Titelbild Wir holen die Autos von den Straßen

Vom Auto in den Bus und die Bahn: Wie wir Hamburger zum Umsteigen bewegen wollen

459 Millionen Fahrgäste sind im letzten Jahr mit unseren U-Bahnen und Bussen gefahren. Mit diesem Mehr an Fahrgästen kommen auch „Rekordeinnahmen“, wie es in der Presse oft heißt. Rekordeinnahmen, die zwar immerhin 92% der entstehenden Kosten decken, aber mitnichten ein Gewinn sind, den sich die HOCHBAHN munter in die Taschen steckt. Immerhin muss die Stadt Hamburg immer noch ein stolzes Sümmchen an Subventionen hinzu geben.

Trotzdem gibt es in Hamburg jetzt (und immer mal wieder) Stimmen, die eine „Fahrpreisbremse“ fordern.  Das, so diese Stimmen, und nur das, mache Bus und Bahn langfristig überhaupt attraktiv.

Aber bringen billigere oder gar kostenlose Fahrkarten Hamburger wirklich dazu, dass sie das eigene Auto stehen lassen und stattdessen Bus und Bahn nutzen?

Sehen wir uns das mal an:


ÖPNV schon heute billiger als das eigene Auto

Wenn die These stimmt, müssten eigentlich schon heute alle Autofahrer umsteigen. Denn billiger ist Bus- und Bahnfahren in den meisten Fällen heute schon. Versicherung, Sprit, Instandhaltung, noch dazu die müßige Parkplatzsuche (die nicht zwingend Geld, aber dafür Zeit kostet): Eigentlich ist das Auto schon heute keine wirkliche Alternative. Trotzdem fahren auch hier in Hamburg wahnsinnig viele Leute mit dem Auto in die Stadt. Wieso also?


Modal Split Hamburg


Die These der HOCHBAHN: Wenn die nächste Haltestelle zu weit weg ist, oder der nächste Bus oder die nächste Bahn erst in 15-20 Minuten kommt, nützt auch das günstigste Angebot nichts. Nicht mal ein kostenloses Ticket reizt mich dann. Als Autofahrer entscheide ich mich dann doch immer wieder für mein Auto. Und dann ist mir auch egal, dass es eigentlich teurer ist.

Was ist es also dann, was Hamburger zum Umsteigen bewegt?

Wir glauben, dass es nur so geht: Mit einem besserem Angebot. Und zwar einem Angebot, dass Autofahrer (und natürlich auch Fußgänger und Radfahrer) mit Überzeugung für den ÖPNV gewinnt. Und damit meinen wir nicht nur den U-Bahn-Netzausbau mit der U5, sondern Verbesserungen, die das gesamte U-Bahn- und Busnetz betreffen.


Wie wir Hamburger zum Umsteigen bewegen wollen


Mission 1: Bestehendes Angebot verbessern.

Hamburgs Nahverkehr ist schon heute gut. Das sieht man an den Fahrgastzahlen und deren kontinuierlichen Anstieg. Doch das reicht nicht. Wir wollen mehr. Und dafür wird das Angebot deutlich ausgebaut. Denn nur längere Züge, größere Busse, neue Bahnen und dichtere Takte steigern langfristig die Attraktivität des ÖPNV. Sie bringen mehr Komfort, mehr Flexibilität und mehr Platz. Und ganz nebenbei erhöht der Ausbau der Kapazitäten die Stabilität des Betriebes: Bus und Bahn werden zuverlässiger. Möglich wird das, weil unser Wirtschaftsergebnis eben so gut ist, dass wir etwas an die Fahrgäste zurück geben können.

Konkret heißt das, dass ab dem nächsten Fahrplanwechsel diese Maßnahmen geplant sind:

  • Größere Busse auf den Metrobuslinien: Statt normale Gelenkbusse kaufen wir insgesamt 90 Großraumbusse (Capa City L). Mit 125 Plätzen bieten diese Busse auf den Metrobuslinien 5,6,7 und 13 rund 20 % mehr Platz. Natürlich kommen diese Busse nicht über Nacht, sondern nach und nach bis zum Herbst 2019.
  • Mehr Busse (auch in Tagesrandlagen): Auf den MetroBusLinien, die die Innenstadt mit den weiter außen liegenden Stadtteilen verbinden, werden die Takte dichter. Hier fährt dann jeden Tag zwischen 5 und 23 Uhr mindestens alle 10 Minuten ein Bus. Das gilt abends auch fürs Wochenende und deckt damit endlich auch genau die Zeiten ab, in der ich z.B. abends noch was Essen oder ins Kino gehe und mich regelmäßig über lange Wartezeiten ärgere. Mal davon abgesehen, dass die, die besonders früh zur Arbeit müssen, auch eine bessere Taktung kriegen. Diese Änderungen gehen zum Fahrplanwechsel 2018/2019 los und sollen im Sommer 2019 überall eingeführt sein.
  • Mehr U-Bahnen: Auf der U3 und der U1 kommen in Zukunft mindestens 3 Züge in 10 Minuten, in Spitzenzeiten bis zu vier Züge. Züge, die bisher „nur“ als Verstärker gefahren sind, werden dafür zuverlässig in den Fahrplan aufgenommen. Auf der U4 gibt es künftig nur noch mindestens 80-Meter-Züge – immer. Und damit 30% mehr Kapazität. Auf allen Linien sind Kurzzüge Geschichte, es werden regulär nur noch Vollzüge eingesetzt.

Diese Angebotsausweitung gibt’s übrigens nicht nur bei uns, sondern auch bei der S-Bahn und der VHH. Denn was bringt es mir als Fahrgast, wenn das Angebot bei der HOCHBAHN zwar besser ist, ich dann aber doch wieder auf das Verkehrsmittel der anderen Verkehrsunternehmen warten muss? Und genau deshalb gibt es die Ausweitungen auch für die Busse der VHH und die Züge der S-Bahn.

Die S-Bahn erweitert ihr Angebot auf allen Strecken. Besonders gut: Die S31 wird zusammen mit der S3 zwischen Hauptbahnhof und Harburg Rathaus bis 21 Uhr im 5-Minuten-Takt fahren. Im Berufsverkehr fahren auf der S3 zwischen Elbgaustraße und Neugraben nur noch Langzüge für bis zu 1.500 Fahrgäste. Dazu kommen neue Fahrzeuge. Der ET 490 wird ab Dezember offiziell eingeführt.

Bei den VHH-Bussen werden die Kapazitäten genauso ausgebaut wie bei uns und es gibt es künftig z.B. auch einen Expressbus zwischen Harburg und Bergedorf, der den Weg über den Hauptbahnhof auslässt.


Mission 2: Netz ausbauen, Alternativen anbieten und diese miteinander vernetzen.

Neben den Verbesserungen des bestehenden Angebots steht auch der Netzausbau auf unserer Agenda. Neue Linien, wie die U4 und U5, aber auch die S4 der S-Bahn, werden gebaut.
Neben dem Angebot des ÖPNV ist es aber auch unsere Aufgabe, beim Auf- und Ausbau vernetzter Mobilitätsangebote eine Rolle zu spielen. Angebote wie Switchh fördern eine ganz andere Form von Mobilität. Und bieten gleichzeitig den Komfort, den mancher Hamburger vielleicht an seinem eigenen Auto so schätzt. Die Lücke, die normalerweise der eigene Pkw schließt, wird so von Mobilitätsangeboten geschlossen, die ich mir mit anderen teilen kann. Flexibel und billiger als mit dem eigenen Besitz.



Es wird die Aufgabe von Verkehrsunternehmen wie der HOCHBAHN sein, diese Angebote miteinander zu kombinieren und zu vernetzen, damit sich der Hamburger künftig nur noch zwischen diesen Alternativen bewegt: Bus/Bahn und komplementären Mobilitätsangeboten. Dann, und nur dann, wird das eigene Fahrzeug überflüssig und das Verkehrsaufkommen in der Stadt langfristig reduziert.

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40 Kommentare zu: Vom Auto in den Bus und die Bahn: Wie wir Hamburger zum Umsteigen bewegen wollen

  1. Hallo Frau Gängrich und Kollegen vom Hochbahn-Blog

    Zunächst einmal möchte ich Ihnen ein großes Lob aussprechen für diesen Blog. Sehr informativ und mit unteressanten Hintergrund-Infos zur Hamburger Mobilität. Auch der Dialog mit den Usern/Kommentatoren gefällt mir, immer freundlich und kompetent, die Fragen werden so ausführlich wie möglich beantwortet und Anmerkungen/Vorschläge aufgenommen.
    Weiter so!

    Ich habe eine Frage zu dem Titelfoto in diesem Beitrag, also das Panorama-Bild mit dem grünen Hamburg (ich glaube im Vordergrund Alsterdorf zu erkennen). Ich finde dieses Bild sehr schön und wüßte gerne, ob es vielleicht zum privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt werden kann? Oder Sie zumindest Informationen darüber geben können, wie Quelle des Bildes, Bildeigentümer, Name, etc.? Ich nehme auch an, dass es nachbearbeitet ist, weil es so strahlend daher kommt?^^ (Ich glaube, das Bild wurde/wird auch in anderen Beiträgen auf den Hochbahn-Webseiten verwendet)

    An wen muss/kann ich mich da bei der Hochbahn wenden?

    Vielen Dank

    1. Moin, ich habe mich mal bei den Kollegen schlauch gemacht. Leider ist das kein Foto, dass wir selbst gemacht haben, sondern auch „nur“ gekauft und damit zweckgebunden. Es kommt von Getty Images, vielleicht haben Sie dort Glück. Gruß

  2. Zwei Dinge sind mir aufgefallen:
    Hochbahnthese: „Wenn die nächste Haltestelle zu weit weg ist, …, nützt auch das günstigste Angebot nichts“, warum ist dann der geplante Haltestellenabstand bei der U5 so groß? Mehr als 1km Haltestellenabstand, von Steilshoop nach Bramfeld sogar noch mehr. Das ist ein Widerspruch!

    Hochbahnthese: „Angebote wie Switchh fördern eine ganz andere Form von Mobilität. Und bieten gleichzeitig den Komfort, den mancher Hamburger vielleicht an seinem eigenen Auto so schätzt“, aber warum gibt es keine Switchh-Angebote in den Außengebieten, zum Beispiel an den Endhaltestellen der Schnellbahnen? Buslinien.

  3. Kleine Korrektur:

    „Besonders gut: Die S31 wird zusammen mit der S3 zwischen Hauptbahnhof und Harburg Rathaus bis 21 Uhr im 5-Minuten-Takt fahren.“

    Damit bietet die S-Bahn mit 11 Jahren Verzögerung auf der stark nachgefragten Harburger S-Bahn den bekannten U-Bahn-Standard an. Nachdem die S3 Richtung Harburg ohne die S31-Verstärkung um 20 Uhr so proppevoll ist, dass manchmal selbst Kinderwägen nicht mehr reinpassen, ist das schon clever. Aber kein Zeichen besonders vorausschauender Arbeit. Sie würden sich ja auch nicht loben, wenn Sie nach fünf Minuten Wolkenbruch die Dachluke Ihrer Wohnung zumachen – oder?

    „Im Berufsverkehr fahren auf der S3 zwischen Elbgaustraße und Neugraben nur noch Langzüge für bis zu 1.500 Fahrgäste. “

    Leider falsch, die S-Bahn hat von ihren neuen Zügen zu wenig bestellt, um mehrere Stunden lang zwischen Elbgaustraße und Neugraben Langzüge einzusetzen. Weil der Berufsverkehr am Nachmittag über vier Stunden geht, wird nur jede zweite S3 ein Langzug sein. Das steht so auch in den Angaben der S-Bahn. Das heißt, am Nachmittag wird die S-Bahn die Platzkapazität zwischen dem Hauptbahnhof und Harburg lediglich um etwa 13 % ausbauen. Bei 2 % jährlichem Nachfrage-Wachstum ist laut Mathematik bereits 2025 die Situation wieder so überlastet wie heute. Weitere Züge wird die S-Bahn dann wiederum nicht haben. Fazit: Der Ausbau der S-Bahn ist in Hamburg etwa so nachhaltig wie der Umzug von einer Zwei- in eine Drei-Zimmer-Eigentums-Wohnung, wenn Sie mit Ihrer Partnerin Drillinge erwarten.

  4. Es ist echt cool was ihr da auf die Beine stellt und ich nutze auch seit Ewigkeiten den hvv. Ich bin damit recht flexibel und komme echt überall hin.
    bei allen Änderungen finde ich es aber mal wieder so ätzend dass die U2 Richtung Mümmelmannsberg komplett ignoriert wird. Es ist Samstag, 15 Uhr und ich muss BTor auf die Bahn warten, nur um in einen kurzzug nach Billstedt einzusteigen und dort dann nochmal knapp 10 Minuten zu warten um bis nach Mümmel zu kommen.
    in der Woche Abends ist es so lästig, wenn mein Weg durch eure künstliche Spaltung, sich manchmal bis zu 25 Minuten verlängert.

    lässt meinetwegen den kurzzug aber schafft dieses nur bis biste Dt ding ab. Die meisten Leute wollen weiter, sei es Mümmel oder bergeford und Co. keine Fahrten mehr nur bis billstedt! Erst dann bin ich als zahlender Gast zufrieden. Es fühlt sich an als würde man vom hvv bestraft werden, weil man sich bewusst entschieden hat in Mümmelmannsberg / Boberg zu leben.

    der 10 Minuten takt, an den hab ich mich gewöhnt un den akzeptiere ich auch. Aber dieses immer abends am billstedter Bahnhof warten, der nicht grade für seine Sicherheit bekannt ist, nervt tierisch und macht auch keinen Spaß mehr am Bus und Bahn fahren. Attraktivität sieht definitiv anders aus.

  5. Hallo,

    wie sieht es denn mit der Taktverdichtung auf der U1 zwischen Farmsen und Ohlstedt aus? Gibt es hier auch Verbesserungen oder bleibt alles beim Alten?

  6. U 4 Elbbrücken ?
    Ab Dezember soll die U 4 dort in Betrieb gehen.
    Das die S-Bahn dann schon fertig ist bezweifle ich.
    Das ist vorerst eine Haltestelle im nirgendwo.

    Sind irgendwelche Zubringer-Busse geplant ?
    z.B. von Rothenburgsort (Bus 3a / 120a ?) oder auch eine E13 vom Stübenplatz über Veddeler Damm ? Selbst von der Veddel ist das ein nennenswerter Fußweg.
    Und nicht jeder fährt Fahrrad.

    Eine Entlastung der S 3 und des Hbf ist anzustreben,
    Und von M13 zur S-Veddel, dann zu S-Elbbrücken fahren und dann zur U 4 rüberlaufen wird sicher keinen Zeitvorteil bringen,

    1. Für die Busanbindung der U4-Haltestelle Elbbrücken ist die Erarbeitung des Bus-Konzepts noch in vollem Gange. Es ist aber sicher, dass die Haltestellen an das bestehende Netz angeschlossen werden. Da hier vor allem auch andere Verkehrsunternehmen involviert und betroffen sind (u.a. die VHH), gibt es ein übergreifendes Konzept, das beim HVV liegt. Zur Planung für unsere Buslinien können wir derzeit nur eines sagen: Perspektivisch wird die Buslinie 111 wohl zu den Elbbrücken verlängert. Dies geht allerdings erst dann, wenn die Straßen vor Ort und die notwendige Endhaltestelle fertiggestellt sind. Da sind wir allerdings auch stark abhängig von den Bauvorhaben rund um die Haltestelle und müssen uns quasi hinten anstellen. Einen genauen Termin gibt es dafür noch nicht.

  7. Hallo,

    wie sieht es denn mit Verbesserungen für die Frühpendler (ab Betriebsbeginn bis 6 Uhr) aus?
    Ein U-Bahn, die öfter fährt ist ohne die Zubringerbusse (die in meinem Fall frühestens um 5 Uhr am Bahnhof ankommen) relativ sinnbefreit. Dann muss ich trotzdem zu Fuß zum Bahnhof laufen.

    1. Auch bei den Bussen gibt es Maßnahmen. Im Wesentlichen heißt das: morgens eine Stunde früher und abends eine Stunde länger bei den Metrobussen auf den wesentlichen Streckenabschnitten. Mo-Fr: Mindestens alle 10 Minuten ein Bus in der Zeit zwischen 5 und 23 Uhr. Sa: 8-23 Uhr. So: 10-23 Uhr. Alle 20 Minuten kommt der Bus nachts an Wochenenden.

      1. Fährt die U-Bahn ab Dezember auch im neuen Metrobus Plus Standard?
        Von Hagenbeck stadteinwärts – U2 – geht bis 5.30 Uhr nur alle 20 Minuten ein Zug. Da fehlt mindestens eine Fahrt für „Metrobus Plus“?

  8. Die beschriebenen Maßnahme sind sicherlich sinnvoll aber nicht ausreichend. Eins der Probleme in Hamburg ist, dass fast alle Hauptlinien zentral ausgerichtet sind. Eine deutliche Verbesserung von Ost-West Linien außerhalb der City würde für viele Personen eine echte Alternative zum Auto bieten. Auch zeigt das Beispiel Wien – hier wurde eine Ein-Euro-pro-Tag Abokarte eingeführt – dass eine Preissenkung sehr wohl zu einer deutlichen Zunahme an Fahrgästen führen kann.

  9. Hat die Hochbahn kein Geld um die kaputte bus haltestellen zu reparieren , z.b die haltestelle siekerlandstraße linie 9 die fahrgäste fliegen in bus während der fahrt in die haltestelle

  10. Dass der ÖPNV günstiger ist als eine Fahrt mit dem Auto, ist schlicht und einfach nicht wahr. Sobald man zu zweit unterwegs ist, sind selbst DriveNow & Car2Go günstiger.
    Hauptbahnhof – Schulterblatt kostet z.B. zu zweit mit dem HVV 6,60 €!!!

  11. Was ist mit den Zügen, die nach Hamburg rein und wieder raus fahren? Wenn man im Randgebiet wohnt nützt es einem nichts, wenn der Zug nur alle Stunde fährt. Aus Büchen z.b. ist es schwer genau zu der Zrit in Hamburg anzukommen, wie man es gerne möchte. Zurück ist es manchmal Horror, wenn man die letzte Bahn verpasst hat

    1. Wir können nur für die U-Bahnen und viele Buslinien sprechen 🙁 Was Regios und z.B. den Metronom betrifft, müssten Sie dort erfragen. Dazu habe ich keine Informationen. Gestern haben HOCHBAHN, S-Bahn und VHH ihre Offensive vorgestellt.

      1. Das Pendlerproblem gilt ja auch für die U1-Äste: Wenn die Innenstadt-Taktung dichter werden soll, die Züge aber nur zwischen Ohlsdorf bis Farmsen und nicht weiter nach Norden fahren, hilft das den dort wohnenden Pendlern leider auch nicht. Schön wäre dort ein zuverlässiger 10-Min-Takt – nicht nur bis halb neun morgens oder ab 16 Uhr… *wünsch*

  12. Also ich muss die These der hochbahn mal Wieder legen, man darf bei der Berechnung nicht umbedingt die Kosten für das Auto, Versicherung, Steuern und Benzin einbrechen. Bei mir ist das so, dass ich mein Auto auf jedenfall brauche für längere Fahrten. Jetzt stellt sich für mich nur die Frage zahle ich 80 € bezin um zur Arbeit zu kommen (+ ggf mal eine private Fahrt die ich viel einfacher mit meinen arbeits Weg kombinieren kann) oder zahle ich pausal 90€ und mehr für ein Monats Ticket. Für mich steht klar, für 60 € fürs Monats Ticket würde ich das Auto nur noch für lange Strecken nutzen und in der Stadt den hvv nutzen. Aber so macht es Finanzell für mich der hvv einfach keinen Sinn.

  13. Zb den Bergedorfer Bahnhof könnte ein wenig Wasser und Seife oder gar eine Wartung der ewig knartzenden Rolltreppe stark aufwerten. So etwas mag man auswärtigen gar nicht zeigen.

  14. Die höhere Taktung und der Verzicht auf Kurzzüge bei den genannten U-Bahnlinien ist natürlich bitter nötig – schön, dass das endlich klappt. Bin gespannt auf den neuen Fahrplan: sie schreiben, dass diese Kapazitätserhöhung geplant (sic) ist.
    Die weitere Anschaffung der Capa City L-Busse finde ich allerdings eine Katastrophe. Die große Kapazität wird ja dadurch erreicht, dass es immer weniger Sitzplätze gibt. Im Stehen passen halt mehr Transportfälle ins Fahrzeug. Attraktivitätssteigerung sieht anders aus.
    Auch erschließt sich mir der Sinn von bis zu 4 Türen für den Ausstieg nicht, wenn andererseits an dem Vorne-Einstieg festgehalten wird. Naja, zumindest offiziell, de facto weitgehend abgeschafft. Nur weiß der Fahrgast leider nie, welcher Fahrer dann doch nur Vorne-Einstieg zulässt. Bevor das Standard-Argument kommt: Ich bin sehr für effektive Fahrkartenkontrollen, aber nicht auf Kosten von Tempo und Bequemlichkeit.

    1. Ich persönlich setze mich eher selten hin. Und wenn letztendlich mehr Platz zum Stehen vorhanden ist, freue ich mich, dass ich weniger häufig Kinderwagen aus dem Weg gehen und einen neuen Stehplatz finden muss.

      1. Konsequenter Vorne-Einstieg in HVZ heißt: an jeder Haltestelle rücke ich 1,50 m weiter nach hinten und suche mir einen neuen Halt. Und da das U-Bahn- und S-Bahnnetz in Hamburg vergleichsweise dünn ist, muss man auch mal längere Strecken mit dem Bus zurücklegen. Da habe ich nichts dagegen, wenn ich mich setzen und z.B. etwas lesen kann.

      2. @Hochbahn:

        Könnt ihr erläutern, wie die Stehbus-Strategie zur angestrebten Komfortsteigerung passt? Persönlich finde ich Sitzen deutlich angenehmer als Stehen. Die Hochbahn schraubt trotzdem mit jeder Bus-Generation weitere Sitzplätze raus. Das größte Hochbahn-Bus-Modell heute, der Asphaltjumbo Capacity L, hat in etwa so viele Sitzplätze (+- 10 %) wie der normale kleine Standardbus in den 90er Jahren.

        Kommt bis 2030 noch der erste Hochbahn-Bus ganz ohne Sitzplätze und mit 21 Meter langem Rolltor an der Seite für schnelleren Fahrgastwechsel?

  15. Wenn man mit dem ÖPNV zur Arbeit ein oder zweimal umsteigen muss und dann auch noch doppelt so lange fährt als mit dem Auto (übrigens kein Zeitverlust bei Parkplatzsuche, da ich von Tiefgarage zu Tiefgarage fahre) ist das aktuell nicht besonders attraktiv.
    Und wenn man dann in der Freizeit abends um 23:30 dann mit der U3 in Barmbek ankommt und dann mehr als 20 Minuten auf den nächsten Bus warten muss, um 3 Haltestellen Richtung Barmbek zu fahren, ist das auch nicht sooo erfreulich.

    Eine höhere Taktung bei optimierten Anschlussverbindungen ist auf jeden Fall gut. Bei den Bussen sollte sich das aber nicht nur auf die Metrolinien beschränken.
    Und das Ganze dann ohne Preiserhöhungen, vielleicht könnten ja auch die Zuschläge für Schnellbusse entfallen….

  16. Bei dem Wertevergleich Auto-ÖPNV fehlen jedoch beim Auto unbezifferbare Vorteile wie
    – eine Sitzplatzgarantie
    – die Sicherheit nicht die laute Musik oder das Gesabbel oder den Geruch von anderen Fahrgästen miterleben zu müssen
    – im Winter eine Sitzheizung zu haben
    – im Optimalfall direkt vom Start- zum Zielort zu fahren ohne Umwege und Umsteigen mit evtl. verpasstem Anschluss (daraus folgt auch meist eine erheblich kürzere Fahrzeit im Auto)
    – seinen Wocheneinkauf im Kofferraum vom Supermarkt nach Hause transportieren zu können

    Ich pendle schon zur Arbeit und zurück, weil es bei mir halt eine Haltestelle jeweils direkt vor Haus- und Bürotür gibt. Für alles andere nutze ich aber weiterhin mein Auto oder Car2Go oder DriveNow

  17. Ich finde eure Ansätze super und auch der Preis ist vollkommen okay. Aber ihr solltet viel viel mehr in die Barrierefreiheit stecken. So oft sind Fahrstühle defekt in Hamburg. (Besonders Hbf, Billstedt usw.) und die Reparaturen dauern zu lange. Und die Informationen sollten für Rollstuhlfahrer besser in die App integriert werden. (Aktuelle Lage der Fahrstühle) zurzeit ist es sehr umständlich und nicht immer aktuell.

    1. Sind wir dran. Barrierefreier Ausbau läuft auf Hochtouren (aktuelles Beispiel: U1). Dauert aber natürlich seine Zeit. Die Hinweise zur App gebe ich weiter, da haben Sie Recht, das ist noch nicht optimal. Bei Wartung und Reparatur kommt es manchmal zu Verzögerungen, wenn Ersatzteile fehlen. Wir geben aber unser Bestes. Sollte akut mal ein Aufzug kaputt sein, geben Sie uns gerne auch einen Hinweis über die Infosäulen am Bahnsteig oder eine kurze Mail an info@hochbahn.de. Dann können wir am schnellsten reagieren.

  18. Na, da hoffe ich aber, dass bei Einführung der CapaCity Busse auf der Linie 13 entweder sämtliche Falschparker in Wilhelmsburg unverzüglich abgeschleppt werden oder der Linienweg verändert wird, denn mit der aktuellen Situation sind die Busse auf der Linie absolut unbrauchbar. Sagt ein Linie-13-Fahrer.

  19. Das klingt doch super. Als Inselbewohner freut mich besonders der Ausbau der 13 und natürlich die bessere Taktung der S3.

    Was ich mir allerdings zusätzlich wünschen würde, wäre eine bessere Abstimmung der Anschlüsse. Häufig erwischt man zum Beispiel in Wilhelmsburg aus der S3(1) den 13er nicht. Eine Minute Verspätung reicht da schon aus.
    Dann bringt es mir auch nichts, wenn der S-Bahn-Fahrer den Bus informieren kann, es aber nicht (automatisch) macht. IMHO sollte der Busfahrer automatisch benachrichtigt werden – insbesondere, wenn der Bus abends nur noch alle 10min fährt.

  20. Und was ist mit der S21?
    Die ältesten Züge welche immer störanfälliger werden. Dauerhafte Verspätungen auf der Strecke.
    Der Bezirk Bergedorf wächst und wächst, das Angebot und die Qualität des Nahverkehrs nicht.

    1. Die alten Züge (Baureihe 472) werden im Moment nach und nach durch neue Züge (Baureihe 490) mit Durchgängen und Klimaanlage ersetzt, ab demFahrplanwechsel soll zudem die S2 morgens und abends jeweils eine Stunde länger und mit Vollzügen (also mit sechs statt drei Wagen) verkehren. Das Angebot wächst also auch im Bezirk Bergedorf mit der Nachfrage.

      Die Strecke nach Bergedorf ist übrigens nicht nur das Einsatzgebiet der neuen S-Bahngeneration, sondern auch Teststrecke zum (teil-)autonomen Fahren zum ITSC 2021. Unter anderem deswegen wird die Strecke weiter eingezäunt, um externe Störungsquellen zu minimieren.

  21. Dass der ÖPNV billiger wäre als das Auto ist eine hübsch irreführende Halbwahrheit.

    ÖPNV kann billiger sein, als überhaupt eine Auto zu besitzen, aber er ist deutlich teurer, als sein Auto nicht zu benutzen. Sein Auto stehen zu lassen ist also fast immer völlig unattraktiv. Nur sein Auto zu verkaufen kann sich lohnen, kommt aber manchmal aus anderen Gründen nicht in Frage.

    Selbstverständlich wird es erheblich attraktiver sein Auto stehen zu lassen, wenn eine Einzelfahrt oder ein Tagesticket nicht mehr ein Vermögen kostet.

    1. Aber genau darum geht es im Artikel doch: Nahverkehr attraktiver machen und in der Kooperation mit Car-Sharing-Services sinnvolle Ergänzungen und Umstiege anbieten.

      Bisher (ohne Kinder) komme ich ganz gut mit HVV + car2go aus. Für längere Strecken gibt es mal einen Mietwagen oder eben Sparpreise bei der Bahn mit Bahncard 25. In der Summe günstiger als ein Auto inkl. Unterhalt, Wartung und Reparatur.

      Selbst mit eigenem Auto würde ich noch car2go benutzen (Flughafen, Weg zur Party, etc.)

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