U4 Elbbrücken: Die fünf wichtigsten Fragen zur Haltestelle

Das Dach steht! An den Elbbrücken lässt sich immer deutlicher erkennen, wie die neue U4-Haltestelle mal aussehen wird. Bis Herbst diesen Jahres wird hier noch fleißig gebaut, denn ab jetzt kriegt das Haltestellendach endlich sein Glas. Die jährliche Sommertour mit den Hamburger Medien habe ich zum Anlass genommen, mir die Haltestelle einmal ganz genau anzusehen. Und dabei gleich auch einige Fragen an die Projektverantwortlichen gestellt. Aber lest und seht selbst:

1. Wieso wird die Haltestelle eigentlich ausgerechnet dahin gebaut?

Die Hafen City wächst immer mehr. Wohnungen werden gebaut, Büros entstehen, Besucher erkunden das Viertel. Wo wir gerade (gefühlt) gestern noch in einer offene Baugrube für unseren U-Bahn-Tunnel zu den Elbbrücken gebaut haben, ist längst eine Straße asphaltiert, am Ausgang zur Hafen City Universität ragen immer neue Gebäude empor. Und das wird noch mehr werden. Auch an den Elbbrücken sollen Arbeitsplätze, Wohnungen und Hotels entstehen. Auf dem ganzen Areal entstehen also Gebäude, entsteht aber auch eine komplett neue Infrastruktur. Genau deswegen haben wir hier angefangen zu bauen, als an der Oberfläche noch überhaupt nicht an Bauen zu denken war. So kann die U-Bahn recht unkompliziert entstehen, weil genügend Platz war. An der neuen Haltestelle Elbbrücken wird es außerdem einen Übergang zur S-Bahn geben – und mit der Umsteigemöglichkeit von S- auf U-Bahn einen neuen Weg in die Innenstadt für alle aus dem Süden Hamburgs.

2. Woraus besteht die Haltestelle eigentlich?

Mit einer Länge von 136 Metern, einer Breite von 32 Metern und einer Höhe von knapp 16 Metern wird die neue Haltestelle zu einem prägenden Element an der Elbe. Das Spektakulärste an der neuen Haltestelle ist mit Sicherheit das Dach. Klar, Bahnsteige, Gleise und Treppen wird es auch geben, aber vor allem die Dachkonstruktion aus Stahl und Glas ist ein beeindruckender Blickfang. Bisher wurden 242 Stahlbauteile an 168 Knotenpunkten zusammengeschweißt. Zusammen mit 20 sogenannten Pfettenreihen bilden sie die Auflage für das Glas und gleichzeitig das Gerüst des Haltestellendachs. Nun müssen noch 1200 Glasscheiben mit Hilfe eines Krans und Vakuumglassaugern auf das Dach gebracht werden. Jede dieser Glasscheibe wiegt 250 Kilogramm. Damit kommt die Glasfläche auf ein Gesamtgewicht von rund 300 Tonnen. Die Glasscheiben werden auf das Stahlbauskelett montiert.

3. Wie hält man das ganze Glas eigentlich sauber?

Die Antwort auf diese Frage ist simpel. Bei den Glasscheiben handelt es sich um Verbundglas, also um Glas, was man auch aus normalen Fenstern kennt. Klar, ein bisschen dicker und vielleicht auch größer, aber im Grunde völlig normal. Deshalb ist auch die Reinigung nicht speziell, sondern es kommen ganz einfach die Fensterputzer. Von innen ggf. mit einem Hubwagen, von außen in Sonderausrüstung, damit die Reinigung in großer Höhe auch klappt.

4. Was kostet der ganze Spaß eigentlich?

Die U4-Verlängerung liegt im Zeit- und Kostenplan. Veranschlagt waren rund 180 Millionen Euro. Die Gesamtkosten werden nach aktuellen Schätzungen aber darunter liegen. Bislang konnten bei der Kehr- und Abstellanlage und für die Strecke jeweils 10 Millionen Euro eingespart werden. Damit wären es 160 Millionen. Auch wenn die Haltestelle noch nicht abgerechnet werden kann, sind unsere Planer zuversichtlich, denn auch hier wurde immer eine Reserve mitgeplant.

5. Wann wird’s fertig?

Bis Ende Oktober soll das Glasdach weitestgehend fertig gestellt sein. Besonders spannend wird es noch einmal, wenn das 65 Meter lange Verbindungsbauwerk zur künftigen S-Bahn-Haltestelle seinen Platz einnimmt. Laut Plan soll es im Frühjahr 2018 in zwei Teilen angeliefert und an Pfingsten 2018 eingehoben werden. Bis zum Herbst 2018 soll dann auch der Innenausbau der Haltestelle abgeschlossen sein,  sodass im Dezember 2018 die ersten Züge mit uns Fahrgästen fahren können.



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