Mit dem Bus in die Vergangenheit

Das Wochenende steht vor der Tür und ihr wisst noch nicht, was ihr unternehmen sollt? Dann habe ich einen Tipp für euch, der auch bei Hamburger Schietwetter gut funktioniert: In der HafenCity gibt es die Möglichkeit, eine kleine Reise in die Vergangenheit zu machen. Und das Ganze lässt sich am Ende noch gut mit einem Besuch im Hafenmuseum verbinden.

Der Museumsbus: Ein Überlebenskünstler

Genau genommen geht es um die Buslinie 856, die euch vom U/S-Bahnhof Elbbrücken über den S-Bahnhof Veddel direkt zum Hafenmuseum Hamburg fährt. Besonders daran ist, dass diese Linie von einem rot-weiß lackierten Daimler-Benz O 405 aus dem Jahr 1985 gefahren wird. Der Museumsbus wurde zu seinen Lebzeiten unter anderem auf den Linien 112, 150 und 213 und auf den Betriebshöfen Schützenhof in Altona, Mesterkamp und zuletzt Wendemuth in Wandsbek eingesetzt. Er verfügt über 204 PS und kann eine Höchstgeschwindigkeit von 86 km/h erreichen. 17 stolze Jahre war der Bus im Einsatz und hatte bei seiner Ausmusterung eine Laufleistung von 1 Million Kilometer auf dem Buckel. Damit war kein anderer Bus der HOCHBAHN so lange im Dienst wie dieser. Und auch heute noch ist er in einem top Zustand. Das ist nicht zuletzt dem Hamburger Omnibus Verein zu verdanken, der den Bus 2002 übernommen hat, um ihn bis zur Wiederzulassung im Jahr 2016 in Schuss zu halten und gelegentlich auf Veranstaltungen und Paraden zu präsentieren.

Ein Verein, der die Herzen der Nostalgiker höher schlagen lässt

Bereits das zweite Jahr in Folge ermöglicht der Verein nun, dass der Museumswagen mit seinen 44 Sitzplätzen zwischen den Elbbrücken und dem Hafenmuseum verkehrt. Der Hamburger Omnibus Verein wurde 1978 gegründet und besteht mittlerweile aus 70 Mitglieder*innen. Sein Ziel ist es, historisch bedeutsame Fahrzeuge und damit ein Stück Hamburg am Leben zu erhalten. Hierfür haben die Mitglieder*innen eine Auswahl der ausrangierten HOCHBAHN-Busse für die historische Sammlung ihres Vereins übernommen. In seiner Fahrzeugsammlung befinden sich inzwischen 33 Museumsbusse aus den Baujahren 1952 bis 2005. Hiervon sind 4 Fahrzeuge für den Fahrgastbetrieb zugelassen und können somit auf der Museumslinie oder auf Miet-und Sonderfahrten genutzt werden.

Bus aus der Vergangenheit
Ein alter Citybus im Besitz des Vereins. Foto: Egon Ihde

Wenn schon Geschichte, dann richtig

Und wenn ihr ohnehin schon auf einer Reise in die Vergangenheit seid, könnt ihr euch im Anschluss an die historische Busfahrt von den Mitarbeiterinnen des Hafenmuseums – darunter auch ehemalige Hafenmitarbeiter*innen – die Geschichte und die Entwicklung des Hamburger Hafens näherbringen lassen. Das Hafenmuseum ist eine Außenstelle des Museums für Arbeit und befindet sich im Freihafen auf dem denkmalgeschützten Kaiensemble. Dieser gewährleistete seiner Zeit den optimalen Umschlag zwischen dem Landverkehr und den Seeschiffen. Zu der Sammlung des Museums gehören unteranderem materielle Kunst der letzten Jahre aus den Bereichen Meerestechnik, Schifffahrt und Güterumschlag.

Kleiner Spezial Tipp: Im September 2020 kam die PEKING nach 88 Jahren wieder zurück in ihren Heimathafen Hamburg. Das Segelschiff wurde 1911 erbaut und lag die letzten Jahrzehnte in New York vor Anker. Ab Herbst 2021 sind Rundgänge in geführten Kleingruppen auf dem Schiff geplant. Aber auch jetzt schon gibt es virtuelle Touren, auf denen ihr euch auf allen Decks und im Laderaum umsehen könnt.

Museumslinie
Museumslinie vor dem Hafenmuseum. Foto: Jürgen Röper

In diesem Sinne: Gute Fahrt!

Bis zum 31.10 könnt ihr samstags, sonntags und an Feiertagen im 30-Minuten-Takt zu den Öffnungszeiten des Museums mit der Museumslinie in die Vergangenheit fahren. Das Ticket gibt es sowohl online als auch an den Fahrkartenautomaten der Bahnhöfe Elbbrücken und Veddel zum normalen HVV Tarif. Der Kauf im Bus ist nicht möglich. 

Kleiner Hinweis: Auch, wenn ihr auf einer Fahrt aus den 80er Jahren unterwegs seid, gelten natürlich trotzdem die aktuellen Regeln. Daher tragt zum Schutz aller eine Maske und achtet auf die AHA-Regeln. Viel Spaß! 🙂


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1 Kommentar zu: Mit dem Bus in die Vergangenheit

  1. Danke für den Tipp! Ich finde es schön, dass man gerade an Hamburgs jüngster Schnellbahnstation mit ihrem futuristischen Design zu einer Reise in die Vergangenheit starten kann.

    Ein kleiner Hinweis zum „Mitglieder*innen“: Das Wort „Mitglied“ ist vollkommen geschlechtsneutral (neutrum), das Wort „Mitglieder*in“ existiert nicht.

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