Zeithelden: Wieso es gut ist, Fahrkarten nicht erst im Bus zu kaufen

Wer von uns spart nicht gern Zeit. Wieso also nicht auch beim Kauf von Fahrkarten?! Was bei der U-Bahn schon selbstverständlich ist, wird nach und nach auch für unsere Busse Alltag: Fahrkarten vorm Einsteigen kaufen.  

Auf der Linie 5 geht das jetzt schon an fast allen Haltestellen. Dafür wurden bis Ende 2016 Automaten an allen Haltestellen zwischen Hauptbahnhof/ZOB und Niendorf Markt aufgestellt. Hier gibt’s die Fahrkarte also schon vor der Fahrt – und nicht mehr erst beim Busfahrer. Ihr denkt, dass das eine Einbuße an Service ist? Eigentlich steckt was ganz anderes dahinter.

Fahrkartenkauf vorab – Wozu das Ganze?

Wer seine Fahrkarte schon vorm Einsteigen in den Bus kauft, spart nicht nur sich selbst Zeit, sondern auch allen anderen Fahrgästen. Wieso? Weil es dazu beiträgt, dass unsere Busse im Fluss bleiben. Klingt komisch? Eigentlich nicht.

Unsere Linie 5 ist eine der am meisten genutzten Buslinien in Hamburg. Für rund 60.000 Fahrgäste am Tag kommen hier zwischen Nedderfeld und HBF/ZOB in der Hauptverkehrszeit inzwischen drei Busse in zehn Minuten, zusammen mit der Linie vier fährt so ab Bezirksamt Eimsbüttel alle zwei Minuten ein Bus  – mehr als irgendwo sonst. Damit das aber überhaupt funktioniert und flüssig läuft, muss der Bus nicht nur gut durch die Stadt kommen, sondern auch Haltestellen schnell wieder verlassen. Busbeschleunigung  hilft uns mit Ampelvorrangschaltung und der eigenen Spur für die Busse dabei also schon mal ganz gut. Damit aber die Busse an Haltestellen nur kurz halten und direkt weiter fahren können, soll der Fahrkartenverkauf vom Busfahrer unter anderem an die Automaten verlagert werden. Am Automaten gibt’s dann nicht nur die Fahrkarte, sondern auch Verbindungsinfos und Preisauskünfte. Also ein Zeitgewinn für alle, denn mal ehrlich, der Verkauf vorn beim Fahrer frisst schon ziemlich viel Zeit.

Mit der Fahrkarte in der Tasche wird also schneller eingestiegen, der Verkauf entfällt und der Bus fährt direkt weiter. Das mögen im Einzelfall nur Sekunden sein, hochgerechnet kommt da aber ganz schön was zusammen.

Online ist Trumpf: 3 % gespart beim Kauf in der App

Wer kein Freund von Automaten ist, oder besonders umweltbewusst, der kauft seine Fahrkarte ganz einfach per App. Ja, zugegeben, ihr müsst euch einmalig mit einem Kundenkonto registrieren,  danach könnte es bequemer aber kaum sein. Euer Zahlungsmittel ist hinterlegt und über die Start-Ziel-Eingabe kriegt ihr immer gleich den richtigen Tarif angezeigt. Ein besonderer Anreiz: Fahrscheine in der App sind 3 % günstiger. Und hey, ihr könnt die Fahrkarte auch dann kaufen, wenn das Bargeld in der Tasche fehlt. :-)

Obacht: die Fahrkarte in der App muss vollständig herunter geladen sein, bevor ihr den fahrkartenpflichtigen Bereich bei der U-Bahn oder den Bus betretet.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die wichtigste Nachricht zuerst: den Fahrkartenverkauf beim Fahrer/der Fahrerin wird es auch weiter geben. Da die Menschen aber immer mobiler und digitaler unterwegs sind, müssen auch wir neue Wege gehen. So z.B. mit Projekten wie Check-in-be-out. Hier wird der Preis für meine Fahrkarte automatisch anhand meines Ein- und Ausstiegs ermittelt – bequem via Smartphone. Und für die unter euch, die immer bemängeln, dass Kartenzahlung an den Automaten nicht möglich ist, noch eine gute Nachricht: die nächste Generation unserer Fahrkartenautomaten wird die Kartenfunktion haben!

Gewinnspiel: Zeitheld werden…
Bis 21. Mai 2017 könnt ihr noch an unserem Zeithelden-Gewinnspiel teilnehmen. Dafür müsst ihr eure Fahrkarte nur am Automaten oder per HVV-App kaufen, die Fahrkartennummer hier eingeben und mit ein bisschen Glück gewinnen. 



5 Kommentare zu “Zeithelden: Wieso es gut ist, Fahrkarten nicht erst im Bus zu kaufen

  1. Es ist ja schön, dass ihr schon jetzt in die Zukunft für ein Check-in-Be-out-System schaut. Doch das ist nur für Tages- und Wochenfahrgäste interessant. Die meisten Berufspendler haben eine Monats- oder Proficard. Ihr solltet daher auch jetzt schon anfangen zu kommunizieren, was ihr mit diesem großen Anteil von Kunden vorhabt, für die CiBo wohl nicht relevant ist.

  2. Was ist mit den, die ein Abo besitzten? Die tragen doch auch zur Zeitersparnies bei.

  3. Wäre es nicht auch an der Zeit, das Vorne-Einsteigen zu überdenken, wenn neue Systeme angedacht werden? Es ist einfach nicht kundenfreundlich und gerade bei Gelenkbussen und/oder viel Andrang morgens und abends suboptimal und unbequem. Ich kann es auch verstehen, wenn Leute nicht durchgehen, sondern sich im fahrenden Bus festhalten. Einzelne Ausnahmen – ob durch den Fahrer oder die Linie oder die Tageszeit – helfen auch nicht wirklich: es sollte dem Fahrgast so einfach wie möglich gemacht werden. Einfachheit steigert die Attraktivität des ÖPNV!

    Nur ein Traum? Ich würde es begrüßen, wenn die Menschen in Zukunft *gerne* den ÖPNV nutzen, weil es effektiv, einfach und bequem ist. Ich gehe davon aus, dass die Hochbahn genau auf dieses Ziel hinarbeitet. 😉

  4. Letzte Woche wieder in Lissabon gesehen: Es gibt Tickets zum normalen Preis (die man davor am Automaten, Schalter oder Kiosk kauft) oder den deutlich erhöhten Bordtarif, den man beim Kauf in Bus- und Strassenbahn bezahlt. Das funktionert übrigens hervorragend, ist bestechend einfach und wird von jung und alt ganz selbstverständlich genutzt.

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