Schnee bei der HOCHBAHN oder wenn der erste Schnee fällt…

Weihnachten naht mit großen Schritten und dieses Jahr wird es, so fühlt es sich zumindest aktuell an, mal wieder richtig lausig kalt. Da stehen die Chancen auf eine satte Portion Schnee gar nicht schlecht. Dabei sind wir den hier im Norden doch traditionell gar nicht so wirklich gewöhnt und jeder kennt wohl den ersten Tag, an dem überhaupt Schnee fällt, und an dem auf den Straßen unvermittelt das (gefühlte) Chaos ausbricht.

Was aber bedeutet denn nun dieser Schnee für die HOCHBAHN?
Fahren die U-Bahnen unter besonderen Bedingungen und sind die Busfahrer ganz besonders langsam unterwegs und wer räumt eigentlich die Haltestellen frei?
Wie bereitet sich ein Verkehrsunternehmen wie die HOCHBAHN denn überhaupt auf den „Ernstfall“ Schnee vor?
Wir haben uns dazu mal bei den vielen betroffenen Kollegen umgehört.

U-Bahn im Dauerbetrieb

Wer die HOCHBAHN kennt, der weiß, dass wir keine klassische U-Bahn haben. Wir fahren nämlich nicht nur unterirdisch, sondern auf vielen Streckenabschnitten auch an der Oberfläche. Da kann es dann also auch passieren, dass Schnee auf die Gleise fällt oder Regen auf ihnen gefriert. Weil das den U-Bahn-Verkehr aufhalten würde, hat die HOCHBAHN schon seit Jahren ein ausgeklügeltes System.
Für ganz schlimme Winter, wie zuletzt Ende der 70er Jahre haben wir außerdem noch die „Notfall-Wunderwaffe“ – eine Diesellok mit Schneepflug. Die steht im Winter jederzeit bereit, um mögliche Schneemassen zu bekämpfen, musste aber tatsächlich auch seit den 70ern nicht mehr eingesetzt werden. Im Allgemeinen reicht es nämlich, dass unsere U-Bahnen bei starken Schneefällen die ganze Nacht durchfahren und so den Schnee und das Eis einfach wegfahren. Das passiert während der Betriebspause und sorgt also auch Nachts für reges Treiben in unserem U-Bahn-Netz.

Schneepflug

Extreme Kälte greift dagegen auch die Schienen und Weichen der U-Bahn an. Damit diese also auch im Winter einwandfrei funktionieren, gibt es ganz einfach Heizungen für die Weichen. Von diesen Weichenheizungsanlagen gibt es im gesamten Netz 26 Stück, die alle 303 oberirdischen Weichen beheizen. Das passiert vollautomatisch durch elektrische Heizstäbe, die an den Weichen angebracht sind. Dabei erkennt das System selbstständig, ob eine Weiche beheizt werden muss oder nicht. Das geschieht über Temperaturmessgeräte, die die Luft- und Schienentemperatur und auch den Niederschlag (Regen, Schnee) messen können. In der Regel springt das System ab einer Temepratur von 3 Grad Celsius an, wobei dabei natürlich vor allem die Schienentemperatur entscheidend ist. Sobald die unter 4 Grad fällt, fängt die Weichenheizung an zu heizen. Das macht sie solange, bis die Weichenschienen eine Temperatur um 10 Grad erreicht hat und schaltet sich dann, um Energie zu sparen, wieder ab. Erst wenn die Temperatur erneut den kritischen Bereich erreicht, schaltet sie sich wieder ein und beginnt mit dem Heizen von vorn.

Da vollautomatische Systeme und auch die Sensoren natürlich auch mal ausfallen können, gibt es die Möglichkeit, dass unsere Kollegen die Weichenheizung auch manuell aus der Ferne einschalten können. Das passiert z.B. auch bei extremen Wetterereignissen wie z.B. Blitzeis. Sollte wirklich mal gar nichts mehr gehen, sind unsere Kollegen aber auch ganz schnell persönlich vor Ort und lösen das Problem. So sind wir immer auf der sicheren Seite, damit keine Weiche einfriert und den U-Bahn-Verkehr unnötig behindert.
Übrigens heizt man die Weichen nicht erst seit gestern. Das haben sogar die Hochbahner vor 100 Jahren schon gemacht, wenn auch ein klein bisschen anders als heute.

Bus – Scheibenkratzen leicht gemacht

Wer ein Auto hat, kennt das leidige Thema vom Scheibenkratzen im Winter. Unsere Busfahrer haben dagegen das Glück, dass sie das nicht selbst aufwendig vor Beginn ihrer Schicht machen müssen. Stattdessen heizt eine Standheizung jeden Bus ca. 30 bis 45 Minuten vor Fahrtbeginn ein, sodass unsere Fahrerinnen und Fahrer gleich zu Beginn freie Sicht haben und direkt starten können. Nebenbei wird auch noch das Kühlwasser der Busse erwärmt, was einen Kaltstart der Motoren verhindert und so die Lebensdauer der Busmotoren verlängert. Hierfür werden die Busse auf den Betriebshöfen über ein Kabel an eine Säule angeschlossen, die die Standheizung des Busses aktiviert. Dadurch tauen die vereisten Scheiben ab und Fahrer und Fahrgäste können in einen vorgewärmten Bus einsteigen.
Gegen den Schnee auf den Straßen sind aber auch unsere Fahrerinnen und Fahrer nicht gefeit. Es ist aber tatsächlich so, dass Schnee dem Bus deutlich weniger Probleme bereitet als beispielsweise einem Pkw. Das liegt an dem viel höheren Eigengewicht des Busses.

Haltestellen und Busumsteigeanlagen

Bahnsteige, Treppen und Vorhallen werden im Winter immer von Schnee und Eis befreit und gestreut. Nur die Bushaltestellen werden von der „normalen“ Stadtreinigung übernommen. Für das Schneefegen und Streuen auf den U-Bahn-Haltestellen und Busumsteigeanlagen sind unsere Kollegen der TEREG zuständig. Das sind auch diejenigen, die dort auch das ganze restliche Jahr über für Sauberkeit sorgen.

Deshalb übernehmen sie im Winter ganz einfach auch den „Winterdienst“. Das heißt vor allem natürlich an den oberirdischen U-Bahn-Haltestellen, dass sich der Arbeitsalltag verändert. Hier werden dann nicht mehr nur die Haltestellen sauber gemacht und die Mülleimer geleert, sondern eben auch vom Schnee befreit. Schmutz und Schnee dürfen dabei aber nicht auf die Gleise gefegt werden, weil das zu Problemen bei der U-Bahn führen würde. Stattdessen wird der Schnee in die Mitte des Bahnsteigs gefegt und dort gesammelt. Bei zu viel Schnee kann er auch hinter dem Bahnsteig zwischen den Gleisen deponiert werden. Anschließend wird mit Sand gestreut, ganz besonders an den Bahnsteigkanten und auf den Treppen.

Bei Haltestellen unter der Erde bleibt der Reinigungsprozess im Grunde der gleiche wie den Rest des Jahres auch, außer dass die Haltestellen durch Streugut und Schneematsch, der an den Schuhen in die Haltestelle getragen wird, extra viel Dreck bedeutet. Die Besonderheit ist aber, dass unsere Kollegen ganz genau darauf achten, dass die Treppen frei sind, damit niemand fällt.
Bei 91 U-Bahnhaltestellen und 13 Busumsteigeanlagen können unsere Kollegen aber natürlich nicht überall gleichzeitig sein. Wenn der Schnee also noch ganz frisch auf Ihrer Haltestelle liegt, kommen die Kollegen sicher bald vorbei. Und auch in Bussen und U-Bahnen wird es besonders im Winter mal dreckiger. Wir können ja aber schlecht Fußmatten auslegen, an denen sich all unsere Fahrgäste erst mal die Füße abtreten müssen 😉

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7 Kommentare zu: Schnee bei der HOCHBAHN oder wenn der erste Schnee fällt…

  1. Bitte achtet auch darauf das die Düsen der Scheibenwischer in Funktion sind und auch die Scheibenwischer an sich richtig wischen. Es wäre auch eine Hilfe in den Tank der Scheibenwischer Frostschutz zu füllen. Ich saß neulich in einem Bus wo das nicht so war und der Fahrer hatte damit schwer zu tun und war in der Sicht sehr eingeschränkt, es war früh morgens und noch dunkel, dass war nicht so lustig

  2. Ich nehman mal an ueberdachte Bahnsteige oder auch Treppen bedeuten weniger Aufwand was reinigung angeht und weniger Stuerze. Lohnt es sich da nicht mal ein paar weitere Daecher anzulegen?

    1. Naja, der Schnee oder die Nässe an den Füßen macht die Treppen und Bahnsteige trotzdem noch glitschig. Natürlich nicht so sehr wie direkter Schneefall, aber dennoch. Dächer sind ja auch nicht einfach mal schnell gebaut. Da streuen wir lieber 1x mehr 😉

  3. „Im Allgemeinen reicht es nämlich, dass unsere U-Bahnen bei starken Schneefällen die ganze Nacht durchfahren und so den Schnee und das Eis einfach wegfahren. Das passiert während der Betriebspause und sorgt also auch Nachts für reges Treiben in unserem U-Bahn-Netz.“

    Frage: Sind das nur Leerfahrten oder dürfen auch Fahrgäste mitfahren?

    1. Wir machen nur Leerfahrten, sonst müssten wir deutlich höheren Aufwand betreiben. Die Durchfahrten finden also wirklich nur dafür statt, dass der reibungslose Ablauf am nächsten Morgen sichergestellt ist.

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