und auch das Kontorviertel um den Haltestellen Meßberg und Steinstraße keinen U-Bahnanschluss. Übrigens die Bäume, die nach dem ersten U-Bahnbau wieder gepflanzt wurden, sind heute auch schon wieder über 60 Jahre alt. Man baut für die nächste Generation.

      1. Ich wohne natürlich seit 1958 in Hamburg (1978 war ein Schreibfehler). Sonst hätte ich den Bau der U-Bahn nach dem 2. Weltkrieg nicht verfolgen können.

  10. Die U 4 mag fuer 13000 Bewohner eine Erleichterung bedeuten bloss wann und unter welchen Bedingungen.Macht sich denn über die Folgekosten niemand Gedanken?Tunnelbeleuchtung, Fahrstuehle, Rolltreppen kosten Tag und Nacht Energie.Nicht gerechnet das Vorhalte Personal bei Störungen.Das hätte eine Trolleybus Linie locker geschafft ohne diese Riesenenergieverschwendung und die überdimensionalen Bauobjekte.Mehr als eine halbe Milliarde € fuer 2 Haltestellen.

    1. Na ja, die Personalkosten steigen doch nur sehr wenig, weil die U4 jetzt auch zwei Haltstellen hinter der Horner Rennbahn weiterfährt, nämlich nach Billstedt. Mit dem gleichen Fahrpersonal kann die U4 stattdessen in Zukunft zur Horner Geest fahren. Wo ist da betrieblich eine Kostenexplosion?

      Alles andere sind Einmalinvestitionen, die auf viele Jahre umgelegt (entsprechend der Lebensdauer der Anlagen) für die Steuerzahler nicht schlimm kommen. Der Bund trägt auch viel Geld dazu bei.

      1. Der Bund trägt nur Kosten dazu bei wenn der Bedarf an dieser Linie nachgewiesen wird, was bei 13000 Fahrgästen wohl schwierig wird, sollte diese Zahl ueberhaupt stimmen.Natuerlich hat die FHH ja unendlich Geld und kann das locker alleine finanzieren.Das mit den Betriebskosten ist auch von Lena schöngeredet.Die Linie 261 wird weiter bestehen muessen denn man kann ja nicht von den Menschen die suedlich der A24 wohnen bis zur Haltestelle Horner Geest U 4 zu laufen.Was ist mit der Verbindung Horn-Wandsbek? Da hat die U 4 keinerlei Einfluss.Auch das Argument der Strassenverkehrsfuehrung ist nicht nachvollziehbar.Auch ein 10 Min verkehrender Trolleybus verringert die Zahl der Autos, hat die Hochbahn doch das modernste europäische Bussystem propagiert.Trolleybusse könnten ebenfalls von der hochgelobten Konvertergeschichte profitieren und zurueckgespeiste Energie aus anderen Linien verwenden.

      2. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat bereits eine Förderung von insgesamt bis zu 212 Millionen Euro zugesagt. Das Busangebot wird mit Inbetriebnahme der U4-Verlängerung so angepasst, dass Fahrgäste die Haltestelle an der Horner Geest bequem erreichen und umsteigen können.

    2. Wenn wir diese Energiekosten und das „Vorhalte Personal“ einberechnen wollen (was bei 2 Stationen vermutlich von den gleichen Leuten abgedeckt wird die schon für die U2 bereitstehen) müssen wir die auch Kosten für die Buslinien gegenrechnen – Busfahrer, Sprit und Abnutzung der Busse für die Verstärker der Linie 261 die in der HVZ im 5 Minutentakt verkehren. Da dürfte die neue Linie erheblich billiger sein.

      Und als jemand der die 261 15 Jahre lang benutzt hat – das Verkehrsaufkommen in der HVZ hat die nicht „locker“ geschafft.

    3. Wie bereits geantwortet wurde, würde auch ein alternatives, hochwertiges Busangebot hohe Investitionen an Personal und Fahrzeugen sowie hohe Betriebskosten erfordern. Eine U-Bahn hat eine wesentlich höhere Fahrgastkapazität, weshalb mehr Busse und entsprechend auch mehr Personal für dasselbe Fahrgastaufkommen eingesetzt werden müssten. Aufgrund der Abhängigkeiten des Straßenverkehrs (Stichwort Ampelschaltung und Staus) wäre das Leistungsangebot aber schlechter und die Lebensqualität im Stadtteil aufgrund voller Straßen geringer. Aktuell ist das Bauvorhaben natürlich umfassender. Für ein künftig leistungsfähiges und nachhaltiges Mobilitätsangebot ist die U-Bahn allerdings das beste Verkehrsmittel. Was den Energieverbrauch bei U-Bahnen betrifft: Hier tut die Hochbahn auch schon einiges. Ein Beispiel ist das Konverter System, bei dem die durch das Bremsen erzeugte Energie umgewandelt und in das hochbahneigene Wechselspannungsnetz gespeist wird, um für Rolltreppen und Co. eingesetzt zu werden. Mehr Infos dazu hier: https://dialog.hochbahn.de/bus-in-zukunft/stichwort-klimawandel-und-nachhaltigkeit-was-tut-die-hochbahn-da-eigentlich-aktuell/

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