7 Gerüchte zur U4 Horner Geest, die wir so nicht stehen lassen können  

1. Kein Mensch in Horn braucht die U4!

Immer mal wieder wird die Sinnhaftigkeit der U4-Verlängerung auf die Horner Geest angezweifelt. Vor allem der Einsatz von mehr Bussen würde ausreichend sein, so viele Stimmen, um den zunehmenden Verkehr im Stadtteil in den Griff zu bekommen.

Doch mehr Busse reichen in Zukunft nicht aus. Denn mit ihnen würden die Straßen noch voller und alle Busse kämen immer langsamer voran.

Mit der U4-Verlängerung auf die Horner Geest werden dagegen 13.000 Menschen zum ersten Mal fußläufig an eine U-Bahn-Linie angeschlossen. Noch mehr, nämlich 24.000 Fahrgäste werden täglich auf dem Stück zwischen Horner Rennbahn und der Stoltenstraße unterwegs sein. Dass sich diese Zahlen noch mal vergrößern werden, ist nicht ausgeschlossen, denn gerade auch (aber nicht nur) junge Familien mit Kindern ziehen mehr und mehr nach Horn. Damit bietet die U4 Horner Geest ein enormes Entwicklungspotenzial, ist noch dazu ein umweltfreundliches und leistungsfähiges Verkehrsmittel und macht den Stadtteil durch seine bessere Erreichbarkeit noch attraktiver.


2. 7 Jahre wird der Stadtteil in einer Baustelle versinken.

Wir bauen zwar insgesamt sieben Jahre in Horn, aber das nicht gleichzeitig an allen Ecken. Es wird vielmehr abschnittsweise gebaut und in mehreren Phasen. Wo die Arbeiten schon fertig sind, wird die Straße wieder hergestellt und der Verkehr kann wieder fließen.

Übrigens: Die Häuser entlang unserer Baustelle (vor allem auch die in der Manshardtstraße) werden für Anwohnerinnen und Anwohner immer erreichbar bleiben. Ebenso wird es auch immer ein Durchkommen für die Müllabfuhr, Polizei und Feuerwehr und den Rettungsdienst geben. Wenn wir das nicht sicherstellen könnten, würde die Stadt uns übrigens auch keine Baugenehmigung erteilen.


3. Der Ring zwei ist für mehrere Jahre an der Horner Rennbahn gesperrt.

Jeder Hamburger weiß, wie wichtig der Ring 2 ist. Genau deshalb wird er während der gesamten Bauzeit auf jeweils zwei Spuren pro Richtung befahrbar sein. Es wird also nicht komplett gesperrt.


4. Das Fällen der Bäume zerstört den grünen Stadtteil.

Rund 770 Bäume müssen für die U4-Verlängerung gefällt werden, das stimmt. Aber sobald ein Bauabschnitt fertig ist, pflanzen wir neue einheimische Bäume nach. Anders als die heute vorhandenen Platanen bieten diese Bäume bessere Lebensbedingungen für viele Tiere. Mit einer Höhe von 5 bis 6 Meter und einem Alter zwischen 9 und 10 Jahren werden die Bäume größer und älter sein als üblich, wenn neu gepflanzt wird.

Zum Schutz der Fledermäuse und Vögel hängen wir u.a. Fledermauskästen und Nistkästen auf. Dass es im Gutachten überhaupt so viele Fledermaus- und Vogelarten gibt, liegt daran, dass jeweils rund 100 Meter um die eigentliche Baustelle gezählt wurde. Und damit auch in Teilen der Kleingärten, Parks und der Galopprennbahn, die von der späteren U4-Baustelle gar nicht betroffen sind.


5. Die Moore in Horn werden vertrocknen.

Das Schiffbeker Moor ist vom Bau der U4 gar nicht betroffen und auch das Horner Moor nur am Rande. Zudem überwachen unsere Planer schon jetzt den Grundwasserstand. Damit man früh erkennt, ob sich die Bauarbeiten auf ihn auswirken und zur Not schnell reagieren kann. Dass die Teiche bereits jetzt immer trockener werden, hat auf jeden Fall nichts mit dem Bau der U4-Verlängerung zu tun, denn der hat noch gar nicht begonnen.


6. Es wäre viel besser mit einer Tunnelbohrmaschine zu bauen.

Nur auf 800 Metern von insgesamt 2.600 Metern könnte eine Tunnelbohrmaschine überhaupt zum Einsatz kommen, denn die Haltestellen selbst und die Ausfädelung an der Horner Rennbahn müssen ohnehin offen gebaut werden. Für ein so kurzes Stück ist die Anschaffung der Maschine dann aber zu teuer. Und ein Großteil der Bäume müsste trotzdem gefällt werden, da diese vor allem dort stehen, wo ohnehin offen gebaut werden muss.


7. Die U2 und U4 werden jahrelang gesperrt.

Wenn der Tunnel an der Horner Rennbahn neu gebaut wird, wird es für ca. acht Monate in beiden Richtungen einen Ersatzverkehr mit Bussen zwischen den Haltestellen Legienstraße und Rauhes Haus geben. Dieser wird auch für wenige Wochen beim Bau des Kehrgleises an der Haltestelle Burgstraße benötigt. Diese Zeit nutzt die HOCHBAHN dann aber auch, um ohnehin notwendige Instandhaltungsarbeiten auf der gesperrten Strecke durchzuführen. Arbeiten werden also gebündelt, so wie man es von uns kennt. Die genauen Zeiträume für diese Sperrung geben wir wie gewohnt rechtzeitig bekannt.

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25 Kommentare zu: 7 Gerüchte zur U4 Horner Geest, die wir so nicht stehen lassen können  

  1. Mal ein Dankeschön an dich, Pia. Wie immer, ein sehr guter Artikel, der viele Fragen beantwortet.
    Finde es übrigens sehr gut, dass die Hochbahn so offen und informativ kommuniziert.

  2. Einer der Gründe, warum Bauprojekte in Deutschland länger dauern als in vielen anderen Ländern, liegt darin, dass man die Rechtsstaatlichkeit bei uns in den letzten Jahrzehnten nach und nach ausgebaut hat. So nehmen die Bürger ihre Rechte mehr wahr als in früheren Zeiten und prozessieren ihre Anliegen durch alle erdenklichen Instanzen. Das kostet Zeit. Die Partikularinteressen werden dabei oftmals über das Allgemeinwohl gestellt.

    Die Frage ist, was man lieber möchte: Das Recht des Individuums gegenüber dem Staat einen größeren Raum geben oder schnelle Umsetzung von Projekten – auch wenn dies dann oftmals „par ordre du Mufti“ geschieht.

    Auch sind die Sicherheitsvortschriften in Deutschland besonders ausgeprägt.

  3. Mich wundert die prognostizierte Nachfrage von 24.000 Fahrgastfahrten/Tag etwas. In dem erschlossenen Gebiet leben nur 12-13.000 Einwohner, Neubaugebiete oder Verdichtung sind aktuell nicht geplant und großartig Ziele für Externe gibt es auch nicht. Das macht insgesamt Potential für vielleicht 45.000 Wege, die aber nicht alle mit der U-Bahn stattfinden werden und auch nicht alle in den U4-Korridor gehen. Das nächste B2-Zentrum ist Billstedt; und nach Billstedt wird man mit der U4/U2 nur umständlich kommen.

    Wenn ich heute so in die Zahlen schaue, sind die erwartungsgemäß überschaubar: Die 261/461 haben kurz vor der Rennban etwa 6.000 Fahrgäste/Tag. Knapp 2.000 Fahrgäste/Tag kommen aus Richtung Wandsbek, viele davon steigen aber bereits in der Horner Geest aus.

    Ohne Zubringerbusse kommt man selbst mit einer deutlichen Verschiebung im Modal Split und auf den U4-Korridor nicht auf die 24.000/Tag. Welches Bus-Konzept habt ihr dafür angenommen? Habt ihr den Belastungsplot aus dem Modell irgendwo veröffentlicht?

    1. Dazu habe ich mich mal bei den Kollegen schlau gemacht.
      Die prognostizierte Fahrgastnachfrage wurde für das Jahr 2030 ermittelt. Bis dahin ergibt sich allein aus der Änderung der sozio-demografischen Strukturdaten eine Nachfragesteigerung im ÖPNV. Die U4 wird durch den entfallenden „Umsteigezwang“ auf dem Weg in die Innenstadt außerdem die bestehende Nachfrage (noch) stärker in dem Korridor Manshardtstraße bündeln. Dazu wird es zu Verlagerungseffekten vom Individualverkehr zugunsten des ÖPNV kommen und durch die höhere Attraktivität werden noch mehr neue Fahrten entstehen. Das ergänzende Busnetz soll konsequent auf die Endhaltestelle Horner Geest ausgerichtet werden, so dass auch Fahrgäste von außerhalb des fußläufigen Einzugsbereichs der beiden neuen Haltestelle von der U4 profitieren und diese nutzen werden (z.B. aus dem Entwicklungsgebiet Haferblöcken). Dazu kommt die Entwicklung des gesamten Quartiers Horner Geest (nachzulesen hier).
      Die Verkehrsmodellrechnung ist bisher noch nicht veröffentlicht. Zum Timing einer Veröffentlichung habe ich keine Infos.

  4. Ist es ein Gerücht, dass die Endhaltestelle nun doch nach dem Straßenzug „Dannerallee“ benannt werden soll? Oder nur Nachlässigkeit der Hochbahn die Grafiken richtig zu stellen?

  5. Guten Tag,

    ich bin für die U4, aber die Bauzeit ist das Problem, das ist das was Immer mehr menschen nicht Verstehen, in Kopenhagen hat in 6 Jahren eine Ring U Bahn gebaut.
    In Asien baut man sowas in 3 Jahren. Bitte erzählen Sie mir nicht das es nicht geht, es geht wen es will, es gründet sich grade eine Instinktive für schnelles Bauen in Hamburg, um nachzuweisen das zu langsam baut, und so teurer Baut.

    Ich bin kein Gegner der U 4, und es macht sinn auch nicht die Borschmaschine anzusetzen, aber es geht auch schneller, nur das will man wohl nicht, bzw man es verlernt

    1. Moin,
      dazu kann ich etwas beitragen.
      Die Planungen für Cityringen in Kopenhagen begannen 1999.
      2004 wurden Streckenvarianten vorgestellt und 2007 die Finanzierung beschlossen.
      2011 begann man mit den Bauarbeiten und 2019 Ende September wurde eröffnet, geplant war März 2019.
      Also auch knapp 20 Jahre von der ersten Planung bis zur Fertigstellung.
      „Problem“ bei uns ist, das jedermann Klage- und Einspruchrechte hat und diesen nachzugehen ist. Darüberhinaus sind ordnerweise Umweltprüfungen und andere Baubestimmungen einzuhalten , das ist bedingt durch europäisches Recht und hat die Dänen genauso beschäftigt.

    2. Umm, wenn man die Planungsphase mitrechnet waren es auch in Kopenhagen viel mehr als 6 Jahre. Und zu Asien – bei deren Baustandards gäbe es dann auch viel Baulärm und Staubverschmutzung und mehr Straßenspeerungen, und Wasserabsenkungen – und vor allem mehr tote und schwerverletzte Bauarbeiter…

  6. Zu Punkt 5.
    Wenn das Horner Moor nicht betroffen ist, warum sinkt der Wasserstand immer weiter? Jedes andere Gewässer was durch den letzten heißen Sommer von Wasserstand gesunken ist, wurde wieder aufgefüllt um für die Enten usw ihren Lebensraum zu erhalten. Am Moor ist nichts passiert, der stand wird immer niedriger. Und das soll nichts mit der Planung zu tun haben, klingt komisch. Bin aber gespannt auf eine Antwort.

    1. Dazu meine ganz persönliche Frage: Wie kann es denn mit der U-Bahn zusammen hängen, wenn wir noch gar nicht bauen? Woraus der immer weiter sinkende Wasserstand aus der Vergangenheit resultiert kann ich Ihnen also nicht beantworten, denn wir sind ja noch gar nicht da… Was ich Ihnen aber sagen kann ist, dass wir das während unserer Bauarbeiten laufend im Blick behalten werden, um schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen, sollte sich durch uns etwas ändern.

    1. Was ist denn mit dem vorhandene Straßenlärm, den wir da jetzt schon haben und der damit verbundenen Staub- und Feinstaubbelästigung?
      Das ist ein Problem was sich noch weiter verstärkt, wenn nicht endlich die Bahn kommt!

  7. Das bedeutet für uns aus Kirchsteinbek, mit dem Bus wie bisher nach Billstedt, mit der U Bahn 1 Station bis Leginstr .dann Bus bis Rauhes Haus und wieder U Bahn in die Stadt oder Niendorf oder Berliner Tor Umstieg in die U3 Richtung Hafen. Ach, die U3 soll im nächsten Herbst ja auch für 14 Monate gesperrt werden. Ob dann wieder nur das Auto bleibt?

    1. Na ich würde mal hoffen das während der 8 Monate die wichtigsten Buslinien (z.B. 12, 261-Verstärker) bis Rauhes Haus oder zu einer anderen Schnellbahnstation geführt werden?

  8. zu Punkt 5: ……, denn der hat noch gar nicht begonnen.
    Wann wird denn begonnen? Oder sind so viele Einsprüche, dass der Planfeststellungsbeschluss nicht erteilt werden kann? Der Bürgermeister würde sich freuen, wenn er vor der Bürgerschaftswahl im Februar 2020 werbewirksam den ersten Spatenstich vollziehen könnte.

  9. Die Wirtschaftlichkeit wird sich noch einmal erhöhen, wenn die U4 eines Tages bis Jenfeld verlängert wird. Hierbei kann es eigentlich nur um das Wann und Wie gehen, denn dass Jenfeld eine Bahnanbindung braucht, kann niemand ernsthaft bestreiten.

    Leider bebaut man mit dem Neubaugebiet östl. Haferblöcken gerade die letzte offene Trasse hierfür. Es wird als mal wieder richtig teuer werden, wenn es eines Tages soweit ist. Aber sinnvoll ist das Projekt U4-Ost trotzdem.

    1. Mein Wunsch geht noch weiter: Horner Geest – Jenfeld Zentrum – Jenfelder Au (Neubaugebiet, ehemals Kaserne) – U/S Tonndorf 😉 – DRV Nord – Fr.-Ebert-Damm – Hinschenfelde – Wandsbek Gartenstadt – („ex U3-Stummel“) – U/S Barmbek
      (Die U3 verbliebe dann als reine Ringlinie.)

      Das würde mal (zusammen mit S4 und U1) der Anfang für ein Schnellbahnnetz im Osten sein! Und die HOCHBAHN könnte in Barmbek endlich ihre Fahrzeuge „drehen“.

      1. Sehr schön 🙂 Wobei ich eine Linie über Berliner Platz – S Am Pulverhof – U Farmsen – U Bramfeld bevorzugen würde.
        Aber bleiben wir auf dem Teppich und beschränken uns erst mal auf Jenfeld. Schleswig-Holstein würde sich bestimmt finanziell beteiligen wegen Barsbüttel.

  10. Ihr macht da eine super Arbeit!
    Gibt es denn mittlerweile einen genaueren Termin für den Baubeginn?
    Bisher hieß es ja immer Ende 2019.

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