Busbeschleunigung einfach erklärt

An der Haltestelle auf den Bus zu warten kann manchmal ganz schön nervig sein. Erst kommt lange gar kein Bus, dann gleich mehrere auf einmal. Ärgerlich, wenn die dann auch noch alle rappelvoll sind und man sich gegenseitig auf die Füße tritt.
Weil das bestimmt jeder von uns schon einmal erlebt hat, schauen wir doch mal, wie genau das Programm Busbeschleunigung des Hamburger Senats dieses Problem lösen will.

Was genau die Hamburger Busse bremst und welche Maßnahmen die HOCHBAHN ergreift, um das Fahren mit dem Bus für den Fahrgast komfortabler und schneller zu machen, habe ich mir im 5er Bus mal genauer angesehen.



22 Kommentare zu “Busbeschleunigung einfach erklärt

  1. Das System funktioniert solange nicht, wie das Bezahlen im Bus die Regel ist. Dann laufen die Busse doch wieder auf. Und wenn die Doppelgelenker abgeschafft werden, bricht das System mindestens auf der
    Linie 5 zusammen. Das sieht man schon jetzt an fahrgaststarken Sonntagen, wenn keine Doppelgelenker fahren. Die Busbeschleunigung ist nur eine kurzfristige Beruhigungspille, aber keine langfristige Strategie. Damit rausgeschmissenes Geld und zudem extrem wirtschaftsfeindlich.

    • Das Bezahlen im Bus hält auf. Keine Frage. Längerfristig wird der verstärkte Online-Verkauf immer wichtiger werden. An dem Thema ist der HVV dran. Kurzfristig wirkt aber, dass im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms deutlich mehr Fahrkartenautomaten an den Haltestellen aufgestellt werden.
      Zur 5: Es gibt keine Pläne, kleinere Busse auf der 5 einzusetzen. Das könnten wir uns gar nicht leisten, denn die Fahrgastnachfrage ist sehr hoch. Deshalb gibt es ja auch die „Busbeschleunigung“. Es mag sein, dass wir künftig keine Doppelgelenkbusse mehr einsetzen werden, wenn es Alternativen gibt. Anfang Dezember wird in Mannheim ein neuer Großraumbus mit einem Gelenk und rund 22 Metern vorgestellt, der ein vergleichbares Platzangebot wie der Doppelgelenkbus haben soll. Den schauen sich die Kolleginnen und Kollegen im Testbetrieb hier vor Ort genau an. Der könnte eine Alternative sein.
      Aus unserer Sicht ist die Busbeschleunigung auf einigen Linien wirklich eine Interimslösung, aber eine wichtige. Langfristig werden bestimmte Linien, wie z.B. die 5 und der 6, durch die U5 ersetzt. Bis dahin brauchen wir aber die Busbeschleunigung.

  2. Super Idee, nur hätte es eine politische Entscheidung für die Busbeschleuinigung schon vor 15 Jahren geben müssen, so wie in anderen Städten. Sie kommt einfach zu spät!

  3. Die Straßenbahnen hätten nie abgebaut werden dürfen, dann bräuchten wir jetzt keine Übergangslösung…

    • Da mögen Sie Recht haben. Die Entscheidung zur Abschaffung der Straßenbahn ist übrigens nicht 1978 gefallen, da fuhr die letzte Straßenbahn. Die Entscheidung gegen die Stadtbahn fiel in den 50er Jahren, als die Straßenbahn den zunehmenden Autoverkehr „störte“ – so die damalige Auffassung.

  4. @ Hjalmar Stemmann

    „Das System funktioniert solange nicht, wie das Bezahlen im Bus die Regel ist“

    Hierzu muss man aber nebenbei auch erwähnen, dass man als Fahrgast selber seinen Teil beitragen kann, indem man nämlich vor Fahrtantritt zum Automaten geht, oder das Smartphone nutz. Ersteres ist zwar nicht immer und überall möglich, wird aber insbesondere auf der M5 sehr stark gefördert. Hinzu kommt ja noch, dass man auch schon zu Hause eine Karte ausdrucken kann. Grundsätzlich ist es also nur in Ausnahmefällen zwingend notwendig, eine Karte beim Busfahrer zu kaufen.

  5. Zum Stadtbahnrückbau von 1978

    was damals noch erschwerend hinzu kam, war, erstens der allgemeine Bevölkerungsrückgang und die stark sinkende Nachfrage des ÖPNV durch das Automobil, sowie der Trend, dass man lieber außerhalb der Stadt leben wollte. Heute haben wir gegenteilige Verhältnisse: das urbane Leben wird immer beliebter, das Auto hat an „Ansehen“ verloren und die Stadt wächst-vor allem von außen.

  6. gute Idee. ich hoffe jedoch, dass hiervon alle Linien profitieren und nicht nur die „Premiumbezirke“. Dass als Beispiel der 5er Bus gewählt wurde passt hier leider ins Bild und lässt mich schlimmes befürchten. Strasse frei für 5er und 6er, alle anderen dürfen sich weiter quetschen….. Bitte nicht!!!!

    • Wir finden auch, dass Busbeschleunigung eine gute Idee ist. Für den Film haben wir die Linie 5 genommen, weil sie die erste Linie ist, die fertig ist. Natürlich umfasst das Programm aber noch mehr Linien. Bei uns wird es die Veränderungen auf den Linien 4, 5, 6, 7, 20 und 25 geben. Außerdem fallen die VHH-Linien 2, 3 und 21 unter das Programm. Sie sehen also, es sind nicht nur zwei Linien, die von der Busbeschleunigung betroffen sind.

  7. Es ist schon erschreckend, wie selbstverständlich zum Lösen der Fahrkarten von der Benutzung der Smartphones bzw. dem Pc-Ausdruck ausgegangen wird. Nicht jeder Nutzer besitzt die dazu erforderlichen Geräte und viele ältere Personen können deshalb- auch aus u. U ganz anderen verschiedenen Gründen, so also nicht zur Fahrkarte kommen. Da die Gruppe der Alten und Älteren stark zunehmen wird, sollte es eine weitere Möglichkeit zum Erwerb der Karten geben.

    • Und genau aus diesen Gründen wird es auch in Zukunft den Verkauf von Fahrkarten an Automaten und bei unseren Busfahrerinnen und Busfahrern geben.

  8. Ich vermisse Fahrkarten (Einzel oder 10er Karten z.B.) die schon im Vorhinein gekauft werden können und dann vor Fahrtantritt entwertet werden. Gelegenheitsfahrer können diese immer im Portemonnaie haben. Ich kann mir vorstellen das solche Karten auch die Schwarzfahrerquote senken könnten.
    Zur Busbeschleunigung…bei hohem Verkehrsaufkommen stehen leider auch die Busse…ohne reine Busspuren wird sich das meiner Meinung nach auch nicht ändern.

    • Den Vorverkauf von Fahrkarten kenne ich auch aus Berlin. Das ist wirklich eine tolle Sache, sehr praktisch vor allem. Der HVV hat ganz einfach ein anderes System. Die Schwarzfahrerquote in Städten mit Vorverkauf ist übrigens auch nicht geringer.
      Zu den Busspuren. Überall Busspuren, wie traumhaft wäre das für unsere Fahrgäste?! Auf der 5 macht das wirklich einen Unterschied. Wir merken aber auch, dass die restlichen Maßnahmen helfen. Vor allem verbessern sie den gesamten Verkehrsfluss. Natürlich wird aber versucht, überall da, wo es möglich ist, Busspuren einzurichten.

  9. Freie Meinungsäußerung ist eine tolle Sache. Es spricht aber nicht für die Busbeschleunigung noch für die HHA, wenn man kritische oder negative Meinungen nicht veröffentlicht. Ein weltoffenes Unternehmen sollte mit Kritik umgehen können, egal ob positiv oder negativ. Sonst macht das das ganze Blog-Verfahren keinen Sinn. Außerdem kann man durch Meinungsvielfalt auch gute Anregungen bekommen.
    Leider wurde meine erste Antwort nicht veröffentlicht.

  10. Wo Fahrkartenautomaten stehen, sollte nicht mehr im Bus bezahlt werden dürfen.
    In U- und S-Bahn kann man schließlich auch nicht beim Zugführer eine Fahrkarte kaufen.
    Es ist immer sehr ärgerlich, wenn aufgrund von (mehreren) Bezahlern die nächste Ampel schon wieder auf rot ist und letztendlich der nächste Anschlussbus/-zug nicht mehr erreicht werden kann …

  11. Der Verkauf von Einzelfahrkarten hat nach meiner Erfahrung in der Hauptverkehrszeit, bei der die aller meisten Fahrgäste Dauerkarten haben, fast keine Auswirkung. Ich beobachte vielmehr das die Busse an Haltestellen mit den veralteten Haltebuchten nach dem Fahrgastwechsel wegen des MIV nicht abfahren können und prompt an der nächsten Ampel bei Rot ankommen.
    Dazu zwei Anmerkungen:
    (1) In Stellingen wurden auf der Kieler Straße große Baumaßnahmen vorgenommen. Warum halten die Busse immer noch in den Haltebuchten? Herr Kreienbaum hat bei einer Diskussionsrunde (Herbst 2013) erklärt das zukünftig bei allen größeren Straßenumbauten die Busse auf der rechten Spur halten sollen und dann nach jedem Fahrgastwechsel ohne Behinderung abfahren können.
    (2) Eidelstedter Platz: (2a) Nach dem Umbau wurden Signale für die Vorranganforderung (Weißes „A“) montiert. Busse können keinen Vorrang anfordern. (2b) Fahrtrichtung Nord: Die Busse haben eine eigene Spur, müssen jedoch die ganze Ampelphase abwarten bevor sie zur Umsteigeanlage abbiegen können. (2c) Richtung Süd: Wenn mehrere Busse bei Grün sofort abfahren ist an der folgenden Ampel (geschätzt 75m bis zur Elbgaustraße) schon ein großer Teil der Grünphase abgelaufen. Der erste Bus schafft noch Grün; der zweite Bus erreicht die Ampel bei spätem Gelb oder erst bei Rot.
    => Alle diese Punkte sind für mich KEINE Busbeschleunigung.
    Fragen:
    (1) Werden die Haltestellen in noch umgebaut? (St. Nimmerleinstag?)
    (2) Werden die einstellungen der Ampeln bald der Busbeschleunigung angepasst?

    • Wo es sinnvoll ist, Busbuchten zurück zu bauen und den Bus somit direkt am Straßenrand halten zu lassen, wird das auch umgesetzt. Das entscheiden unsere Planer aber immer mit Blick auf viele unterschiedliche Kriterien. Nicht überall ist dieser Rückbau tatsächlich von Vorteil. Außerdem müssen wir das mit dem LSBG (Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer) abstimmen, die Entscheidung fällt also nicht nur von uns allein. Auch bei den Ampeln ist es komplex. Wir schalten ja nicht kompromisslos immer auf grün, sobald ein Bus kommt. Das würde ein ziemliches Durcheinander für den restlichen Verkehr bedeuten. Am Eidelstedter Platz beobachten die Planer die Situation gerade. Hier wird der Vorrang voraussichtlich ab kommendem Frühjahr greifen.

      • Kann ich die Satzteile „Wo es sinnvoll ist…“ und „… mit dem LSBG abstimmen …“ so verstehen:
        Der Rückbau erfolgt nur dort wo der Individualverkehr durch haltende Busse nicht behindert wird?
        Ich habe schon oft folgende Situation erlebt: Der Bus blinkt links, kein Fahrzeug einer Grünphase ermöglicht dem Bus das Ausscheren, der Bus fährt hinter der Gruppe hinterher und erreicht die nächste Ampel bei Rot. Bei einem Rückbau könnte der Bus sofort nach dem Fahrgastwechsel abfahren.
        Wenn der beschriebene Ablauf wärend einer Fahrt mehrfach auftritt werde ich meinen folgenden Anschluss wahrscheinlich nicht erreichen. Fahren mit dem ÖPNV wird dadurch irgendwann unattraktiv -obwohl es in der Stadt eigentlich die beste Art ist um von A nach B zu kommen- zumal die leidige Parkplatzsuche entfällt.

      • Der Rückbau der Busbuchten wird in gewisser Hinsicht immer eine Behinderung für den Individualverkehr bedeuten, denn der muss schließlich warten. Allerdings ist dann eben genau das der Fall, was Sie beschrieben haben. Der Bus kann direkt nach dem Fahrgastwechsel weiterfahren und verliert somit keine wertvolle Zeit beim Wiedereinfädeln. Dadurch erhöhen wir die Zuverlässigkeit und machen, wie sie so schön angemerkt haben, das Busfahren attraktiver.

  12. Basiert die Busbeschleunigung auf den Jugend Forscht Beitrag von Boas Steffani aus 2010?

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