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Elektroniker bei der HOCHBAHN – Mit Marvin und Erik unterwegs

Unsere U-Bahn fährt mit Strom. Ohne ihn, da geht nix. Klar also, dass es da viel Elektronik gibt, die gewartet und repariert werden will. Dafür hat die HOCHBAHN eigene Elektronikerinnen und Elektroniker und sogar zwei eigene Ausbildungsberufe.

Ich habe zwei der Kollegen einen Tag lang begleiten dürfen. Das haben sie mir über ihren Alltag im Job erzählt.


Marvin, Elektroniker für Geräte und Systeme

Marvin hat schon seine Ausbildung bei der HOCHBAHN gemacht. Als Elektroniker für Geräte und Systeme kennt er alle elektronischen Systeme in der Leit- und Zugsicherungstechnik. Also alle Signale, den Zugfunk, Überwachungskameras und Monitore, Lautsprecher und Infosäulen, aber z.B. auch Fahrkartenautomaten. Wer mit der Ausbildung fertig ist, kann sich dann spezialisieren– je nach Bedarf und persönlicher Vorliebe.

Ursprünglich ist Marvin im Baudienst und deshalb nur nachts unterwegs. Seine Aufgaben: alle Reparaturen an den elektronischen Anlagen im Gleis.
Weil er jetzt gerade seine Weiterbildung zum Betriebstechniker macht, ist er in den Entstörungsdienst gewechselt. Also in eines der Teams, die sich darum kümmern, dass die U-Bahn im Störungsfall möglichst schnell wieder fährt.

„Du musst dich aufeinander verlassen können und teamfähig sein. Alleingänge gibt es bei uns nicht.“

„Der Job hat zwei Komponenten: Störungen vorbeugen und akute Störungen beheben“, erzählt Marvin. In der Regel hat also jeder Tag einen oder mehrere feste Aufträge, bei dem z.B. elektronische Teile und Anlagen überprüft oder gewartet werden. „Kommt dann aber eine akute Störung einer U-Bahn rein, muss es schnell gehen.“

Das 3-Mann-Team ist dafür mobil im Netz unterwegs, kann also so schnell wie möglich zum Ort der Störung fahren. „Wenn es ein Fehler in der Elektronik ist, sind wir die, die ihn suchen und bestenfalls auch beheben,“ so Marvin. Dann sichert einer von ihnen die Gruppe im Gleis ab, die anderen zwei arbeiten an der Lösung. „Du musst dich aufeinander verlassen können und teamfähig sein. Alleingänge gibt es bei uns nicht“, berichtet mir Marvin.

Die Arbeit an sich ist dann von Fall zu Fall unterschiedlich. Je nachdem, ob die Störung an den Signalen, Weichen, der Stromversorgung oder den Kabelanlagen vorliegt. „Ganz vereinfacht gesprochen, sind vor allem alle orangenen Kästen im Gleis die, um die wir uns kümmern,“ meint Marvin. Aber natürlich gibt es auch ganze Räume voller elektronischer Anlagen, die für den U-Bahn-Betrieb unverzichtbar sind. Dann ist es oft ganz feine, kleine Elektronik. Also dünne Kabel oder kleine Relaisgruppen. Hier kann die Suche nach der Störung dann auch mal länger dauern. „Manchmal hilft aber schon das Motto Reboot tut gut“, sagt Marvin. Denn auch hier ist manchmal das Problem mit einem einfachen Neustart gelöst. Computer eben.



Wer im Entstörungsdienst arbeitet, arbeitet im 3-Schichtsystem, denn die U-Bahn fährt ja im Grunde fast den ganzen Tag lang. Heißt dann konkret, dass man nach 3-5 Arbeitstagen von einer Schicht in die nächste wechselt, dazwischen ist frei, um den Wechsel zu erleichtern. Der Schichtplan ist für mindestens ein Jahr im Voraus bekannt und ermöglicht so auch ein gewisses Maß an Planungssicherheit. „Für mich ist der Job ideal, weil ich schon immer gerne mit Computern und Elektronik experimentiert habe. In meinem Freundeskreis bin ich längst der Mann für alles, was mit Elektronik zu tun hat“, lacht Marvin.


Erik, Elektroniker für Betriebstechnik

Ganz anders dagegen sieht es bei Erik aus. Er ist Elektroniker für Betriebstechnik und damit der, der im Grunde die Grundlage für Marvins Job erst schafft. Denn er und seine Kollegen sind für die gesamte Stromversorgung auf den U-Bahn-Strecken und auf den U-Bahn-Haltestellen zuständig. Sie verlegen und reparieren also alle Energie- und Versorgungsleitungen und montieren und warten auch die Beleuchtungs- und Sicherheitstechnik. „Ganz krass gesagt würde ohne uns keine U-Bahn fahren können und auf keiner Haltestelle das Licht brennen oder der Aufzug fahren“, erklärt mir Erik. Sie sind also die, die dafür sorgen, dass der Strom dort hin kommt, wo er gebraucht wird.

„Uns findet man eigentlich überall. Auf der Leiter an der Decke werkelnd oder aber auch mal unter dem Bahnsteig, wo eine Menge Kabel verlaufen, von denen Fahrgäste überhaupt nie etwas sehen.“

„Die Arbeit bei uns ist sehr abwechslungsreich“, so Erik. „Mal geht es um langfristige Arbeiten, wie das Aufstellen, Anschließen und Prüfen von großen Energieanlagen oder Schaltschränken, dann aber z.B. auch „nur“ um das Verlegen von Arbeitssteckdosen für die Kollegen aus den Baubereichen.“ Beim Um- oder Neubau einer Haltestelle sind sie es auch, die alle Kabel verlegen, die für die spätere Stromversorgung der Haltestelle gebraucht werden.

„Uns findet man eigentlich überall. Auf der Leiter an der Decke werkelnd oder aber auch mal unter dem Bahnsteig, wo eine Menge Kabel verlaufen, von denen Fahrgäste überhaupt nie etwas sehen“, erzählt mir Erik. Der Großteil ihrer Arbeiten kann am Tag erfolgen, deshalb arbeitet das Team im Normalfall auch in ganz normalen Tagschichten. Nur bei größeren Wartungsarbeiten oder beim Neubau gibt es auch Nachtschichten.



Die Teams sind in vier Meistereien aufgeteilt, die jeweils ein festes Einsatzgebiet haben. Erik und seine Kollegen sind z.B. auf der U1 zwischen Jungfernstieg und Norderstedt Mitte unterwegs, kümmern sich aber auch um die U3 zwischen Rathaus und Sternschanze. „Das ist natürlich die Sahnestrecke“, lacht Erik. „Hier macht es mit Blick auf den Hafen natürlich immer noch mal mehr Spaß!“.

In der Regel sind sie im Zweierteam unterwegs, bei manchen Jobs aber auch alleine. Und immer umfasst ihr Job sowohl die Planung als auch die Zusammenstellung des Arbeitsmaterials und schließlich die Verlegung vor Ort. „Aber auch Störungen gehören zu unserem Job“, sagt Erik. Dafür gibt es dann jeweils eine Woche lang Bereitschaftsdienste, die untereinander verteilt werden. „Dann bist du der, der raus muss, wenn es irgendwo an der Stromversorgung von z.B. Weichenheizungen oder Energieanlagen hakt“, so Erik. Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, meist spielt aber Feuchtigkeit oder Rattenfraß eine Rolle. Und genau dann kann es vorkommen, dass sich Kollegen wie Erik und Marvin auch im realen Leben treffen.


Als Elektroniker bei der HOCHBAHN: Diese Jobs gibt es

Die Jobs von Marvin und Erik findest auch Du spannend? Dann schau‘ doch mal, ob nicht auch was für Dich dabei ist. Wir bilden aus, sind aber auch immer auf der Suche nach Leuten mit Erfahrung. Hier gibt’s alles zu offenen Stellen und der Bewerbung: hochbahn.de/jobs.