Tierische Helfer: Warum die Hochbahn-Wache Hunde einsetzt

Hallo an alle Blog-Leser. Mein Name ist Dukagjin, aber hier bei der Hochbahn-Wache nennen mich alle nur kurz „Jinni“. Ich arbeite seit 1998 für die Hochbahn-Wache im Sicherheitsdienst, seit 2000 als Hundeführer und bin seit mittlerweile fünf Jahren Diensthunde-Beauftragter für alle 14 Diensthundeführer, die es derzeit bei der Hochbahn-Wache gibt.
Ab sofort werde ich Euch hier im Blog von Zeit zu Zeit mit allen Themen rund um die tierischen Kollegen der Hochbahn-Wache versorgen und natürlich auch gerne eure Fragen beantworten.

Los geht es mit meinen fünf Fragen, die Ihr Fahrgäste mir (und meinen Kollegen mit Diensthunden) am häufigsten stellt.


1. Wieso hat die Hochbahn-Wache überhaupt Hunde im Einsatz?

Hunde als tierische Helfer haben nicht nur wir. Die Polizei und auch die Bundeswehr setzen z.B. auch auf die Unterstützung von Diensthunden. Die Hochbahn-Wache hat vorrangig Schutzhunde im Einsatz. Also Hunde, die für den Schutz unserer Mitarbeiter, aber auch von euch Fahrgästen zuständig sind. Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Tiere eine deeskalierende Wirkung haben können. Deshalb seht ihr sie z.B. auch bei Fußballspielen oder an Abenden am Wochenende. Die Hunde erkennen dabei Gefahren viel schneller als wir Menschen, helfen uns aber z.B. auch dabei, Graffiti-Sprayer in unseren Tunneln oder auf Anlagen ausfindig zu machen.


2. Wie werden die Hunde ausgebildet?

Jeder Diensthund wird speziell zum Schutzhund ausgebildet. Aber nicht nur er, auch sein Herrchen oder Frauchen als DiensthundeführerIn. Das passiert bei uns zusammen mit den Kollegen von der Polizei in der Landespolizeischule. Über einen Zeitraum von einem halben Jahr gibt es hier dann zahlreiche Prüfungen, die Mensch und Tier bestehen müssen. Schutzhunde reagieren dabei nur auf das Kommando ihres Diensthundeführers. Sie gehorchen aufs Wort. Am Ende der Ausbildung gibt es eine Abschlussprüfung und dann werden die Hunde an ihr Arbeitsumfeld bei der HOCHBAHN gewöhnt. Nach der Ausbildung gehen die Tiere ganz normal mit ihren menschlichen Kollegen auf Streife. Dabei sind sie übrigens immer an der Leine und tragen immer einen Beißkorb – der ist Pflicht.

Nach der Ausbildung ist es mit dem Lernen übrigens noch nicht vorbei. Das Gespann muss ständig üben und hat fast jede Woche eine Fortbildung. Lest hier doch mal konkret, wie meine Kollegin Svenja mit ihrem Hund Leila ausgebildet wurde und laufend trainiert.


3. Werden die Hunde dafür abgerichtet, gezwungen und bestraft?

Das ist ehrlich gesagt eine meiner Lieblingsfragen. Nämlich genau deshalb, weil sie so weit weg von der Realität ist. Ja, Diensthunde (und –führer) sind extrem gut ausgebildet. Bei der Ausbildung wird aber nicht auf Zwang gesetzt, sondern der natürliche Spieltrieb der Hunde genutzt. Am Ende einer Aufgabe folgt also immer eine Belohnung – auch im Alltag. Und es zeigt sich: Die verspieltesten Tiere sind oft die, die am besten lernen. Mit Bestrafung und Einschüchterung arbeitet man längst nicht mehr. Das heißt aber nicht, dass mein Hund nicht klar weiß, dass ich der Boss bin.


4. Wo leben die Hunde?

Hund und Mensch werden ein eingespieltes Team. Deshalb hat auch jeder Hund nur einen einzigen Besitzer, den Diensthundeführer. Auch wenn es immer wieder Gerüchte gibt, die Hunde würden in Zwinger weg gesperrt, leben unsere Diensthunde wie ein normaler Hund beim jeweiligen Diensthundeführer zuhause. So wird er also auch Teil des privaten Alltags und geht dann jeden Tag mit dem Diensthundeführer zu dessen Schicht zur Arbeit. Der Diensthundeführer ist die Vertrauensperson für den Hund, aber auch der Rest des Teams wird quasi seine „Arbeits-Familie“. Das schafft ein ganz besonders enges Band zwischen Mensch und Tier. Wir verlassen uns voll auf die Tiere und anders herum, sie sind unsere Kollegen!


5. Könnt ihr alle Hunderassen als Diensthunde einsetzen?

Prinzipiell gibt es viele Hunderassen, die man als Diensthund einsetzen kann. Ich habe in den letzten Jahre schon Hunde getroffen, die absolut unauffällig erscheinen, dann aber z.B. die besten Spürhunde der Welt sind. Es hat sich aber gezeigt, dass vor allem Rassen, die im Hundesport eingesetzt werden, gute Diensthunde abgeben. Sie müssen schon eine bestimmte Körpergröße und Fitness mitbringen.

Bei uns sind vor allem Schäferhunde im Einsatz. Sowohl deutsche als auch holländische und auch die belgischen Schäferhunde, die Malinois. Die zeichnen sich durch viel Loyalität, Neugierde und Mut aus.

Jeder Diensthund wird vor der „Einstellung“ genau ausgesucht und in einer Eingewöhnungsphase genauestens beobachtet. Mensch und Tier müssen zusammen passen. Die Tiere müssen aber auch körperlich und geistig fit sein, nicht zu ängstlich, sondern auch mit einer Portion Selbstbewusstsein. Denn immerhin hat ein ausgebildeter Diensthund am Ende bei uns einen wichtigen Job. Da kann er keine Angst vor U-Bahnen, Bussen oder vielen Menschen haben.

Zum Autor: Jinni lebt und arbeitet mit Hunden fast so lange er denken kann. Der Hundesport gehört für ihn privat schon lange zum Leben dazu. Mittlerweile ist er lizensierter Hundetrainer und –züchter und damit fast schon die Idealbesetzung für den Diensthundebeauftragten der Hochbahn-Wache. Hier steht er allen Diensthundeführern mit Rat und Tat zur Seite, kümmert sich um die Weiterbildung von Mensch und Tier und z.B. auch um die medizinische Versorgung der Tiere. Er selbst hat inzwischen drei Hunde bei sich zu Hause, die fester Bestandteil seiner Familie sind.

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4 Kommentare zu: Tierische Helfer: Warum die Hochbahn-Wache Hunde einsetzt

    1. Bei Zoll bleiben die Hunde, die „im Ruhestand“ sind, beim Hundeführer in der Familie. Die Hunde bekommen vom ehemaligen Dienstherrn, also dem Zoll, auch nach Ende der Dienstzeit eine kleine „Rente“, von der der Hundeführer weiter Futter usw. für den Hund kaufen kann.
      Ist das bei der Hochbahn auch so?

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