U5 Mitte: Das sind die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung

Heute Mittag war es soweit: Im Rathaus wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung für die U5 Mitte vorgestellt. Damit liegen nun erste Varianten für den Streckenverlauf und die Haltestellenlagen für den mittleren Teil der U5 vor. Hier für Euch das Wichtigste kompakt zusammengefasst.


Wo die U5 Mitte lang fahren soll

Mit der Machbarkeitsuntersuchung für den mittleren Abschnitt der neuen U-Bahn-Linie U5 wissen wir -kurz gesagt-, dass die U5 Mitte verkehrlich, baulich, technisch und betrieblich realisierbar ist. Ergebnis ist ein Verlauf, der nach aktuellem Kenntnisstand der Planung gebaut werden kann. Dieser führt von der City Nord über Winterhude/Uhlenhorst und den Hauptbahnhof an der Universität vorbei Richtung Lokstedt und weiter bis zur S-Bahn-Haltestelle Stellingen.

U5 Mitte Machbarkeitsuntersuchung

 

Soweit war das ja seit längerem auch bekannt. Hier hatte ich im Blog letztes Jahr schon mal einen Beitrag zu geschrieben.


Warum die U5 Mitte aber genau dort lang fahren soll

  1. Sie ersetzt bzw. entlastet die MetroBus-Linien 5 und 6
    Im Wesentlichen folgt die U5 Mitte mit ihrem Streckenverlauf den hochbelasteten MetroBus-Linien 5 und 6. Mit über 60.000 (5er) und knapp 30.000 Fahrgästen (6er) kommen diese zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Die U5 wird diese Buslinien also ersetzen bzw. deutlich entlasten und bringt im Vergleich zum Busangebot eine Kapazitätssteigerung um das 5- bis 10-fache (je nach Taktdichte). Mehr Kapazitäten, kürzere Fahrzeiten, mehr Komfort und eine höhere Verlässlichkeit gegenüber dem Bus macht die U5 damit also auch attraktiver. Und sie wird noch mehr Leute auf die U-Bahn ziehen. Für unsere Stadtbahnfreunde: Auf der 5 werden wir spätestens mit der U5 Fahrgastzahlen erreichen, die keine Stadtbahn vernünftig schaffen kann.
  2. Die U5 fährt dorthin, wo die Leute hin wollen: In die Innenstadt
    Wie die MetroBus-Linien und auch andere Schnellbahnlinien zeigen, haben viele Hamburger vor allem ein Ziel: die Innenstadt. Deshalb fährt auch die U5 über den Hauptbahnhof, von wo aus sich durch Umsteigen zahlreiche weitere Ziele ergeben. Der verkehrliche Nutzen dieser Führung ist enorm: Modellberechnungen zeigen, dass nach Fertigstellung der U5 mehr als 100.000 Fahrgäste den Hauptbahnhof allein mit der U5 erreichen werden.
  3. Die U5 schafft neue Verbindungen durch ihre starke Netzwirkung
    Die U5 wird so in das bestehende Schnellbahnnetz integriert, dass sie komfortable Umstiegsmöglichkeiten zu anderen U- und S-Bahnen möglich macht. Damit schafft sie neue Verbindungen und Fahrtmöglichkeiten und macht das gesamte Hamburger Schnellbahnnetz attraktiver und leistungsfähiger. Und schließlich schließt sie auch die Lücken im bestehenden Schnellbahnnetz.
  4. Die U5 bindet zentrale Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte an
    Entlang der U5-Strecke werden nicht nur wichtige Unternehmensstandorte wie die City Nord (30.000 Arbeitsplätze) und dicht besiedelte Stadtteile wie Winterhude Süd/Uhlenhorst (knapp 60.000 Einwohner), sondern auch Wissenschafts- und Arbeitsplatzstandorte, wie die Universität (43.000 Studierende und 10.000 Arbeitsplätze) und das Universitätsklinikum Eppendorf (11.000 Arbeitsplätze), sowie über Stellingen die Arenen im Westen der Stadt mit 75.000 Plätzen an das Hamburger Schnellbahnnetz angebunden.

Was bisher alles untersucht wurde

In der Machbarkeitsuntersuchung wurden eine Vielzahl von Streckenvarianten und Haltestellenlagen geprüft. Dabei ist dann z.B. auch die Führung über den Mühlenkamp/Hofweg verworfen und stattdessen die Variante über Barmbeker Straße/ Winterhuder Weg weiter verfolgt worden. Denn diese erschließt deutlich mehr Einwohner.

Die Haltestellen Hauptbahnhof Nord und Stephansplatz sollen so angeschlossen werden, dass dort ein bahnsteiggleicher Umstieg zur U2/U4 bzw. zur U1 möglich ist. Das ist dann so, wie ihr es heute von der Kellinghusenstraße oder Berliner Tor kennt. Gelingt das, wird wahrscheinlich auf eine zusätzliche Haltestelle am Jungfernstieg verzichtet. Denn wer den „Fuchsbau“ Jungfernstieg kennt, der weiß: hier ist schon heute kein komfortabler Umstieg zwischen den bestehenden Linien möglich.

Am Hauptbahnhof sollen so nach Möglichkeit die bisher nicht genutzten Bahnsteige auf der U2/U4-Ebene genutzt werden, am Stephansplatz sind noch sieben verschiedene Haltestellenlagen im Rennen. Die weitere Planung wird zeigen, welche der Varianten am Ende gebaut werden.

Stillgelegte Bahnsteige Hauptbahnhof Nord U2/U4


Wesentliche Punkte für die vertiefende Planung

In der nun startenden Vorplanung stehen aber noch weitere Entscheidungen an. Die Lage und der Übergang zur U3 an der Haltestelle Borgweg ist noch offen. Auch die Gesamtanzahl der U5-Haltstellen in Winterhude/Uhlenhorst und im Bereich der Universität steht noch nicht fest. Für die Führung der U5 bis Stellingen sind außerdem noch mehrere Varianten denkbar: Die U5  fährt entweder über den Siemersplatz nach Stellingen oder fädelt hinter der Gärtnerstraße aus und führt über den Lohkoppelweg nach Stellingen.


Bürgerbeteiligung jetzt auch online

Wer jetzt noch mehr wissen will und sich vor allem an den Planungen zur U5 direkt beteiligen möchte, kann das ab Februar auf mehreren großen Auftaktveranstaltungen meiner Kolleginnen und Kollegen tun. Und: Ab sofort auch online unter schneller-durch-hamburg.de. Denn mit den Ergebnissen aus der Machbarkeitsuntersuchung ist jetzt ein Planungsstand erreicht, der für den Start der Bürgerbeteiligung ideal ist. Die Planungen sind ausreichend konkret, die Planungstiefe erlaubt es aber gleichzeitig noch, Anregungen und Änderungsvorschläge mit einzubeziehen.

Auf schneller-durch-hamburg.de findet ihr ab sofort aktuelle Informationen, Hintergründe und Schwerpunktthemen rund um den U-Bahn-Netzausbau (U1 Oldenfelde, U4 Horner Geest und U5). Vor allem aber seid ihr zum Mit-Diskutieren eingeladen: In moderierten Mitmach-Modulen könnt ihr eure Anregungen einbringen. Auch die konkreten Termine für die einzelnen Veranstaltungen stehen auf der Plattform.

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23 Kommentare zu: U5 Mitte: Das sind die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung

  1. Wäre eine Halt am UKE nicht sinnvoll? Es handelt sich um das größte Krankenhaus in der Stadt, wo viele Menschen arbeiten und es auch viele Besucher gibt.
    Warum muss man jetzt, was gerade älteren und behinderte Menschen schwer fällt, nun doch wieder in den Bus umsteigen? Ich kann mir nicht vorstellen, das hier die Gärtnerstraße wichtiger wäre, denn man könnte auch am UKE in die 20/25 umsteigen.

  2. Die Bahn und der Senat planen die Erweiterung des Hauptbahnhofs. Die Nordseite soll neben der Südseite des Hauptbahnhofs bebaut werden. Auch der Hachmannplatz soll neu gestaltet werden. Die Hochbahn sollte den Senat und Bahn darauf hinweisen, dass die Neugestaltung des Hachmannplatzes und die Norderweiterung erst dann gebaut werden dürfen, wenn die neuen U5-Tunnel zwischen St. Georg und Stephansplatz fertig gebohrt sind und die Ziel- und Startschächte am Hauptbahnhof vor dem Bieberhaus auf dem Hachmannplatz und beim Wallringtunnel zu sind und die Tunnelbohrer schon zwischen Stephansplatz und Universität aktiv sind. Sonst muss der neugestaltete Hachmannplatz aufgerissen und eventuell die neue Norderweiterung wieder abgerissen werden und nach Abschluss der U5-Bauarbeiten wieder aufgebaut werden, das wäre sehr ärgerlich und kostet unnötig viel zum Fenster rausgeschmissenes Geld der Steuerzahler. Deshalb müssen sich Hochbahn, Senat und Bahn abstimmen und Bau Hauptbahnhoferweiterungen, Neugestaltung Hachmannplatz und U5-Bau mit Aktivierung der äusseren Bahnhofsröhre mit Tunnel-Neuanschlüssen im Hauptbahnhof Nord miteinander koordinieren, wegen der Koordination der Baustelleneinrichtungen und Abläufe der Bauarbeiten.

  3. Schön zu lesen, dass die Nutzung der beiden Leerbahnsteige am HBF zumindest in Betracht gezogen wird.
    Das wurde in den bisherigen Beiträgen ja immer als technisch nicht möglich bezeichn

    1. Dafür müsste die Hochbahn das Gebäude am Glockengiesserwall aufkaufen und es abreissen lassen, um die Tiefgründung zu entfernen, die den Tunnelbau Richtung Stephansplatz blockiert und die Bauvorleistung verbaut hatte. Und ein neues Gebäude mit U5-Tunnel im Keller errichten lassen.

  4. Das eine U Bahn höhere Kapazität als eine Stadtbahn hat, bezweifelt keiner. Ein Problem ist aber das die Schienenwege in HH alle bisher zum Hauptbahnhof zentriert sind. Es mag zwar sein das die Mehrheit in die Innenstadt will, es gibt aber nicht wenige die vom Westen in den Osten und umgekehrt zur Arbeit fahren. Dieses weil es keine Tangentialverbindungen auf der Schiene gibt. Die Busverbindungen sind nicht attraktiv.
    Hier wäre ein Stadtbahn sinnvoll. Zudem ist eine U Bahn teurer und der Bau dauert länger. So wie in HH die Verkehrspolitik derzeit ist, wird Hamburg auch im Jahre 2030 noch im schienengebundenen ÖPNV anderen Großstädten z.B. Berlin, München, Hannover, Frankfurt, Köln hinterher hängen.

  5. Wenn ich mich richtig erinnere, war auch mal für die City Nord zusätzlich oder anstatt der Anbindung an die U1 die Anbindung an die S1 (Rübenkamp) angedacht. Ist das nicht mehr vorgesehen? Das wäre eigentlich ein guter Knotenpunkt.

  6. Kann man irgendwo die Machbarkeitsuntersuchung oder wenigstens die PPT von der Pressekonferenz ansehen? Auf hamburg.de ist dazu leider nichts zu finden.

      1. Es ist schade, dass der Bericht noch immer nicht online ist.

        Erstens, weil die Bürgerbeteiligungsseite schon startete, niemand aber die Planung nachlesen kann, über die man mitreden soll.

        Zweitens: Laut Hamburger Transparenzgesetz sollen Gutachten wie diese Machbarkeitsuntersuchung „unverzüglich“ in das Transparenzportal eingestellt werden (§ 3 (1) Punkt 8 HmbTG i.V.m. § 10 (1) HmbTG).

  7. Wie ich aus den Plänen ersehen kann, ist eine Vernetzung von S-Bahn und U 5 an der S-Bahnstation Stellingen vorgesehen. Macht es da nicht Sinn, den neuen Fernbahnhof statt am Diebsteich nicht auch gleich An der S-Bahnstation Stellingen zu bauen?
    Aus meiner Sicht würde der Hauptbahnhof damit bestimmt mehr entlastet und die Netzwirkung erheblich erhöht. Wenn ich mir ansehe, wieviele Gleise dort vorzufinden sind, müßte dies doch möglich sein.

  8. Und wann genau habt ihr vor die U4 durch Wilhelmsburg und Harburg zu führen? Der Süden ist garnicht an die U-Bahn angebunden und die S3/S31 reicht einfach nicht mehr aus.
    Außerdem sind die Busse sind komplett überfüllt und stehen in Harburg (Moorstraße, Harburger Ring) immer im Stau. Die Busse in Wilhelmsburg und Harburg sind außerdem nicht an die S-Bahn angepasst, man muss teilweise nachts 20min auf den Bus warten, weil dieser genau dann abfährt, wenn die S-Bahn ankommt.
    Außerdem wird keiner aus dem Süden Elbbrücken umsteigen, um zum Hbf zu kommen.
    Eine Lösung für die Probleme wäre (wie gesagt) eine Verlängerung der U4 nach Wilhelmsburg und Harburg. Wenigstens eine Anpassung der Zeiten nachts an die S-Bahn wäre gut.

    1. Die Haltestelle Elbbrücken ist so gebaut, dass diese Verlängerung Richtung Süden mit relativ geringem Aufwand möglich ist. Derzeit gibt es dazu aber keine konkreten Planungen. Harburg hat bereits mit der S-Bahn einen Schnellbahnanschluss. Damit würde eine U-Bahn in Konkurrenz zur S-Bahn treten. Mit der U5 wollen wir vor allem aber auch Gebiete anschließen, die noch gar nicht an eine Schnellbahn angeschlossen sind.

  9. 2 Fragen.
    1) Die Haltestelle „City Nord“ ist an Wochentagen sicher sinnvoll; wäre an Feiertagen/Events und am Wochenende die Haltestelle „Stadtpark / Planetarium“ als Zusatzhalt nicht auch zu Prüfen?

    2) Es gibt diverse Quellen, dass die Bahnsteige am Hbf Nord nicht mehr zu nutzen seine, da im Norden der Haltestelle Gebäude gebaut wurden, die zu tief in die Tiefe gebaut wurden, die einen Tunnel Richtung Norden unmöglich machen sollen?

    1. 1. Planungen für solch eine zusätzliche Haltestelle gibt es nicht. Der Stadtpark ist ohnehin schon recht gut von Schnellbahnen rund herum erschlossen. Die Haltestelle City Nord erschließt mehr als 30.000 Arbeitsplätze.
      2. Die weitere Planung wird zeigen, wie die bestehenden Bahnsteige für die U5 genutzt werden können. Das wird ein besonders „harter Brocken“ und würde natürlich einen Umbau bedeuten. Details dazu gibt es bisher noch nicht. Sobald ich da mehr weiß, wird das hier sicherlich wieder Thema werden.

      1. Ja, Hbf Nord müsste generell umgebaut werden, um die Umsteigefunktion zwischen den Linien problemlos zu gewährleisten. Mit den jetzigen schmalen Bahnsteigen und den wenigen Durchbrüchen zu den ungenutzten Röhren ist das vermutlich beim heutigen Fahrgastandrang nicht zu schaffen und würde auch mit dem Sicherheitskonzept kollidieren. In den 1970ern, als die Haltestelle gebaut wurde, wäre das sicher noch möglich gewesen. Am besten, es wird die Röhrenstruktur von Hbf Nord aufgehoben und durch eine helle und geräumige Bahnsteighalle wie bei Jungfernstieg U2/U4 ersetzt.
        Für die Umbauphase bietet sich die provisorische Nutzung einer der brachliegenden Röhren und der benachbarten heute genutzten an (mit notwendiger Gleisverschwenkung), während das andere „Pärchen“ zur Halle umgebaut wird.

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