Warum auch für Kinder plötzlich die 3G-Regel in Bus und Bahn gilt

Seit Ende November gilt in den Öffis per bundesweitem Gesetz die 3G-Regel. Mitfahren darf in Bus und Bahn also nur noch, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Einzige Ausnahme bislang: Schulkinder. Denn diese wurden und werden in der Schule ohnehin regelmäßig getestet. Und genau diese Ausnahme wird jetzt für die Ferien ausgesetzt, das Infektionsschutzgesetz entsprechend angepasst.

Aber was heißt das jetzt eigentlich genau? Und wie geht unser Prüfdienst damit um?


Kinder, die in die Schule gehen, wurden dafür mehrmals in der Woche getestet. Dadurch konnten sie bisher unter eine Ausnahme für die 3G-Regeln in Bus und Bahn fallen. Denn weil sie für die Schule eh getestet wurden, mussten sie keinen separaten Nachweis für die Fahrt mit den Öffis erbringen.  Doch jetzt stehen die Ferien vor der Tür und die regelmäßigen Tests durch die Schule fallen weg. Deshalb gilt in den Ferien nun auch für Schulkinder die 3G-Regelung. Selbsttests sind dabei laut Gesetzgeber nicht ausreichend, es müssen tatsächlich auch bei Kindern zertifizierte Tests von offiziellen Stellen her.

Und jetzt? Werden Kinder künftig stehen gelassen oder raus geworfen, wenn sie ohne Testnachweis unterwegs sind?

Auch wenn das Gesetz hier eine klare Sprache spricht, geht der Prüfdienst natürlich mit Augenmaß vor und wird keine kleinen Kinder bei fehlendem Test vor die Tür setzen. Einen Hinweis an die Kids zur Weitergabe an die Eltern muss aber natürlich sein.

Übrigens: Bei Jugendlichen, denen zuzutrauen ist, dass sie sich selbstständig um einen Test kümmern können, sieht das schon etwas anders aus. Sie können ohne 3G-Nachweis nicht einfach weiter mitfahren. Natürlich werden die Kolleg*innen auch hier je nach Situation entscheiden, ob sie jemanden von der Fahrt ausschließen oder zumindest noch die Rückfahrt nachhause ermöglichen.


Eins ist klar: Die aktuelle Lage ist wirklich nicht leicht und stellt auch die Kolleg*innen vom Prüf- und Sicherheitsdienst vor echte Herausforderungen. Am Ende geht es aber wieder vor allem um eines: Alle sollen möglichst unbeschadet durch die Pandemie kommen. Wenn jede*r seinen Beitrag dazu leistet und alle ihr Bestes geben, kommen wir auch durch diesen Winter.

Kommentieren

17 Kommentare zu: Warum auch für Kinder plötzlich die 3G-Regel in Bus und Bahn gilt

  1. Nachdem ich eben ein super „tolles „Gespräch hatte mit einem Mitarbeiter der Hochbahn,muss ich es nun mitteilen…ich bin bzw war ein Abo Kunde,der sich in einem absolut frechen Tonfall nieder machen lassen musste,von einem Beschwerde Mitarbeiter.Ich wollte nur hinweisen ,daß auf der Buslinie 250 und 251 täglich die Busse total überfüllt sind ,viele Jugendliche sich nicht um die Maskenpflicht kümmern und den Busfahrern ist das auch egal.Pandemie hin oder her, doch ich bin echt so doof,zahle brav mein Abo trage Ffp2 Maske, und Menschen ohne Fahrkarte,und mit runtergelassener OP Maske lachen sich kaputt.Wo sonst ist das Risiko sich anzustecken größer,als beim HVV im Bus? KEINE Kontrollen(Nie erlebt in 2 Jahren) und Kuscheln Gratis. ERGO,ICH KÜNDIGE MEIN ABO !!!!

    1. Ich kann den Vorfall von hier aus leider nicht nachvollziehen, bedauere aber, dass Sie verärgert sind. Generell kann ich Ihnen sagen, dass im gesamten hvv-Netz 750 Mitarbeiter*innen des Prüf- und Sicherheitsdiensts unterwegs sind, um die Einhaltung der (FFP2-)Maskenpflicht sowie der 3G-Regel zu kontrollieren. Die Kolleg*innen beobachten seit Wochen, dass die Einhaltung der allgemeinen Maskenpflicht bei über 95% liegt. Mit der Wiedereinführung der FFP2-Maskenpflicht verstärkt die Hochbahn diesbezüglich wieder ihre Durchsagen an Haltestellen und in Fahrzeugen, um die Fahrgäste daran zu erinnern. Hier noch ein aktueller Artikel zur Sicherheit in Bussen: https://dialog.hochbahn.de/allgemein/wie-sicher-ist-busfahren-in-der-pandemie/

  2. Moin,

    Gilt für den Prüfdienst bzw. für die Fahrgastbetreuer in den Regio-Zügen in HH und Niedersachsen auch die Ffp2-Maskenpflicht?

    1. Grundsätzlich besteht auch für Kolleg*innen mit direktem Kund*innenkontakt eine Maskenpflicht. Für den Prüf- und Sicherheitsdienst ist das Tragen von FFP2-Masken aber nur empfohlen und nicht vorgeschrieben. Hintergrund ist, dass bei regulären Schichten die empfohlene Tragezeit für eine FFP2-Maske überschritten werden würde. Die Kolleg*innen der Hochbahn-Wache haben sich aber so organisiert, dass sie durchgehend FFP2 tragen. Im Falle der Regio-Züge müssten Sie bei der DB nachhaken.

  3. Sehr geehrte Hochbahn,
    ich habe zwei ernst gemeinte Fragen:
    a.) ist Ihnen bewusst, dass die Bettelei in Ihren U-Bahn-Waggons von Woche zu Woche zunimmt und es immer schlimmer wird ?
    b.) gibt es eigentlich eine Art Sicherheitspersonal in Ihren Zügen oder handelt es sich um rechtsfreie Räume ?

    Bitte entschuldigen Sie die harsche Formulierung, aber ich halte diese Zustände echt nicht mehr aus. Ich würde mich über eine Antwort freuen.

    1. Das Betteln ist in unseren Anlagen und Fahrzeugen nicht erlaubt und natürlich auch gerade in Zeiten von Corona problematisch. Grundsätzlich gilt: Wenn sich ein Fahrgast gestört fühlt, kann er/sie das jederzeit bspw. per Infosäule melden. Dann schaut die Hochbahnwache sich die Situation an. Gerade bei Obdachlosen geht sie insbesondere bei den aktuellen Witterungsbedingungen aber natürlich mit Augenmaß vor und schaut in erster Linie, ob die Menschen Hilfe benötigen. In diesem Zusammenhang möchten wir hier auch ein bisschen sensibilisieren: Wir verstehen zwar, dass Fahrgäste möglichst ungestört den ÖPNV nutzen möchten. Gleichzeitig geht es hier aber um Menschen, die nicht freiwillig ohne Obdach leben und denen wir auch menschlich begegnen sollten. Täglich sind im gesamten hvv-Netz 750 Mitarbeiter*innen des Sicherheits- und Prüfdienstes unterwegs. Fest steht aber, dass sie nicht überall gleichzeitig sein können.

  4. Liebe Pia,
    ich bin konsterniert über die Situation in Ihren Zügen. Es wird stets aggressiv gebettelt. Es ist kein Sicherheitspersonal zu sehen. Es kann doch nicht sein, dass ich die ganze letzte Woche U-Bahn gefahren bin – mal Bettler, mal Obdachlose ohne Maske, mal stark Alkoholisierte – ABER NICHT EIN EINZIGES MAL EINE FAHRKARTENKONTROLLE ODER EIN SICHERHEITSTEAM. Diese Zustände sind für mich nicht mehr hinnehmbar, sodass ich lieber auf Taxi und CarSharing zurückgreife.
    Solche Zustände herrschen weder in Berlin, noch in München und Frankfurt.

    1. Das Betteln ist in unseren Anlagen und Fahrzeugen nicht erlaubt und natürlich auch gerade in Zeiten von Corona problematisch. Grundsätzlich gilt: Wenn sich ein Fahrgast gestört fühlt, kann er/sie das jederzeit bspw. per Infosäule melden. Dann schaut die Hochbahnwache sich die Situation an. Gerade bei Obdachlosen geht sie insbesondere bei den aktuellen Witterungsbedingungen aber natürlich mit Augenmaß vor und schaut in erster Linie, ob die Menschen Hilfe benötigen. In diesem Zusammenhang möchten wir hier auch ein bisschen sensibilisieren: Wir verstehen zwar, dass Fahrgäste möglichst ungestört den ÖPNV nutzen möchten. Gleichzeitig geht es hier aber um Menschen, die nicht freiwillig ohne Obdach leben und denen wir auch menschlich begegnen sollten. Täglich sind im gesamten hvv-Netz 750 Mitarbeiter*innen des Sicherheits- und Prüfdienstes unterwegs. Fest steht aber, dass sie nicht überall gleichzeitig sein können.

  5. Ein Hinweis meinerseits: In der Mönckebergstraße fehlen immer noch die Fahrgastinformationssysteme. Bei solch wichtigen Haltestellen hätte ich sie mir gerne gewünscht. Werden sie wieder eingebaut?

    VG

    1. Ja, sie werden auf jeden Fall wieder eingebaut. Zunächst müssen sie wieder mit Strom versorgt werden. Das wird aber zeitnah passieren 🙂

  6. Moin moin,

    danke für die Infos. Was macht die Hochbahn denn eigentlich mit bei Kindern erhobenen 80 EUR Strafe bei Verstoß gegen die 3G-Pflicht? Wird das gespendet oder fließt das Taschengeld in euer Defizit?

    Viele Grüße

    1. Die Hochbahn-Wache geht, wie im Beitrag beschrieben, insbesondere beim Umgang mit Kindern mit Augenmaß vor. Aber wenn z.B. Eltern dabei sind, kann es je nach Situation auch dazu kommen, dass für das Kind 80€ erhoben werden. Es wird nicht gespendet.

  7. Wie hoch sind derzeit die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vorkrisenniveau? Ich habe das Gefühl, es geht wieder nach unten.

    1. Wir waren bei etwa 70-75%. Inwieweit sich die Fahrgastzahlen jetzt aber durch die Kontaktbeschränkungen und Home Office wieder verringern werden, können wir noch nicht sagen.

      1. Wie sieht es eigentlich mit dem automatischen Öffnen der Türen beim DT4 und DT5 aus? So weit ich weiß, gibt es ja bereits EUS/KI, die automatisch die richtige Türseite öffnet und dadurch menschliche Fehler verhindert .

        Leider machen auch Busfahrer die Türen immer seltener/gar nicht mehr (?) zentral auf. Vielleicht könnte man alle noch einmal sensibilisieren, auch wegen der aktuellen Inzidenz. Dann würden sich sicherlich wieder mehr Fahrgäste (inkl. mir) sicherer fühlen.

        Vielen Dank, Pia.
        Viele Grüße Markus

      2. Bislang gibt es noch keine Lösung für das automatische Öffnen der Türen in den DT4 und DT5 mit Ausschluss menschlicher Fehler. Die Kolleg*innen sind aber in jedem Fall dran. Vielen Dank für den Hinweis des zentralen Öffnens im Busbetrieb. Ich habe ihn weitergegeben, sodass die Kolleg*innen aus dem Betrieb nochmals sensibilisiert werden.

      3. Im DT4 bringt es schon viel, wenn die Kippfenster geöffnet werden. Wenn möglich setze ich mich da genau in den Luftzug, am besten eine Sitzgruppe in Fahrtrichtung dahinter (oder diagonal von der anderen Fahrzeugseite).
        Beim DT5 sollten aber auch künftig die Kippfenster aufgeschlossen werden, damit man sie öffnen kann. In der gegenwärtigen Jahreszeit spielt die Klimaanlage doch sowieso keine Rolle, und ein (theoretisches) Öffnen der Türen bringt bei diesem Typ auch keinen Luftaustauschprozess, da die sich in nullkommanichts sofort wieder schließen.

Schreibe einen Kommentar