Der HVV – geht das auch in einfach?

„Bus und Bahn sind im Hamburg am teuersten“, so las es sich heut früh in der MOPO. Rainer Vohl, Sprecher vom HVV, kam auch zu Wort – und trotzdem blieben einige Fragen offen. Darum hab ich ihn mir mal geschnappt und nachgefragt: Was steckt eigentlich hinter diesem HVV-Tarifungetüm und warum geht das nicht einfacher? Mein gesammeltes Wissen gibt es nun hier:

1. Warum sind Bus und Bahn in Hamburg teurer als in anderen deutschen Großstädten?

Das ist ein echt schwieriges Thema: Wie vergleichbar sind komplizierte Tarife? (ja – nicht nur in Hamburg ist das Tarifsystem kompliziert). Je nachdem, welches Beispiel ich herausgreife, sind Busse und Bahnen in Hamburg mal teurer, mal günstiger als in anderen Städten. Aber klar ist: Hamburg ist wirklich nicht die günstigste Stadt, wenn es um Busse und Bahnen geht. Und das hat auch nichts mit Großstadt zu tun, denn es gibt Großstädte wie Rom oder Wien, in denen man deutlich billiger fahren kann. Aber man muss eben auch schauen, was man für den Preis bekommt. Im HVV sind das neue Fahrzeuge, neue Strecken, neue Angebote, doch sehr saubere und sichere Anlagen – und all das kostet eben. Klar gibt es auch – gerade in unseren Social Media Communitys – immer wieder mal Stimmen, die bei neuen Angeboten kontern: Sie bräuchten die gar nicht, der HVV sollte lieber die Preise senken. Aber mal ganz ehrlich: Wer will denn alte, unsichere Fahrzeuge und verdreckte Haltestellen haben – doch wohl keiner.

Wenn in Hamburg Busse und Bahnen teurer als in anderen Städten wie z.B. Wien oder Rom sind, dann deshalb, weil hier der Kostendeckungsgrad im HVV höher ist. Heißt im Klartext: Die Unternehmen können aus ihren Fahrgeldeinnahmen einen großen Teil ihrer Kosten decken – bei der HOCHBAHN um die 90 %. Das erspart dem Steuerzahler eine Last, mit der er ansonsten die niedrigeren Fahrpreise subventionieren müsste. Jetzt kann man darüber streiten, ob das richtig ist – aber: es ist eine politische Entscheidung, die weder der HVV noch die Verkehrsunternehmen treffen oder zu treffen haben.

Aber auch hier mal ganz ehrlich: Weshalb sollten bei knappen öffentlichen Kassen gerade Busse und Bahnen stärker subventioniert werden? Dann könnte man ja auch niedrigere Preise für Gas, Wasser und Strom fordern. Wieder andere würden eine Senkung der Mineralölsteuer fordern, damit Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, auch unterstützt werden. Nur einfach zu fordern, der HVV solle seine Preise senken, ist da doch echt zu kurz gesprungen. Denn irgendwoher muss das Geld schließlich kommen.

Dass in der Mopo-Umfrage 83% finden, der HVV sei zu teuer, überrascht uns wirklich nicht. Ganz überspitzt könnte man aber auch fragen: Sollte Speiseeis im Sommer nicht günstiger sein?!

2. Warum sind kurze Fahrten in der Innenstadt im Verhältnis teurer als längere Fahrten ins Umland?

Dass es Preisunterschiede je gefahrenen Kilometern gibt, ist, glaube ich, allen klar. Wenn ich von Großhansdorf in die Innenstadt fahre, ist der Kilometerpreis deutlich niedriger als bei einer Fahrt vom Hauptbahnhof bis zum Rathaus. Weshalb ist das so? Der HVV funktioniert in Tarifzonen und nicht per Kilometerabrechnung. Dass da Unterschiede entstehen, ist irgendwie klar. Aber wäre denn der Kilometerpreis wirklich der richtige Maßstab. Der Zug ist da – egal, ob ich ihn für kurze oder längere Strecken nutze. Und auch für die Möglichkeit, das Angebot immer zu nutzen, zahle ich eben einen Teil mit meinen Tickets. Dass dies eher auf die Köpfe der Fahrgäste als auf die vom Fahrgast gefahrenen Kilometer umgelegt wird, kann ich auch nachvollziehen.

Aber ich habe noch einen anderen Punkt, auch wenn das vom HVV so wahrscheinlich gar nicht beabsichtigt ist: Wenn der Preis auf langen Strecken für Pendler etwas günstiger ist, dann lassen die auch eher ihr Auto stehen und belasten damit nicht die Umwelt bzw. die Innenstadt. Dass Leute wegen etwas höherer Innenstadtpreise nun mit ihrem Auto in der Innenstadt hin und her fahren, sehe ich dagegen eher nicht. Also das macht in meinen Augen auch Sinn – auch wenn so gar nicht beabsichtigt.

3. Warum ist das Tarifsystem insgesamt so kompliziert und ungerecht?

Auch wenn es nach einer lahmen Ausrede klingt: Das HVV-Tarifsystem ist einfach mal über 50 Jahre alt. Was mit ein paar wenigen Unternehmen und einem überschaubaren innerstädtischen Geschäftsgebiet begann, umfasst heute locker 30 Verkehrsunternehmen und spannt sich über Hamburg hinaus bis nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Und das geschah eben nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt. Es galt also immer wieder Erweiterungen und Anpassungen vorzunehmen, ohne dabei bestehende Verbundpartner vor den Kopf zu stoßen.

Und nicht nur das: Auch die – ganz klar glücklicher Weise – wachsende Sensibilität für unterschiedliche Fahrgastgruppen und deren Bedürfnisse, wie Senioren oder Behinderte, sorgte für immer neue Ticketformen. Klar ist: Würde der HVV heut auf einem weißen Blatt Papier anfangen, würden er  Tarifzonen & Co. sicher anders gestalten. Das ist vielleicht ein schwacher Trost, aber erklärt doch zumindest, warum es nicht einfach einen Tarif für alles gibt.

Na toll, und nun? Ein nicht unbeachtlicher Teil der HVV-Nutzer hat zu seinem Glück heut‘ schon eine Zeitkarte und kann sich Überlegungen zu Preisen weitestgehend sparen. Und ja, dieser Teil spart auch bares Geld, denn er fährt vergleichsweise günstiger als Spontan-Fahrer. Wenn ich ehrlich bin, überrascht das aber wenig, denn Rabatte für besonders treue Kunden gibt es ja überall. Und für alle anderen gibt es zur Vereinfachung der Suche nach dem richtigen Ticket zumindest mal Hilfsmittel, wie Fahrkartenautomaten mit Zieleingabe oder aber die App. Und das ist nicht alles: Die Digitalisierung hält auch den HVV ordentlich auf Trab. Ob elektronisches Ticketing  via HVV-Card, laufende Anpassungen der App und nicht zuletzt die Vision von Check-In / Be-Out. Das hatten wir hier schon einmal genauer erklärt. Künftig soll es nämlich so laufen: Ich steig mit dem Smartphone in die Bahn und bestätige den Fahrbeginn. Dann steig ich um oder fahr eben, so oft ich muss am Tag mit Bus oder Bahn und abends wird mir einfach der günstigste Preis für alle Fahrten abgerechnet. Das ändert dann nichts an den vielen Tarif- und Ticketformen, aber wenigstens muss ich mir den Kopf darüber nicht mehr zerbrechen. Und das ist doch schon mal ein guter Anfang.



21 Kommentare zu “Der HVV – geht das auch in einfach?

  1. Einfach wäre es, wenn ich wie in London einfach mit meiner Kreditkarte kontaktlos zahlen könnte. Aber der HVV muss das Rad ja selber noch einmal neu erfinden und bringt so eine Frickelösung wie „CheckIn und was weiß ich“ heraus. In Hamburg wird erwartet, dass der ausländische Tourist eine deutsche Girocard/EC-Karte dabei hat, sich eine proprietäre HVV-Card besorgt oder sich sein Ticket über eine deutschsprachige App bezieht. Da sind selbst Städte wie München um Lichtjahre weiter.

    • Es wäre ja schön, wenn man seine Fahrkarten überhaupt per Karte zahlen könnte. Aber die HVV-Automaten akzeptieren ausschließlich die GeldKarte. Begründung dafür laut Blogpost: Das zahlen von Kleinbeträgen per Karte sei in Deutschland unüblich. Was soll man dazu noch sagen, absolutes Missmanagement.

    • Guten Freunden gibt man ein Büsschen.

      Grotesk: zumindest die S-Bahn-Automaten unterstützen diverse Zahlungsmethoden: EC-Karte, Kreditkarte, etc.

      Du kannst zum S-Bahnhof Holstenstraße gehen und da eine Fahrkarte von Schwerin Mitte nach Schwerin Hbf für EUR 1,50 mit Kredit- oder EC-Karte kaufen. Das geht, an einem Hamburger S-Bahn-Automaten.

      Willst du aber ein Ticket von Holstenstraße nach Hauptbahnhof – geht das nicht. Ich habe nachgefragt: auf Wunsch von Verbünden wie dem HVV können vorhandene Zahl-Funktionen im DB-Automaten für deren Fahrkarten ausgeschaltet werden.

  2. Knappe Kassen – In Hamburg – 2017 Rekordeinnahmen. Ja klar.
    Wann bitte auf welcher Welt sind denn die Kassen mal voll, wenn nicht in Hamburg.

    Kommt. Hört auf.

  3. Guten Freunden gibt man ein Büsschen.

    „Aber man muss eben auch schauen, was man für den Preis bekommt. Im HVV sind das neue Fahrzeuge, neue Strecken, neue Angebote, doch sehr saubere und sichere Anlagen – und all das kostet eben.“

    Moment. Im HVV sind das auch die bis vor kurzem noch ausgemusterten DT3 – Euer Vorstandschef ist jünger als diese U-Bahnen, die noch tagtäglich tausende Kunden befördern. Bei der S-Bahn sind die jüngsten Fahrzeuge seit bald 20 Jahren unterwegs, die S21-Züge über vier Jahrzehnte auf der Schiene. Das Streckennetz habt ihr extrem zögerlich ausgebaut – seit 1992 habt ihr ganze vier U-Bahnhöfe neu in Betrieb genommen. Gerade im Innenstadtbereich ist euer Netz so alt, dass es nicht barrierefrei ist. Im Busbereich habt ihr nur graduell ausgebaut, die „Busbeschleunigung“ stellt vielfach nur die Fahrtgeschwindigkeiten von 2000 wieder her, die ihr seitdem immer weiter gesenkt habt. Von der „HVV-Busoffensive“ mit vielen neuen Linien, die 2008 groß in den Medien war, habt ihr bis heute nur Bruchstücke umgesetzt.

    Und euer Busnetz kämpft fast täglich mit Staus und Behinderungen, die ihr gern lapidar abtut mit dem Hinweis, ihr seied nur Gäste auf der Straße. Als wäre das leidvolle Bus-Motto „Kein Stau ohne HVV – Mittendrin statt nur dabei“ unumstößlich und keine bessere Qualität möglich.

    • Wir haben nie behauptet, perfekt zu sein. Ja, auch bei uns gibt es „Baustellen“, an vielen sind wir dran, nicht alles geht leider über Nacht zu modernisieren und umzusetzen. Wir haben mit dem DT5 ein Fahrzeug auf dem neuesten Stand. Die Fahrzeuge werden nach und nach geliefert, weil jedes einzelne eine Sonderanfertigung ist. Solange setzen wir auch noch DT3 ein, weil die Alternative zu wenig Fahrzeuge wären. Unsere Anlagen sind sehr sauber, weil uns das wichtig ist und im Barrierefreien Ausbau geben wir seit Jahren richtig Gas. Zur S-Bahn kann ich leider nichts sagen, da wir nur die U-Bahnen und viele Buslinien betreiben, aber auch hier herrscht kein Stillstand. Und zum letzten Punkt der Busse: was Sie als lapidar bezeichnen, ist für uns bittere Realität. In Hamburg fahren viele Menschen Auto, dahinter stehen wir mit Bussen also immer an. Sicherlich können wir vortrefflich über Anpassungen im Netz diskutieren, lassen Sie uns das gerne konkret tun (gerne auch hier im Blog). Denn pauschal lässt sich wenig verbessern. Weil das tun meine Kolleginnen. Sie haben die Lage permanent im Blick und überlegen sich Lösungen, wie es besser werden kann.

      • Es ging mir eher um Eure These, beim HVV habe man es mit „neuen Fahrzeugen, neuen Strecken und neuen Angeboten“ zu tun. Ist halt nicht so. Also: es gibt sie. Auch mal. #Fakt ist: Ihr bei der Hochbahn habt viele Wagen im Bestand, da fahren heute Fahrgäste mit Rentnerkarte mit, die die gleichen Züge schon mit einem Schüler-Abo benutzten. Das ist betagt, nicht „neu“. Dass ihr nicht genug neue Züge habt, hat seinen Grund nicht in einem Naturereignis. Ihr habt einfach aus heutiger Sicht zu wenig neue Züge bestellt.

        Ebenso gehört zur ganzen Wahrheit, dass ihr heute ordentlich Gas geben müsst beim barrierefreien Ausbau, weil davor lange wenig passiert ist. Wenn ich kurz vor der Prüfung ranklotze im Lernen, ist das beachtlich. Schlauer wäre gewesen, wie andere – beispielsweise München – einfach rechtzeitig anzufangen. #Fakt ist: Im Hochbahn-Netz sind wichtige Umsteigeknoten nach wie vor nicht barrierefrei.

        Letztlich reden wir beim HVV dann auch von euren Kollegen der S-Bahn. Die befördern sogar mehr Fahrgäste als die U-Bahn. Der Fuhrpark der S-Bahn ist heute durchschnittlich knapp 25 Jahre alt. Modernen Schnickschnack wie eine Klimatisierung besitzt kein einziger Zug. Das Angebot wurde seit 2009 nicht erweitert, während die Nachfrage zweistellig stieg. Volle Züge sind die logische Konsequenz. Die Haltestellen der S-Bahn sind in durchwachsenem Zustand. Ob die Treppen an der Reeperbahn nun aus richtig schön festgewachsenem Kaugummi gebaut wurden, die Decken der Tunnelstationen von den Architekten als offene Kabelkanäle entworfen wurden oder man Projekte wie in Barmbek unbedingt in eine bald neun Jahre andauernde Baustelle münden lassen muss, sei dahin gestellt. Mein Eindruck, ganz ehrlich: da passt der hohe Verbundpreis kaum zum Angebot.

        Der HVV verkauft im Prinzip für eine mitteleuropäische Millionenstadt ein eher durchschnittliches ÖPNV-Angebot zu einem sehr gehobenen Preis. Kann man machen. Würde ich aber halt nicht stolz drauf sein.

        „was Sie als lapidar bezeichnen, ist für uns bittere Realität. In Hamburg fahren viele Menschen Auto, dahinter stehen wir mit Bussen also immer an.“

        Und was ist da euer Konzept für die Zukunft? Soll es ewig so weitergehen, dass ein Hochbahn-Bus mit 50 Fahrgästen an Bord die gleiche Priorität an Staustellen hat wie ein PKW mit 1 Menschen drin? Mit dem Resultat eines unzuverlässigen und langsamen Busnetzes? Dass Linien notorisch ihre Probleme mit Falschparkern haben, die weitgehend ohne Konsequenzen den Busbetrieb stören? Warum sollte ich bei euch für € 3,20/Fahrt zu Gast auf den Straßen sein, wenn ich durch den Kauf des eigenen Wagens zum King of the Road in Hamburg werden kann?

        „Sie haben die Lage permanent im Blick und überlegen sich Lösungen, wie es besser werden kann.“

        Und was würden Sie selbst sagen, wie erfolgreich sind sie damit so? Welches Niveau streben Sie denn überhaupt an?

      • Ich glaube, wir werden einander nicht vom gegenteiligen Standpunkt überzeugen können. Müssen wir ja aber zum Glück auch nicht.
        Sie sprechen von unseren „alten“ Zügen. Ja, es gibt Fahrzeuge, die sind schon etwas älter, aber immer noch zuverlässig im Einsatz. Vergessen Sie bitte auch nicht, dass Fahrzeuge in Anschaffung und Wartung auch einfach viel Geld kosten. Warum also Modelle ausmustern, die zwar nicht der neueste Schrei sind, aber noch zuverlässig im Einsatz sein können? Hier müssen wir vor allem auch als öffentliches Unternehmen auch wirtschaftlich denken. Zumal die DT4 ja nun auch keine antiken Fahrzeuge sind. Bei den DT3 gebe ich Ihnen Recht, diese Generation hat aber eben auch inzwischen ihre Lebensdauer erreicht. Genau deshalb werden sie nun ja auch ausgemustert. Unsere Fahrzeuge werden eigens für uns gebaut, das dauert natürlich auch seine Zeit. Zu wenig sind das aber sicher nicht. Die Anzahl der neuen Fahrzeuge richten sich nach dem tatsächlichen Bedarf und kalkulieren auch schon mit dem künftigen Fahrgastaufkommen. Und übrigens wird längst auch an der nächsten Generation getüftelt.
        Der barrierefreie Ausbau geht seit ein paar Jahren mit großen Schritten voran. Bis 2022 soll das gesamte U-Bahn-Netz barrierefrei sein. Auch hier kostet der Umbau natürlich Geld, bedeutet vor allem aber auch, dass teils komplizierte Lösungen für den Umbau gefunden werden müssen, die bis zu 100 Jahre alten Haltestellen barrierefrei zu machen. Da in diesem Rahmen teils auch längere Sperrungen von Linien nötig werden, Bedarf auch das weitsichtiger Planung, um nicht das Netz lahm zu legen. Wir geben Gas.
        Unser Ziel für die Zukunft ist klar: eine Alternative zum private Pkw zu bieten. Und das mit einem guten Angebot von Bus und U-Bahn und komplementären Mobilitätsangeboten wie switchh. Auch das Thema innovative Antriebstechnologien und autonome Fahrzeuge beschäftigen uns schon heute. Da wollen wir natürlich maßgeblich an der Zukunft mitarbeiten.

  4. Ich kann verstehen das die Preise so sind wie sie sind und die Monatskarten sind eine super lösung für viele in Hamburg.
    Allerdings finde ich es eine frechheit das man als Kind bis 14 Jahre einen relativ niedrigen Preis zahl und auf einmal über 5 euro für eine Fahrkarte braucht.
    Für viele ist das echt ein unterschied.Außerdem welches Kind hat ab 15 Jahren mehr geld als mit 14 ?
    Dort finde ich sollte etwas gemacht werden.

  5. Ich muß meinem Vorredner Recht geben , keine Kreditkarten zu akzeptieren in der heutigen Zeit ist , entschuldigen sie den Ausdruck , doch recht armselig . Gerade angesichts der vielen Bezahlformen die es mittlerweile gibt . Ich kaufte mir immer die Monatskarte erst immer beim HVV , mußte ständig Bargeld holen dafür . Nun habe ich endlich einen Kios gefunden , der die HHV Regel umgehen kann . Aber ob das so toll ist , ich weiß es nicht . Erst hieß es auch bei denen , nein wir dürfen nicht .
    Und was die modernen Züge angeht , es sind seitens der Hochbahn immer noch etliche uralte Züge die permanent im Einsatz sind ( fahre hauptsächlich U1 und S3 , gelegentlich noch U3 etc. ) . Plus Ausfälle am laufenden Band , plus die ganzen Gehirnamputierten , aber dafür kann der HHV Nichts .
    Man kann sich gewisse Dinge auch schön reden .

    • Bei den Bezahlformen bin ich ein Stück weit bei Ihnen. Deswegen arbeiten die Kollegen ja z.B. auch an Lösungen wie Check-in-be-out. Damit ist der Eingriff ins gesamte System allerdings auch so groß, dass das nicht über Nacht geht. Sicherlich, anderswo sind Unternehmen weiter.
      Was die Züge angeht, muss ich mich einhaken. Mit dem DT5 haben wir ein modernes Fahrzeug, dass die alten DT3 nach und nach ablöst. Da diese Fahrzeuge aber extra für uns angefertigt werden und somit nicht auf einen Schlag verfügbar sind, dauert auch das. Um bis dahin genügend Fahrzeuge zu haben, um alle Fahrgäste von A nach B bringen zu können, setzen wir eben auch noch auf unsere soliden älteren Fahrzeuggenerationen. Denn die Alternative wäre nix für uns – zu wenig U-Bahnen.

  6. Die Londoner Lösung ist perfekt, für jeden sofort klar. Die braucht man nur einzukaufen und zu installieren. Alles andere wäre unklug.

  7. Die Preis werden erhöht aber ich als behinderter Mensch darf mit meinem E Scooter nicht mitfahren. Aus „Sicherheitsgründen“. Jeder Kinderwagen, jeder Rollator und jeder normal Rollstuhl ist unsicherer ls der E Scooter. Wenn der nämlich abeschaltet ist, bewegt der sich nicht einen Millimeter mehr.
    Diskriminierend und unverschämt.

    • Bei den E-Scootern mussten wir auf Grundlage eines neuen Gutachten entscheiden. E-Scooter bis zu einer Länge von 1,20 Meter und mit einer Feststellbremse können mitgenommen werden. Wir haben dazu auch hier im Blog einen Beitrag verfasst, ausgeschlossen werden soll keiner.

  8. Ihr seid gute Leute, gebt euch reichlich Mühe und euer Streckennetz, euer SM-Auftritt und eure Anlagen und Fahrzeuge sind “ ’ne saubere Sache“.
    Däumchen hoch und ein schönes Wochenende!

  9. Gerade im Bereich der Zuschüsse durch die Stadt Hamburg ist noch Luft nach oben. 90% Kostendeckungsgrad ist für die Hochbahn ne tolle Sache, weil es heißt, dass ihr für ein ÖPNV-Unternehmen sehr wirtschaftlich arbeitet. Auf der anderen Seite bedeuten mehr Zuschüsse von der Stadt eben auch günstigere Preise oder mehr Geld für Strecken und Fahrzeuge. Es ist auch klar, dass das eine rein politische Entscheidung ist, aber die Hochbahn und der HVV können und sollten da viel mehr als Interessenvertreter ihrer Fahrgäste/Kunden auftreten. Was der ADAC kann, könnt ihr auch! Kein Politiker kann es sich leisten, die Nutzer des ÖV zu verprellen. Die wollen alle wiedergewählt werden. Die autogerechte Politik der 70er muss auch in Hamburg endlich mal aufhören. Und wenn da nicht der lokale Betreiber/Verkehrsverbund dafür eintritt, wer denn sonst?

  10. Hallo lieber HVV,
    klar, günstiger nehmen wir immer, einige fahren auch lieber schwarz, ist ja viel zu teuer…
    Ich finde als Hamburger Eure Dienstleistungen super und die Preise sind in Ordnung.
    Verpackt es noch schöner und dann zahlen alle gerne mehr für den Bus oder die Bahn. Ist dann so wie mit Starbucks , Papbecher mit Drinem Namen, mittelmäßige Rohstoffe, total überteuerte Preise, und hier meckern Eure Kunden es ist alles zu teuer. Ihr zwingt doch niemanden, hier kann doch jeder sagen, ich nehme das Angebot nicht an.
    Ich finde Euch weiterhin gut und nutze mit meiner Ptoficard gerne Eure Busse und Züge…..

  11. Neben oben schon erwähnten Punkten – was mich besonders ärgert sind die Kinderfahrkarten. Sobald die Kinder 6 geworden sind und noch nicht zur Schule gehen, aber regelmäßig den HVV benutzen müssen (nicht jeder hat eine Kita um die Ecke, und Radfahren im Dauerregen im Winter…naja), gibt es im Gegensatz zu Schülern, „normalen“ Erwachsenen, Studenten, Rentnern etc. keine Möglichkeit für eine Monatskarte (die mit Sozialkarte noch ermäßigt werden könnte). Nichtmal eine Tageskarte kann man sinnvoll nutzen, weil die Kindertageskarte erst ab 9:00 gilt – da muss ich z.B. schon bei der Arbeit sein und meine Kinder vorher abgeliefert haben. Und auf meiner Proficard kann ich zwar am Wochenende alle Kinder mitnehmen, aber das nützt mir unter der Woche sehr wenig.
    In anderen Städten geht das auch, dass Kinder ab 6 erst zahlen, sobald sie auch zur Schule gehen. Warum nicht hier?

    • Puh, wieso das so ist, kann ich Ihnen gar nicht sagen. Ich gebe den Hinweis aber gerne an die Kollegen von der Aboabteilung weiter.

      • Es gab bis Ende 2012 eine Monatskarte für Kinder, die über 6 Jahre alt waren, aber noch nicht zur Schule gingen. Der HVV befand das Angebot für nicht weiter nötig, da es „nur“ 400 Kunden gab (Jahresumsatz waren also rechnerisch bei einem Preis von EUR 31,50/Monat bescheidene 150.000 EUR). Vom HVV wurde als Ersatz auf die damals knapp 40 % teurere Schüler-Monatskarte verwiesen. Die sollten Sie also bekommen können!

        Für Sie noch die Begründung im Volltext:

        „Die Kinderzeitkarte ist ein Angebot ausschließ-
        lich für sechsjährige Kinder und stammt aus der
        Zeit, als Kinder im HVV bereits mit vier Jahren
        fahrkartenpflichtig waren. Zurzeit nutzen monat-
        lich nur ca. 400 Kinder die Kinderzeitkarte, da
        mit der Anhebung des fahrkartenpflichtigen Al-
        ters auf „ab sechs Jahre“ die Zielgruppe für
        diese Fahrkarten weitgehend entfallen ist. Die-
        ses Angebot soll daher aufgehoben werden.
        Statt der Kinderzeitkarte (Monatskarte heute:
        31,50 Euro) können die Nutzer Schüler-Monats-
        karten (heute: 43,50 Euro) kaufen. Abonne-
        ments werden jedoch nicht gekündigt, sondern
        laufen weiter bis zu ihrem Gültigkeitsende. “

        (Bürgerschafts-Drucksache 20/5604, S. 2)

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