3G-Regel in Bus und Bahn: Wie das gehen soll

Seit letzter Woche ist es bundesweit entschieden: Wer mit Bus und Bahn fahren will, der muss gegen Corona geimpft, aktuell getestet oder genesen sein. Damit kommt in unseren Fahrzeugen, neben der Maskenpflicht, eine weitere Maßnahme im Kampf gegen das Virus hinzu.

Was irgendwie einleuchtend ist, ist auf den zweiten Blick jedoch ziemlich kompliziert für uns (und alle anderen Verkehrsunternehmen). Denn: Wie, wo und wer soll das eigentlich kontrollieren?


Kontrolle im Rahmen der regulären Fahrkartenkontrollen

Unsere Lösung: Die 3G-Nachweise werden ab sofort im Rahmen der regulär stattfindenden Fahrkarten- und Maskenkontrollen überprüft. Auch klar ist, dass wir hier nur Stichproben durchführen können. Denn durch die zusätzlichen Kontrollen verlängert sich der Prüfvorgang. Im Grunde ist das also eine ganz einfache Abwägung: Wir könnten alle Fahrgäste in einem Wagen auf Maske, Ticket und 3G prüfen, dafür benötigen wir aber deutlich mehr Zeit, können also insgesamt weniger Fahrgäste bzw. Wagen oder Busse prüfen. Es wird also immer ein Abwägen der Prüferinnen und Prüfer sein, ob es eine „Vollkontrolle“ von Maske, Ticket und 3G ist – oder ob nur Maske und gegebenenfalls das Ticket kontrolliert wird.

Außerdem ist es ganz schön kompliziert, die vielen verschiedenen Nachweise im Zusammenhang mit Corona zu kontrollieren. Der eine hat einen Impfpass in Papierform, der nächste digital, Testnachweise gibt es auch von verschiedensten Stellen und dazu kommen Nachweise von z.B. Touristen, die wiederum noch anders aussehen. Eine ganz schöne Herausforderung also insgesamt.

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, wie Stichproben helfen sollen? Eigentlich ganz einfach. Nehmen wir mal ein vergleichbares Beispiel: die Geschwindigkeitsbegrenzung. Jeder kennt die Schilder, die das entsprechend erlaubte Tempo angeben. Und meistens hält man sich da ja dran😉 Aber manchmal eben nicht. Wer das tut, der geht bewusst das Risiko ein, sich und andere zu gefährden, aber auch geblitzt zu werden. Hier weißt du ja schließlich auch nicht immer, wo du geblitzt werden könntest (außer es ist ein fest installierter Blitzer). An der nächsten Ecke könnte schließlich die Polizei mit der Radarmessung stehen. Wer trotzdem zu schnell fährt, der geht also wissentlich das Risiko ein, erwischt zu werden und ein Bußgeld bezahlen zu müssen. Und auf genau diesen Effekt setzen auch die 3G-Kontrollen in Bus und Bahn. Das machen übrigens nicht nur wir so, sondern nahezu alle Verkehrsunternehmen in Deutschland.


Keine flächendeckenden Zugangs- oder Abgangskontrollen  

Warum aber nicht einfach an jeder Haltestelle und auf jedem Fahrzeug eine Kontrolle machen?

Was als Idee erst mal super klingt, scheitert schnell an der praktischen Umsetzung. Denn zählen wir mal durch, kommen wir auf 92 U-Bahn-Haltestellen mit teils mehreren Ausgängen und über 3.000 Bushaltestellen im hvv. Woher sollen all die Prüfer*innen kommen, die hier überall und zu jeder Zeit stehen und kontrollieren?! Eben! Dafür haben wir einfach nicht genügend Leute. Und außerdem würde das wieder zu Ansammlungen unserer Fahrgäste führen, die wir ja gerade auch lieber vermeiden wollen. Das heißt aber natürlich auch, dass wir eben in Kauf nehmen müssen, dass es trotzdem Leute gibt und geben wird, die sich eben nicht an die Regel halten. Einen abschreckenden Effekt wird es aber immerhin durch die Strafe haben. Und das ist auch richtig so.


Wer erwischt wird, der muss zahlen

Wie auch bei fehlender Fahrkarte oder nicht getragener Maske: Ohne 3G-Nachweis wird es teuer. Wie hoch genau der Betrag sein wird, wird noch verhandelt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es wohl mehr kosten wird als die vergessene Maske. Und auch das finde ich richtig, denn was mir noch ganz wichtig ist: Wir sind alle müde von dieser ganzen Corona-Thematik. Und keiner, erst recht nicht unser Prüfdienst, will irgendjemandem etwas Böses. Aber heute, mehr als sonst sowieso schon, kommt es meiner Meinung nach einmal mehr auf uns alle an. Lasst uns aufeinander Acht geben und Rücksicht nehmen. Bleibt Zuhause, wenn ihr es nicht müsst, und wenn ihr doch unterwegs seid, dann habt eure Nachweise dabei. Ich weiß ganz sicher, dass meine Kolleg*innen immer auch mit Augenmaß unterwegs sind.

Und vor allem: Bleibt gesund.

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21 Kommentare zu: 3G-Regel in Bus und Bahn: Wie das gehen soll

  1. Ich bin am Freitag 21.01.2022 zum ersten Mal seit Einführung der 3G-Pflicht am 24.11.2021 in einem öffentlichen Verkehrsmittel auf 3G-Nachweis kontrolliert worden: VHH und Polizei haben in der Früh-HVZ eine umfassende Masken- und 3G-Razzia am Bahnhof Norderstedt-Mitte durchgeführt: Zuerst hat die Polizei die Masken und 3G-Nachweise kontrolliert, anschließend hat die VHH die Fahrausweise kontrolliert. Vertragsstrafen hat die VHH keine erhoben, weil die VHH in Schleswig-Holstein (keine FFP2-Maskenpflicht, keine 3G-Vertragsstrafe) nicht mehr machen kann und die Polizei die Bußgelder von 150,- € bereits erhoben hat.
    So ein ähnliches Vorgehen wäre auch bei der HOCHBAHN in Hamburg wünschenswert: Erst macht die Polizei die Corona-Kontrollen und erhebt ggf. die behördlichen Bußgelder, anschließend macht die HOCHBAHN die Fahrausweis-Kontrollen und sieht dann aber von weiteren Vertragsstrafen ab, weil die Corona-Kontrolle bereits durch die Polizei erledigt ist. Sollte die HOCHBAHN-Wache aber ohne Polizei-Unterstützung einen Corona-Verstoß feststellen, sollte die HOCHBAHN künftig verstärkt von der sogenannten Drittanzeige Gebrauch machen. Das heißt, die Feststellung wird in jedem Fall den Behörden gemeldet, so dass der betroffene Fahrgast auch bei fristgerechter Zahlung der Vertragsstrafe zusätzlich mit einem amtlichen Bußgeld-Bescheid rechnen muss. In diesem Fall sollte gelten: Bei Ausweis-Verweigerung erhöhen sich Vertragsstrafe und Bußgeld zusätzlich. Gleiches gilt für Ungeimpfte.

  2. Grundsätzlich finde ich die Kontrollen – ob Fahrkarte und/oder G3 – in Ordnung. Allerdings stören mich die Kontrollen, wie auf dem Titelbild, beim Umsteigen zwischen den Verkehrsmitteln. Kontrollen sollten nur in den Fahrzeugen erfolgen.

    Begründung: In der Fahrplanauskunft werden oft sehr kurze Umsteigezeiten genannt. Es ist mir schon diverse male passiert dass sich vor der Kontrolle ein Rückstau bildete und der geplante Anschlus nicht mehr erreicht werden konnte. Im Einzelfall entstanden Verspätungen von bis zu 1 Stunde am Ziel (Beispiel: Kontrolle an Sternschanze zwischen U-Bahn und S-Bahn. Rückstau. S-Bahn verpasst. Nächste Bahn in 10 Minuten. An Altona den Zug nach Wrist verpasst. Nächster Zug in 60 Minuten. Ähnliche Situationen sind mir auch bei einem späteren Umstieg in Pinnerberg passiert.) Im Bereich der Regionalbahn habe ich bisher Kontrollen ausschließlich IN den Fahrzeugen erlebt. Auf Bahnsteigen oder Ausgängen wurde ich noch nie Kontrolliert.

    MfG Holger

  3. Wie wäre es, wenn die Hochbahn aus ihrem Slogan „HOCHBAHN – mit uns fährt Hamburg gut“ den Slogan „IMPFEN – geimpft fährt Hamburger besser!“ macht?
    Gleiches gilt auch für das Alkohol-Verbot in öffentlichen Verkehrsmitteln:
    „ALKOHOLVERBOT – ohne Alkohol in öffentlichen Verkehrsmitteln fährt Hamburg sicherer!“

  4. Noch ein Punkt.
    Wenn ich kontrolliert werde, dann erwarte ich auch von den Kontrolleuren, dass sie die Maske richtig tragen. Der vorne im Bild kann es auch gleich sein lassen, bei dem auf der linken Seite scheint es auch nicht richtig zu laufen.

  5. Wie wäre es mal mit Interkultureller- Kompetenz? Gerade in bestimmten Gegenden mal ein paar Türsteher auf ihre Art kontrollieren lassen und die Quote der Maskennutzer wird deutlich ansteigen.

    Wäre mal ein Anfang überhaupt kontrolliert zu werden.
    Die Kontrolllen sind auf HVV- App- Niveau!

  6. Die 3G-Regel in Bus und Bahn ist dringend notwendig, denn dadurch kann der gesellschaftspolitische Druck auf Impf-Verweigerer erhöht werden. Aus diesem Grund sollte auch wieder eine FFP2-Maskenpflicht eingeführt werden und die Vertragsstrafe für Masken- und 3G-Verweigerer mit 60,- € genau so viel wie für Fahren ohne gültigen Fahrausweis betragen. Der Unterschied hierbei ist nur, der Masken-/3G-Verstoß kein Strafverfahren nach Strafrecht, sondern ein Bußgeld-Verfahren nach Ordnungswidrigkeiten-Recht nach sich zieht. Der Betrag ist innerhalb von 7 Kalendertragen zu zahlen und reduziert sich bei Nachzeigen eines 2G-Nachweises (Geimpft/Genesen) innerhalb dieser Frist auf 40,- €. Überdies sollten die Verkehrsbetriebe bei nicht fristgemäßer Zahlung der Vertragsstrafe verstärkt die Möglichkeit der sogenannten Drittanzeige bei den Behörden nutzen. Das heißt, amtliche Bußgeld-Verfolgung erfolgt bei Ausweis-Verweigerung, nicht fristgemäßer Zahlung der Vertragsstrafe, direkter Feststellung durch Polizei und Ordnungsamt. Für Ungeimpfte höher als für Geimpfte!

  7. Kurze Frage:
    Wie kontrolliert ihr? In der Presse sah das so aus, als wenn die Hochbahnwache bloß per Augenschein checkt. Können Hochbahner QR-Codes mit bloßem Augen lesen und die kryptographische Signatur auf Validität checken? Ich würde diesen begabten Kollegen gern ein Jobangebot machen.

    1. Die Hochbahn hat mich per QR-Code Augenschein kontrolliert. Kein CovPass, keine Ausweiskontrolle. Würde man den Fahrausweis in gleicher Qualität kontrollieren, käme man mit einem vergilbten Penny-Bon von Oma Annelieses letztem Einkauf 2009 durch. Noch besser war die S-Bahn Wache. Der reichte es, das Handy aus der Tasche zu holen. Der Prüfer ging in dem Moment weiter, als das Gerät in der Hand war.

      Wenn die Verkehrspolitik entdeckt, wie problemlos die Corona-Bekämpfer ihre Potemkinschen Dörfer aufziehen, haben wir sicher bald eine Straßenbahn. Gleis auf die Straße malen und 1-2 Busse bekommen einen Stromabnehmer ins Nirgendwo, fertig 😀

  8. Moin Moin allerseits,

    Warum nehmt ihr Ungelmpften und Ungetesteten die Möglichkeit, mit dem Bus zum Impfen zu fahren? Ich möchte mich gerne Impfen und Testen lassen, aber ich habe keine Möglichkeit nach Harburg zu fahren, um mich Impfen zu lassen. Ich wohne in Marmstorf und muss mit dem 245er oder 345er erst zur Moorstraße fahren um im Pfoenix Center mich Impfen zu lassen. Hier gibt es keine Möglichkeit sich Testen und Impfen zu lassen.

    Dank dieser Scheiss 3G Regel ist das nun nicht mehr möglich.

    Warum gibt es keine Ausnahmen?

    Allen einen schönen Tag noch. Und entschuldigt bitte meinen Ausdruck.

    Bleibt gesund.

    1. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Nun ist Kreativität gefragt: Arzt in der Nähe finden oder mit dem Taxi oder Fahrrad fahren.

    2. Ey, du hattest etwa ein halbes Jahr Zeit dich impfen zu lassen! Je nach priorisierung fast ein Jahr! Gehe doch zu Fuß oder nimm das Taxi oder Rad!

  9. Moin,

    Ist ja alles gut und schön mit 3G. Aber wie sollen Ungeimpfte und Ungetestete jetzt zum Impfen und Testen hinkommen? Ohne den ÖPNV?

    Warum gibt es keine Ausnahmen?

    Ich wohne in Neuenfelde und hier gibt es keine Möglichkeit sich Testen oder Impfen zu lassen. Dazu müsste ich nach Harburg fahren. Aber das geht nun nicht mehr.

    Unmöglich finde ich das !!!!!

    Die sagen immer, lasst euch Impfen. Aber es werden sich keine Gedanken gemacht, wie man ohne Auto dahin kommen soll.
    Stattdessen ist 3G gekommen.

    Wie soll ich jetzt nach Harburg kommen, um mich Impfen zu lassen?

    Dann bleibe ich eben Ungeimpft und Ungetestet.

    Einen schönen Tag euch allen.

    Bitte bleibt gesund.

    1. Ich kann den Ärger darüber persönlich voll verstehen. Aber die HOCHBAHN kann leider nicht dafür verantwortlich sein, wie sich der/die Einzelne an geltendes Recht hält.

      1. Der Herr hatteje nach Alter fast ein Jahr Zeit sich impfen zu lassen. Bei der Dummheit braucht es kein Mitleid mehr.

  10. Vorweg:
    Ich bin doppelt geimpft und habe auch schon meinen Boostertermin, halte mich an die Corona-Bestimmungen und setze bei besonders kritischen Phasen (wie jetzt wieder) und Örtlichkeiten lieber zwei FFP2-Masken übereinander auf. Außerdem bin ich im Homeoffice, um mich dieser ganzen Situation möglichst zu entziehen.

    Aber:
    Warum kommen zwar immer nur die völlig richtigen Forderungen an die Fahrgäste? Wie sieht es mit der Gegenleistung des >hvv und der Verkehrsunternehmen aus in diesem schon sehr teuren Verkehrsverbund? Warum werden wir immer noch mit vollen Bussen abgespeist? Warum muss gerade jetzt weit über ein Jahr lang eine wichtige U-Bahn-Linie in einem sehr wichtigen Abschnitt ohne vernünftigem Ersatz gesperrt werden? Warum wurde nicht schon von Anfang an in bestimmten „Klientelbereichen“ verstärkt auf die Einhaltung der Maskenregeln geachtet? (Ich nehme z.B. von Farmsen nach Tonndorf immer die Linie 167 anstelle der 27, auch wenn ich wegen des schlechteren Taktes länger warten muss und mir die neue „unterirdische“ >hvv App diese Verbindung gar nicht mehr anzeigt.)

    Es ist mir schon klar, dass die ganzen jahrzehntelangen Fehler und Versäumnisse in der Verkehrspolitik dieser Stadt nicht sofort behoben werden können. Aber etwas sollte schon gegengesteuert werden.
    Ach, ich vergaß ganz: Es muss ja jetzt gerade jede Menge Geld für eine absolut unwichtige Designänderung verbrannt werden.

  11. Die 3G-Regel ist definitiv richtig, gerade angesichts neuer Mutationen.

    Die Auffassung, dass die Vertragsstrafe bei Verstoß hiergegen höher ausfallen muss als bei der Maskenpflicht, teile ich nicht. M. M. nach muss es für beide Verstöße hohe Vertragsstrafen geben. 40 Euro für Maskenverweigende (und 3G-Muffel) sind definitiv zu wenig, gerade wenn diejenigen Personen gut verdienen. Deshalb plädiere ich für hohe Strafen (beginnend ab 400 Euro), die im besten Fall Einkommensabhängig gestaltet werden. Wurde fahrlässig Maske oder 3G-Nachweis vergessen reicht eine Strafe, wurde vorsätzlich oder wiederholt fahrlässig dagegen verstoßen, sollte außerdem ein Hausverbot erteilt werden, dass entsprechend schwerer sanktioniert wird bei Verstößen.

    Nun haben wir 3G und die Maskenpflicht und der ÖPNV gilt als relativ sicher – aber neue Mutationen sind teilweise schneller ansteckend. Außerdem sind die Fahrzeuge im Gegensatz zum letzten Jahr deutlich voller. Es wird höchste Zeit, dass Luftfilter eingebaut werden, einige ÖPNV-Unternehmen sind hier schon viel weiter (z. B. in Bremerhaven). Außerdem sollte dringend eine Lösung für das automatische Öffnen der Türen gefunden werden. Oder das „alte System“ wieder eingeführt werden und die U-Bahn-Fahrer*innen nochmals gesondert auf Aufmerksamkeit geschult werden, sodass die Wahrscheinlichkeit noch weiter sinkt, fehlerhaft die Türen frei zu geben.

    1. Ich hatte das hier schon mal thematisiert: Was nützt ein zentrales Türöffnen beim DT5, wenn sich sofort die Türen wieder schließen und auch die Kippfenster nicht geöffnet werden können? In einem Fahrzeugtyp, in dem man sich wegen der ungünstigen Raumaufteilung den anderen Fahrgästen kaum entziehen kann. Ich meide den DT5 so gut es geht. Auf der U1 geht das, auf der U3 ist das natürlich nicht möglich, außer man nutzt parallele Alternativmöglichkeiten.

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