Seit der Gründung der Hamburger Hochbahn AG 1911 sind von Beginn an auch Frauen im Unternehmen tätig. Allerdings hauptsächlich im Verwaltungsbereich, denn bestimmte Arbeitsfelder wie etwa Werkstätten oder U-Bahn-Fahrdienste werden ihnen damals aufgrund des gesellschaftlichen Geschlechterverständnis nicht zugetraut und somit verwehrt (hier schreibe ich mehr dazu). Daran ändert sich auch nichts, als der Bus als neues Verkehrsmittel etabliert wird. Erst viele Jahre später kommen Veränderungen – und Elfride Land, Ingeborg Morgenstern und Gundula Jablonski als erste drei Busfahrerinnen der Republik hinters Steuer!
Busfahren: Lange Männersache
Für viele Hamburgerinnen wäre es sicher schon damals reizvoll gewesen, einen der hochmodernen T-Wagen über den U-Bahn-Ring zu fahren oder in einer Werkstatt an eben diesem herumzuschrauben, oder ab Anfang der 1920er Jahre als Fahrerin einen Bus durch die Hansestadt zu steuern.
Doch dagegen steht damals eine historisch gewachsene Rollenverteilung, die festlegt, wer was kann und vor allem, wer etwas nicht kann und darf. Frauen haben grundsätzlich weniger Rechte als Männer. Sie dürfen beispielsweise nicht wählen, dafür aber „selbstverständlich“ den Haushalt machen und die ihnen zugedachte Rolle als Mutter erfüllen. Arbeiten sollen Frauen eigentlich auch nicht, denn – so das damalige Verständnis – der Ehemann ist ja „der Versorger“. Und muss oder will eine Frau eben doch arbeiten, so soll dies in „passenden“ Berufsfeldern geschehen: In einer Wäscherei, als Hausmädchen oder als Hilfsarbeiterin in Fabriken.
Dieses Verständnis ist im Kaiserreich, als die Ringlinie 1912 ihren Betrieb aufnimmt, durchgängig sozial akzeptiert und so gibt es für Frauen bei der HOCHBAHN vor allem Anstellungen als Fahrkartenverkäuferinnen, Telefonistinnen oder Schreibkräfte. Nur während des Ersten Weltkrieges, als Millionen von Männern als Soldaten eingezogen werden und sie damit ihrem eigentlichen Beruf nicht mehr nachgehen können, übernehmen Frauen plötzlich diese Arbeitsplätze: In Fabriken, Werkstätten und überall dort, wo sie gebraucht werden, aber eigentlich nicht arbeiten sollen und dürfen. Doch mit dem Ende des Krieges kehren die Männer dann heim und nehmen selbstverständlich ihre vorherigen Positionen wieder ein.
Alte Rollenbilder halten sich hartnäckig
Als die Revolution 1918/19 dann das Ende des Kaiserreichs besiegelt und eine Demokratie hervorgebracht hat, änderte sich einiges, aber längst nicht alles. So sind die 1920er Jahre eine Zeit der positiven Offenheit und demokratisch-pluralistischen Entwicklung, in der Frauen sich nun auch das Wahlrecht erstritten haben. Doch sucht man sie in technischen Berufen und eben im Fahrstand einer U-Bahn oder hinter dem Bus-Lenkrad weiterhin vergeblich.
Tatsächlich manifestiert selbst noch die im Jahr 1940 erlassene „Anordnung über die Beschäftigung von Frauen auf Fahrzeugen“ die alten Geschlechterbilder. Zuschreibungen von Fähigkeiten und vermeintlichen Unfähigkeiten hatten sich erhalten. Frauen wird dabei behördlich untersagt, öffentliche Verkehrsmittel wie zum Beispiel Straßenbahnen oder Busse zu steuern. Nur in Ausnahmefällen ist es damals gestattet, dass Frauen Schienenfahrzeuge fahren dürfen, was aufgrund der Kriegsrealität dann auch schnell geschah. Die Not des Ersten Weltkrieges wiederholt sich und ab Anfang der 1940er Jahre werden als Ersatz für die sich im Krieg befindlichen Männer Frauen als Straßenbahnfahrerinnen eingesetzt. Jedoch war auch in diesem Fall die Praxis mit dem Kriegsende wieder vorbei.
Nach dem Ende der NS-Diktatur ändert sich in Sachen Arbeit hinterm Lenkrad für die Frauen zunächst nichts, denn die „Anordnung zur Beschäftigung von Frauen auf Fahrzeugen“ von 1940 bleibt unverändert bestehen. Das passt in den gesamtgesellschaftlichen Rahmen, denn auch in der jungen Bundesrepublik gilt weiterhin das Primat des berufstätigen (Ehe-)Mannes und der Frau als Hausfrau und Mutter. Frauen sind noch für einige Jahre in fast allen Angelegenheiten von der Zustimmung der Ehemänner abhängig. Das gilt nicht zuletzt für die Entscheidung zur Ausübung eines eigenen Berufes.
Dann endlich: Geschlechter- und Berufsbilder wandeln sich
Erst 1971 wird die Anordnung vom Oktober 1940 schließlich überarbeitet. In der Neufassung, die am 11. Dezember 1971 in Kraft tritt, hieß es nun, sie gelte „für die Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen als Fahrerinnen 1. auf Kraftfahrzeugen mit mehr als acht Fahrgastplätzen […] und 3. auf Schienenfahrzeugen […]“. Gleichwohl gilt diese Arbeitserlaubnis nicht uneingeschränkt, denn die Fahrerinnen müssen sich in den sechs Monaten vor Beschäftigungsbeginn ärztlich untersuchen lassen, um ihre Arbeitstauglichkeit nachzuweisen. Wiederum 18 Monate nach Arbeitsbeginn muss mittels einer ärztlichen Untersuchung festgestellt werden, dass weiterhin keine gesundheitlichen Bedenken gegen die Arbeit als Fahrerin bestehen.
Zudem legt die neue Verordnung fest, dass die Fahrzeuge so ausgestattet sein müssen, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen ist. Damit gemeint: Die Ausstattung mit Lenkhilfen wie der Servolenkung, Bremshilfen und ergonomisch gestalteten Bedienelementen, um das Fahren zu erleichtern. Zudem hat die HOCHBAHN bereits seit 1963 schrittweise den Sprechfunk in Bussen eingeführt und so eine ständige Kommunikation zwischen der Leitstelle und den Fahrzeugen ermöglicht. Diese Entwicklungen am Fahrer*innenarbeitsplatz kommen natürlich allen zugute, doch liegt damals noch immer die Idee zugrunde, dass Frauen zum Busfahren körperlich weniger geeignet seien und daher mehr Unterstützung benötigen.
Die Drei vom Bus: Hamburgs erste Busfahrerinnen
Unmittelbar nach Inkrafttreten der Vorordnung am 11. Dezember 1971 gibt die HOCHBAHN Vollgas und startet die Ausbildung für Busfahrerinnen. Damit ist die HOCHBAHN das erste öffentliche Verkehrsunternehmen in der Bundesrepublik, das Busfahrerinnen ausbildet.

Voraussetzung für die 3-monatige Ausbildung ist damals ein Mindestalter von 23 Jahren und ein Führerschein der Klasse 2, der jedoch auch während der Ausbildung bei der HOCHBAHN selbst gemacht werden kann. Im Theorieunterricht werden technische und strukturelle Kenntnisse gelehrt, die dann natürlich auch praktisch angewandt werden müssen. Etwa bei kleineren Reparaturen am Fahrzeug, dem Umgang mit dem Feuerlöscher, vor allem aber natürlich beim Fahren unter realen Bedingungen im Straßenverkehr. Die Ausbildung zur Busfahrerin unterscheidet sich somit nicht von der der männlichen Kollegen, was sich nicht nur an der gemischten Ausbildungsklasse zeigte, sondern auch daran, dass der Lohn für Männer und Frauen schon damals gleich hoch ist. Nur das gesetzlich vorgegebene Nachtfahrverbot für Frauen hatte zur Folge, dass die Diensteinteilung unterschiedlich gehandhabt werden muss und Busfahrerinnen damals deutlich öfter für Früh- und Tagschichten eingeteilt werden.

Elfride Land, Ingeborg Morgenstern und Gundula Jablonski sind die ersten Hochbahnerinnen, die ab Anfang 1972 zusammen mit drei männlichen Kollegen bei Fahrlehrer Horst Winter die Ausbildung zur Busfahrerin durchlaufen. Alle drei sind vorher bereits als Straßenbahnfahrerinnen unterwegs gewesen und haben daher nicht nur viel Erfahrung im dichten Stadtverkehr, sondern kennen auch die internen Abläufe bei der HOCHBAHN.

Fahrplanmäßig los geht es für die ersten drei Busfahrerinnen der Bundesrepublik dann ab dem Frühjahr 1972. Währenddessen sind bereits die nächsten Busfahrerinnen in der Ausbildung. Im Juni 1972 bewirbt die HOCHBAHN erstmals auf Plakaten und mit einer Veranstaltung auf dem Heiligengeistfeld, zu der etwa 2.000 Besucher*innen kommen, öffentlich die Ausbildung zur Busfahrerin. Ende 1973 sind dann schon 20 Busfahrerinnen der HOCHBAHN auf Hamburgs Straßen unterwegs und drei weitere kurz davor, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Und natürlich bietet sich die Chance zur Fortbildung und weiteren Qualifikation, die auch von den Busfahrerinnen genutzt wird – 1988 wird so dann die erste Frau Aufseherin im Busbetrieb.

Die Reise geht weiter
Elfride Land, Ingeborg Morgenstern und Gundula Jablonski sind also durchaus Pionierinnen hinter dem Lenkrad und ebnen den Weg für immer mehr Frauen, die nun auf dem Fahrer*innensitz Platz nehmen: 1978 gibt es bereits 75 Busfahrerinnen bei der HOCHBAHN. 1981 sind es schon 130, bei ca. 2.200 männlichen Fahrern allerdings noch eine deutliche Minderheit. Und auch heute gibt es mit einem Frauenanteil von 11 % nach wie vor weniger Busfahrerinnen bei der HOCHBAHN als männliche Kollegen. Luft nach oben besteht also weiterhin 😉 Dennoch ist die selbstverständliche Einstellung von Busfahrerinnen seit 55 Jahren ein essenzieller Meilenstein – und das nicht nur für die HOCHBAHN. Es ist auch ein wichtiger Schritt zum gleichberechtigten Zugang zu lange verschlossenen Berufsfeldern. Mit dem eigenständigen Beruf, gerechter Bezahlung und geregelter stabiler Altersvorsorge wird damals zudem der Altersarmut vorgebeugt und ein weiterer Schritt getan, um die tradierten Abhängigkeiten und Rollenbilder zu überwinden.

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Ich habe keine Lust mehr der Bus 142 an der Haltestelle Forstweg kommt es zu ständigen Ausfällen heute und die letzten Wochen am Abend oder früh am Morgen da kommen 2 Busse nicht erst der dritte.. man steht extra früh auf um pünktlich zusein und dann kommen die Busse nicht!
Finde ich blöd ärgerlich und es macht mich wütend vor allem ist das ein Bus der alle 5-7 min fährt das nervt mich sehr ich komme über all zu spät ! 142 Haltestelle FORSTWEG
Ignoriert mich manchmal sogar weil 1 m neben der Haltestelle stehe und fährt vorbei das ist auch so oft passiert.. HVV BITTE WERDET KONZEQUENTER!
Ich kann das von hier aus leider nicht nachvollziehen. In solchen Fällen können Sie sich jederzeit an feedback@hochbahn.de wenden. Die Kollegen dort geben es an den Betrieb weiter.
Hallo Guten Tag
Ich wohne in Hamburg-Jenfeld Zentrum Der Busfahrer kommen Immer zu spät die Bus Nr. X22 und. Bus Nr. 263 sind im Woche 5 oder 6 mal zu Spät ich bin jetzt im Grade in Jenfeld-Zentrum und ich will Mach Barsbüttel Farhren mit dem Bus Nr 263 der Bus sollte um 16:14 Huet sein aber jetzt 16:23 geworden ich habe ein ganz wichtige Termin Wohnungsbesichtigung Manchmal falls Ich zum arbeite Gehen Der Bus Nr.263 Kommt Zu spät bitte machen sie was ich Zahle jeden Monat 114 € für die Fahrkarte was soll ich machen ????? Bitte wenn sie Nicht etwas Machen oder Alles Klar zu machen ich werde mit Unsere Nachbaren Anzeige machen gegen Hochbahn unsere Nachfahren Haben Sofie auch Beschwerden von Busfahrer Wieso kommen die immer zu spät Bitte bitte machen sie was danke für Ihre Verständnis
MfG
H.Shahab
Ich kann das von hier aus leider nicht nachvollziehen. Sie können sich aber jederzeit an feedback@hochbahn.de wenden, die Kollegen dort geben es dann an den Betrieb weiter.
Interessanter Text! Weil darin steht, dass die ersten Hamburger Busfahrerinnen zuvor Straßenbahn fuhren: Ist der Busbetrieb pro Fahrgast teurer als im Straßenbahnbetrieb, weil man mehr Fahrer:innen braucht?