U4_Verlängerung Elbbrücken

U4 Hafen City : U-Bahn in die Wüste?

Die Bauarbeiten für die Verlängerung der U4 bis zu den Elbbrücken sind in vollem Gange. Gerade erst haben wir den Auftrag für den Rohbau des Untergeschosses der Haltestelle erteilt.
Doch immer mal wieder taucht die Frage auf: Ist die U4 Hafen City eigentlich notwendig? 
Nun wird sie auch noch verlängert, obwohl dort doch immer noch – zumindest im östlichen Teil – mehr Baugruben als Gebäude anzutreffen sind.
Wieso wird eine U-Bahn, die so aufwendig und teuer ist, in ein Gebiet gebaut, in dem niemand wohnt oder arbeitet und sie somit nur wenigen Menschen nutzen wird?

Fährt die U4 Hafen City also nur in die Wüste?

Werfen wir einen Blick  zurück ins Jahr 2007: Die HafenCity besteht aus den ersten Häuserzeilen südlich der Speicherstadt, dem  Sitz von SAP, dem Heizkraftwerk und einigen anderen Gebäuden. Entlang der Elbe dominieren noch Schuppen und das dort liegende U-Boot -434.

Die HafenCity 2007 (c) HafenCity Hamburg GmbH

Heute hat das U-Boot  seinen Platz am Fischmarkt gefunden, die Schuppen sind verschwunden, neben zahlreichen Unternehmensgebäuden dominieren Wohnviertel das Bild.
Eine neue Uni ist entstanden.
Die Europazentrale Deutschlandzentrale von Greenpeace hat ihren Sitz in der HafenCity.
Und vieles mehr.

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(c) HafenCity Hamburg GmbH Burkhard Kuhn

Die U4 Hafen City wird schon jetzt gut angenommen. So sind die Züge während der Stoßzeiten gut ausgelastet. In Zukunft werden es wohl noch viel mehr sein.
Allen Prognosen nach werden nach Ausbau der HafenCity rund 35 000 Menschen täglich die U-Bahn nutzen. Also eine ganze Menge.

Klar, es gibt noch Lücken in der Bebauung, und einige Projekte liegen hinter dem Zeitplan zurück.
Weil die U-Bahn aber auch weit über 100 Jahre halten soll (das hat ja schließlich die U3 auch schon geschafft), kommt es nun aber nicht auf Monate an.

Und die HafenCity wächst immer weiter. Das gilt vor allem für den östlichen Bereich der HafenCity zwischen Magdeburger Hafen und Elbbrücken.
2018 fährt die U4 dann bis zu den Elbbrücken. Dann gibt es auch eine Verbindung zur S-Bahn und damit den „Sprung über die Elbe“ und noch mehr Fahrgäste für die U4.

Weshalb aber jetzt schon die U-Bahn bauen?

Ganz wichtig ist es, die Infrastruktur zu schaffen, bevor an der Oberfläche Häuser, Straßen und Parks entstehen. Denn die Bauarbeiten in einem bestehenden Wohnquartier sind deutlich anspruchsvoller als in einer „Noch-Wüste“.

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12 Kommentare zu: U4 Hafen City : U-Bahn in die Wüste?

  1. Wird der jetzige 10 Min-Takt der U4 eigentlich auf 5 Min-Takt umgestellt, wenn die HafenCity fertig ist, die U4 bis zu den Elbbrücken fährt und die Hafencity voll bewohnt ist? Denn die Hafencity soll ja ein Vorzeigeprojekt sein, und bei 12.000 Einwohnern, die ja geplant sind, ist dieser Takt ja wohl nötig, da heute schon die Haltestelle Überseequartier ziemlich doll frequentiert ist. Und wie sieht es eigentlich mit der Busverbindung aus? Wird die Linie 111 auch bis an die Elbbrücken verlängert bzw. neue Linien eingeführt? Im Quartier Baakenhafen zwischen den Haltestellen HafenCity Universität und Elbbrücken sollen die meisten Wohnungen in der Hafencity entstehen und gerade dort macht ein gut ausgebautes Busnetz oder evtl. ein Fähranleger viel sinn.

    1. Anpassungen der Takte erfolgt immer nach Bedarf. Natürlich gab und gibt es Modellberechnungen, die unsere Verkehrsplaner dafür zu Rate ziehen. Genauso wird es auch mit den Busverbindungen sein. Wenn diese gebraucht werden, wird entsprechend nach Anpassungen geschaut und diese ggf. auch umgesetzt.

  2. Nach Schließen der letzten Baulücken werden sicherlich die Bereiche Kleiner Grasbrook und Reiherstieg verstärkt in den Fokus des Wohnungsbaus geraten. Spätestens dann wird man froh sein, eine U4 zu haben, die bereits an der Elbe angelangt ist und nur noch verlängert werden muss.
    Bezüglich des Ostastes schließe ich mich Herrn Schmidt an. Schon die geplante Abzweigung nach Horner Geest zeigt, welche Potenziale dort noch liegen.
    M.E. kann man die Politiker/innen, die sich damals für die U4 entschieden haben, nur für ihre Weitsicht loben!

  3. Bekommt die Elbphilharmonie – wenn sie fertig ist – auch einen U-Bahn-Anschluss? Bei den inzwischen aufgelaufenen Baukosten sollte das auch noch drin liegen!

    Oder wenigstens eine Seilbahn-Anbindung mit Station auf dem Dach?

    1. Mit 300 Metern ist die Haltestelle Baumwall wirklich nicht weit weg. Eine Haltestelle direkt an oder unter der Elbphilharmonie ist nicht geplant.
      Und in Seilbahnen machen wir gar nicht 😉

  4. Dirk,

    Erstens ist die Billstedter Strecke schon jetzt bedeutend besser ausgelasted als die Barmbeker. Und zweitens gibt es auch im Osten ein paar Stadtteile die man sehr gut nun mit der U4 anschliessen kann – Schiffbek und Jenfeld

  5. Es ist sicherlich richtig, das „Prestige-Projekt Hafencity“ an die U-Bahn anzuschließen. Dennoch hätte man das „Konzept U4“ vollkommen anders angehen MÜSSEN, indem man schon in der Planung sagt, wohin die U4 am anderen Ende führen soll. Bisher benötigt wird bisher nur der Streckenteil von der Hafencity bis zum Jungfernstieg, danach ist es nur ein nicht benötigter Verstärker für die U2 bis nach Billstedt. Gäbe es eine entsprechend höhere Nachfrage für die U2 auf dem Streckenteil Billstedt-Innenstadt hätte man schon längst die U2 auf einen kürzeren Takt (zB von jetzt 5 Minuten auf 4 oder gar 3 Minuten) geändert. Da dies nicht passiert ist scheint wohl kein großer Bedarf für den Streckenteil Billstedt Innenstadt zu bestehen, welcher nicht schon durch die jetzige U2 genügend bedient wird.
    Stattdessen hätte man gleich bei Planung der U4 sagen sollen, dass die Linie ab Jungfernstieg oder Berliner Tor von der U2 abzweigt und dann Kurs in Richtung eines Stadtteils einschlägt, wo bereits viele Anwohner vorhanden sind (in der Hafencity wird ja bisher noch daran gearbeitet) und bisher vergebens auf einen U-Bahn-Anschluss warten, beispielsweise Steilshoop oder Bramfeld. DAS wäre der Weg gewesen, den die Hochbahn und die Stadt Hamburg hätten gehen müssen. Dann hätte ich auch eine weitaus positivere Meinung für die U4, welche bisher wirklich nur auf dem Stück Hafencity-Jungfernstieg gerechtfertigt ist.

    Gruß aus Bramfeld

    1. In der HafenCity leben und arbeiten auch jetzt schon viele Leute. In Zukunft werden es wohl nicht weniger, sondern noch viel mehr. Wie wir im Beitrag gesagt haben, war es hier sinnig, die Infrastruktur zu schaffen, bevor an der Oberfläche alles bebaut ist.
      Nebenbei ist die U4 ab Jungfernstieg in Richtung Billstedt natürlich ein Verstärker der U2. Hier hat sich gezeigt, dass insbesondere auf dem Abschnitt zwischen Berliner Tor und Horner Rennbahn die Züge benötigt werden. Als kleinen Zusatz. Bevor 2009 der Linientausch der U2 und U3 stattfand, konnten auf der damaligen U3 nur kürzere Züge eingesetzt werden, weil einige Bahnhöfe (z.B. Mönckebergstraße und Landungsbrücken) nur 90 Meter lang sind. Das hatte zur Folge, dass die Züge der damaligen U3 im Abschnitt zwischen Berliner Tor und Billstedt immer proppe voll waren. Der Linientausch hat es dann möglich gemacht, längere Züge einzusetzen und diesen östlichen Ast deutlich zu entlasten. Und die Verstärkung durch die U4 war trotzdem noch nötig.
      Als nächstes ist geplant, die U4 an der Horner Rennbahn auszufädeln und zwei neue Haltestellen im Bereich Horner Geest zu schaffen.
      Wie es jetzt aussieht, erhalten dann Bramfeld und Steilshoop endlich U-Bahn-Haltestellen.

      1. Wie sich jetzt zwei Jahre später herausstellt, werden Bramfeld und Steilshoop von der zukünftigen U5 bedient. Die U4 ist also weiterhin nur für die zwei Haltestellen Horner Geest und den Hafencity-Teil ab Jungfernstieg interessant. Wird ab Horner Geest und ab Elbbrücken denn später noch weitergebaut oder sind das jeweils Endstationen, während kräftig an der U5 geschraubt wird?

      2. Beide Endhaltestellen werden so gebaut, dass die Linie weiter verlängert werden kann. Die U4 entlastet vor allem aber auch den viel genutzten Abschnitt der U2 zwischen Berliner Tor und Horner Rennbahn. Die Verlängerung Richtung Jenfeld ginge, das Gebiet wird aber eigentlich durch die S4 gut erschlossen. Der Sprung über die Elbe bleibt sicherlich ein Thema. Die Weiterführung in den Bereich Wilhelmsburg / Kirchdorf ist nach Ansicht unserer Planer erst dann sinnvoll, wenn auf der Elbinsel in großer Anzahl neue Wohnungen gebaut würden.

    2. Die Züge sind zu vielen Zeiten des Tages gut ausgelastet. Die Züge entlang des Billstedter Asts sind zwar in der HVZ nicht komplett voll, aber dennoch gut ausgelastet. Würde die U4 vom Billstedter Ast wegfallen, so wären die Züge wieder sehr voll. Man kann nicht von einem unbenötigten Verstärker sprechen, wenn die Hochbahn für drei Jahre lange Bauarbeiten um Berliner Tor und eine monatelange Sperrung zwischen Berliner Tor und Gänsemarkt hatte, alles nur um die Kapazitäten zu erhöhen.

      Ich sage hier auch nicht, dass Bramfeld keine U-Bahn-Anbindung verdient hätte, denn eine Bahnverbindung ist dort unbedingt nötig. Ich denke nur, dass man deswegen nicht sagen sollte, dass die heutige U4 östlich des Jungfernstiegs überflüssig ist, da sie, speziell in der HVZ und da es sich um Kurzzüge handelt, meist voller sind als die Züge der U2.

  6. In diesen Beitrag hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Wie uns Manfred Starck von der Greenpeace-Gruppe Hamburg gerade informiert hat, ist es nicht die Europazentrale, sondern die Deutschlandzentrale von Greenpeace, die ihren Sitz in der HafenCity hat.

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