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„Die meisten halten sich dran, aber…“ – Kolleg*innen berichten von vorderster Front

Unser aller Alltag hat sich in den letzten Monaten verändert. Anfang des Jahres wusste noch keiner, wie uns die Corona-Krise betreffen wird. Jetzt, Monate später, stehen Masken und Abstand halten auf dem täglichen Programm. So lautet zumindest die Theorie. Aber wie sieht es eigentlich in der Praxis aus? Halten sich alle Fahrgäste an die Maskenpflicht? Wie geht die HOCHBAHN-Wache bei der Durchsetzung vor? Und warum sagen manche Busfahrer nichts, wenn jemand mit falsch sitzender Maske einsteigen will? 

Wir haben mit Kolleg*innen gesprochen, die jeden Tag an vorderster Front sind. Sie bringen uns sicher von A nach B oder sorgen dafür, dass die Maskenpflicht eingehalten wird. Und so erleben sie gerade den Alltag: 

Hochbahnblog Maskenpflicht Cem Hochbahnwache

Cem, HOCHBAHN-Wache: „Die meisten Fahrgäste sind freundlich und halten sich auch an die Maskenpflicht. Spätestens seit Einführung der Vertragsstrafe hat die Tragequote auch nochmal deutlich zugenommen.

Was wir natürlich trotzdem immer mal wieder sehen, sind Fahrgäste, die die Maske unter der Nase oder unter dem Kinn hängen haben. Gerade wenn sie eine Haltestelle betreten. Wenn wir sie dann ansprechen, setzten sie die Maske aber sofort auf und entschuldigen sich meistens sogar. Dann merken wir, dass dahinter keine böse Absicht steckt. Sie haben es einfach nur vergessen, weil sie gerade gestresst oder abgelenkt sind. Was wir natürlich nicht verhindern können, ist das jemand die Maske wieder runterzieht, sobald wir außer Sichtweite sind. Wie soll das auch gehen? Aber auch hier hat uns die Vertragsstrafe weitergeholfen. Die Fahrgäste haben eine noch höhere Sensibilität für das Thema und letztendlich will ja niemand das Risiko eingehen und erwischt werden.

Mit dem Argument man wüsste nichts davon, dass man eine Maske tragen muss, braucht es aber keiner bei uns zu versuchen. Die Pflicht gilt schließlich schon seit Ende April und eigentlich hat ja auch fast jeder eine Maske dabei. Allein schon um einzukaufen. Ein Maskenverweiger ist mir persönlich auch noch nicht begegnet.

Ich empfinde die aktuelle Stimmung auch nicht als besonders angespannt oder konfliktgeladen. Klar, wenn wir abends unterwegs sind und auf alkoholisierte Fahrgäste treffen, kann der Ton schon mal ein bisschen rauer werden. Aber auch diese Situationen kriegen wir in der Regel ohne größeren Aufwand gelöst. Es ist ja unser Job im Netz unterwegs zu sein und darauf zu achten, dass sich Fahrgäste an die Beförderungsbedingungen halten. Also zum Beispiel das Rauch- und Alkoholverbot beachten. Mit der Maskenpflicht ist einfach eine weitere Aufgabe dazu gekommen. Wir setzen diese so gut durch wie es geht aber natürlich können wir nicht überall zeitgleich sein.

Was übrigens häufiger vorkommt, ist das Fahrgäste uns auf andere Fahrgäste ohne Maske hinweisen und bitten da jetzt einzuschreiten. Was sie aber nicht wissen ist, dass es sich dabei um Personen handelt, die von der Maskenpflicht befreit sind. Diese haben in der Regel auch immer ein Attest dabei, um das nachzuweisen. Solche Situationen finde ich schon etwas schwierig. Einerseits ist es ja schön, dass die Fahrgäste die Maskenpflicht ernst nehmen und es auch von allen anderen erwarten. Andererseits gibt es aber nun mal eben Menschen, die die Maske nicht tragen müssen. Dafür sollten sie sich nicht beobachtet oder sozial ausgegrenzt fühlen. Letztendlich kann ich nur an alle appellieren, sich weiterhin an die Pflicht zu halten. Man muss keine Strafe zahlen und trägt dazu bei, dass die Krise bald ausgestanden ist. “ 

Hochbahnblog Maskenpflicht Lesley U-Bahn Fahrerin

Lesley, U-Bahn-Fahrerin: „Seit Ende April gilt die Maskenpflicht unter anderem auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zu Beginn der Pflicht wurde die Maske schon von einer Vielzahl der Fahrgäste zuverlässig getragen. Je mehr in den Medien darüber berichtet und die Wichtigkeit des Tragens betont wurde, umso mehr Fahrgäste sind aus meiner Sicht auch zum Tragen der Maske übergegangen. Die Durchsagen auf den Haltestellen und in den Zügen sind dabei sicherlich auch hilfreich zur Erinnerung. 

Mir fällt aber immer wieder auf, dass vereinzelt Personen die Maske unter der Nase tragen und das auch in den Fahrzeugen. Auch auf den Haltestellen sehe ich immer wieder einzelne Fahrgäste oder Gruppen ohne Maske. Sind die Haltestellen nicht überdacht ist die Zahl der Fahrgäste ohne Maske sogar noch höher. Als U-Bahn-Fahrerin ärgert es mich natürlich, wenn ich das sehe und es tut mir für alle anderen Fahrgäste leid, die sich an die Maskenpflicht halten. Deswegen spreche ich an Endhaltestellen, wenn ich mit meiner Fahrt durch bin, Personen ohne Maske auch meistens direkt an. In der Regel setzen sie ihre Maske dann auch auf. Leider gibt es aber auch Situationen, in denen die Maske kurz nach dem Aufsetzen wieder herunter geschoben wird. Auch das ist ärgerlich, lässt sich aber leider nicht komplett verhindern. In meinen Augen sind das aber meist Einzelfälle.

Insgesamt erlebe ich das aktuelle Verhalten der Fahrgäste und das tägliche Miteinander sehr positiv und hoffe, dass es auch so bleibt.“

Hochbahn Blog Maskenpflicht Busfahrer Denis

Denis, Busfahrer: „Der Anteil der Fahrgäste, die korrekte Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, ist um ein Wesentliches größer als der bald verschwindend geringere Anteil der sogenannten “Maskenmuffel“. So beobachte ich es täglich. Aber: Ich sehe auch, dass die Masken in den Bereichen von Haltestellen und insbesondere größeren Busanlagen gar nicht oder falsch getragen werden. Naht eine Kontrolle oder wird man von einer Kollegin oder einem Kollegen aus dem Betriebsdienst angesprochen, rutscht die Maske rasch auf das Gesicht.

Ich persönlich setzte die Maskenpflicht in meinem Bus nicht mit aller Macht durch. Es ist auch nicht unsere Aufgabe und birgt ein viel zu großes Konfliktpotenzial. Wenn sich Fahrgäste über fehlende Masken anderer Fahrgäste beschweren, spiele ich die automatische Ansage ab. Diese wirkt in den meisten Fällen. Wenn die Situation unter Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Aspekte es zulässt, spreche ich diejenigen auch persönlich an – aber mit ganz viel Fingerspitzengefühl, denn der Ton macht bekanntlich die Musik.

Stört es mich persönlich wenn man schludrig mit der Maskenpflicht umgeht? Ja. Manchmal sogar sehr. Weil es einfach nicht in Ordnung und regelrecht respektlos im Verhalten und gegenseitigen Umgang miteinander ist. Aber die Kunst ist es, gelassen und diplomatisch zu agieren. Und wie wir wissen, gibt es auch Menschen die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können. Dies sieht man ihnen per se nicht an und kommt es zu unfairen Diskriminierungen, schreite ich natürlich auch ein. Ich finde alles in Allem kann man mit der aktuellen Entwicklung zufrieden sein und weiter auf baldige Normalität hoffen.“


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8 Kommentare zu: „Die meisten halten sich dran, aber…“ – Kolleg*innen berichten von vorderster Front

  1. Moin,

    kurz zum Thema: Gendern. Ich würd mich freuen, wenn ihr das konsequent hieltet: entweder generisches Maskulinum oder immer eine gegenderte Form, wenn _alle_ Menschen gemeint sind. Ihr mischt das wild.

    Der Fahrgast ist nun unzweifelhaft maskulin, trotzdem ist zwischen „Kolleg*innen“, „Fahrer*innen“ die Rede ausschließlich von den Fahrgästen. Befördert ihr nur Cis-Männer?

    1. Das Wort „Fahrgast“ zu gendern, erachten wir als etwas schwierig…daher haben wir uns entschieden, nur zu gendern, wo auch möglich 😉

      1. „Gästin“ steht sogar im Duden. Also: Fahrgäst*innen oder Fahrgäste und Fahrgästinnen. Meinetwegen auch Fahrgastende 🙂

        https://www.duden.de/rechtschreibung/Gaestin

        Alles andere wäre doch etwas unlogisch: Gendern mit *innen heißt, dass man das generische Maskulinum nicht als adäquate Bezeichnung für ALLE versteht, sondern als Form, die primär oder gar ausschließlich Männer anspricht. Das ist legitim. Aber wenn man sich dazu entscheidet, muss das Ergebnis schlüssig sein. Für mich meint ein Autor (hier in generischer Form!) mit dem maskulinen Plural in gegenderten solchen Texten explizit nur Männer, genauso wie der feminine Plural fast immer explizit nur Frauen meint.

  2. Moin,

    Was nützt mir der Beschwerdeweg, wenn den Busfahrern mehr geglaubt wird, als dem Kunden. Ich habe schon 5 mal eine Beschwerde an die Hochbahn geschrieben. Jedesmal habe ich eine negative Antwort erhalten. Wenn es sich die Hochbahn so leicht macht, und dem Personal mehr glaubt als dem Kunden, dann lohnt sich eine Beschwerde gar nicht. Jetzt sollen auch noch falsche Befreiungen im Umlauf sein. Jetzt wird es bestimmt noch schwieriger sein, Bus zu fahren.

    Allen einen schönen Tag.

    1. Solange Sie ein offizielles Attest im Original vorzeigen können, ist die Mitfahrt ohne Maske möglich. Sollte es doch mal Probleme geben, können Sie sich nach wie vor an feedback@hochbahn.de wenden. Auch, wenn Sie den Eindruck haben, das würde nichts bringen, kann ich Ihnen versichern, dass die Kollegen dort der Sache nachgehen.

  3. Moin,

    Ist ja alles gut und schön, die Sache mit der Maskenpflicht. Aber eins verstehe ich nicht, ich bin von der Maskenpflicht befreit, habe ein ärztliches Attest, was ich immer mitführe, aber dann verweigern mir die Busfahrer die Mitfahrt, weil die Busfahrer die Befreiung nicht anerkennen. Dann heißt es für mich warten auf den nächsten Bus, mit der Sorge ob ich mitfahren kann oder nicht. Das finde ich nicht in Ordnung. Aber meistens habe ich keine Probleme bei der mitfahrt. Es gibt einige Busfahrer, die sich weigern, Fahrgäste ohne Maske, aber mit Befreiung zu befördern. Denen sollte man beibringen, Fahrgäste ohne Maske aber mit Befreiung auch zu befördern.

    Hoffentlich verschwinden die Masken bald, damit ich keine Angst mehr haben muss, werde ich nun befördert oder nicht.

    Allen einen schönen Tag.

    1. Hallo,
      wenn unsere Fahrer*innen Sie nicht mitnehmen möchten, obwohl sie von der Maskenpflicht befreit sind und ein entsprechendes Attest vorliegen haben, wenden Sie sich bitte mit konkreten Liniendetails an feedback@hochbahn.de
      Die Kolleg*innen können das Ganze dann nach verfolgen.

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