Sprung über die Elbe mit der U4 auf den Grasbrook – Wieso eigentlich erst jetzt?

Am Montag gab es den großen Presseauftakt: Die konkreten Planungen für die Verlängerung der U4 auf den Grasbrook starten und damit auch der lang ersehnte Sprung über die Elbe. Aber ist das denn nicht eigentlich schon lange Thema? Und wieso startet es dann erst jetzt?

U-Bahn-Netzausbau im Zuge der Stadtentwicklung

Im Jahr 2014 hat die HOCHBAHN im Auftrag der damaligen Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation eine sogenannte “Konzeptstudie” durchgeführt, um Hamburg-weit Potenzialgebiete für den U-Bahn-Netzausbau zu identifizieren. Mit untersucht wurde auch damals schon der Grasbrook, da er für die Ausrichtung der Olympischen Spiele im Jahr 2024 infrage kam. Es war allerdings nicht geplant, bereits das Olympia-Stadion mit einer U-Bahn anzubinden, sondern erst die spätere Nachnutzung des Gebiets. Das heißt, der Baubeginn war schon immer für die Mitte der 2020er Jahre vorgesehen.

Ein Referendum kam jedoch letztendlich zu dem Ergebnis, dass sich Hamburg nicht auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele bewirbt. Damit entfielen vorerst wieder die Planungen zur anschließenden Entwicklung des Grasbrooks und somit auch zur U-Bahn – zumindest bis 2017.

Neue Planungen: Nachhaltiger Stadtteil auf dem Grasbrook

Im September 2017 stellte der Senat dann neue Pläne vor: Es soll ein innovativer und nachhaltiger Stadtteil auf der Elbinsel gebaut werden. Und ein Stadtteil ist nun mal nicht innovativ und nachhaltig, wenn nicht auch ein zukunftsträchtiges Mobilitätsangebot vorhanden ist. Somit kam die U4-Verlängerung in den Süden also wieder auf den Plan.

Nachhaltige Mobilität mit der U4 bereits für HafenCity geschaffen

In der HafenCity war der Bau der U4 zu dieser Zeit bereits so gut wie abgeschlossen. Ende 2018 wurde die aktuelle Endhaltestelle Elbbrücken eingeweiht.  

Die frühzeitige Fertigstellung hat hier natürlich einen ganz bestimmten Grund: Da die U-Bahn-Trasse unterirdisch verläuft, musste sie vorzeitig gebaut werden, damit die Oberfläche im Anschluss wiederhergestellt und der Stadtteil gebaut werden kann.

U4 auf den Grasbrook

Im Falle des Grasbrooks ist das etwas anders: Hier wird die U4-Strecke oberirdisch verlaufen. Zunächst wird die U4 von der Haltestelle Elbbrücken mithilfe einer neuen U-Bahn-Brücke über die Norderelbe geführt. Anschließend fährt sie über ein Viadukt auf dem Grasbrook und endet in einer Haltestelle über dem Moldauhafen. Das klingt auf jeden Fall nach einer schönen Panoramastrecke mit Blick auf den Hamburger Hafen und die künftige Stadtkulisse auf der Elbinsel 😊

U4-Verlängerung auf den Grasbrook
Künftiger Streckenverlauf der U4 von den Elbbrücken zum Moldauhafen

Durch den oberirdischen Verlauf ergibt sich die Möglichkeit, die Planungen der U4-Verlängerung zeitgleich mit denen zum Stadtteil voranzutreiben. Dadurch kann das Umfeld gemeinsam gestaltet und die U-Bahn bestmöglich in das Stadtbild integriert werden.

U4-Haltestelle auf dem Grasbrook
Die geplante U4-Haltestelle über dem Moldauhafen

Wie auch in der HafenCity beginnen die Planungen der U-Bahn-Verlängerung also, bevor überhaupt ein Stadtteil existiert. Der Baubeginn ist nach wie vor für Mitte der 2020er-Jahre vorgesehen. Die erste U-Bahn könnte dann vermutlich Anfang der 2030er Jahre rollen. Parallel dazu wird der Stadtteil gebaut und ca. 2040 fertiggestellt. Damit ist die Frage nach dem “Wieso erst jetzt?” denke ich eher hinfällig. Stattdessen ein kleiner Ausblick auf die Frage “Und was als Nächstes?”: Noch in diesem Jahr startet die HOCHBAHN eine Machbarkeitsuntersuchung für eine Weiterführung der U4 bis nach Wilhelmsburg. Der Netzausbau geht also Schritt für Schritt weiter 😊 Übrigens: Wer zur U4-Haltestelle über dem Moldauhafen mitreden möchte, kann das noch bis zum 14. Dezember auf schneller-durch-hamburg.de tun.

Schreibe einen Kommentar