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Busfahrer Benny: Wann ich Pause mache und wieso ich dann (manchmal) meine Ruhe will

Heute schreibe ich über ein Thema, das mich, meine Kollegen und vielleicht auch euch, immer mal wieder beschäftigt: die Pause von uns Busfahrern.

Was erst mal unspektakulär klingt, sorgt immer mal wieder für Anspannung zwischen uns Fahrern und euch Fahrgästen, denn anders als Menschen, die im Büro arbeiten, haben wir Busfahrer unseren Arbeitsplatz immer mit dabei und nicht immer ist klar erkennbar, dass wir gerade (vielleicht sogar die erste und einzige) Pause machen.

Aber ich fange zunächst mal anders an.


Wir Busfahrer und unsere Pause: So geht es

Bei mir und meinen Kollegen gibt es keine festen Pausenzeiten (z.B. mittags um 12). Es gibt auch keine zusammenhängende Blockpause wie z.B. bei meinen Kollegen aus dem U-Bahn-Bereich, sondern viele einzelne Zeiträume, die für mich als Pause angerechnet werden können. Und die können jeden Tag unterschiedlich sein – je nach Linie und Dienstplan.

Als wirkliche Pause gelten bei der HOCHBAHN nur die Zeiträume, die 10 Minuten oder länger sind. Alles darunter ist „nur“ eine Unterbrechung meiner Lenkzeit. Dazu zählen dann z.B. auch die Wendezeiten, also die Zeiten, die ich zwischen Ankunft und Abfahrt an der Endhaltestelle habe. Auch die variieren von Linie zu Linie. Manchmal sind sie sehr knapp, sodass es direkt weiter geht, manchmal länger, dann reicht es für die Toilette oder einen Klönschnack mit den Kollegen. Entsprechend empfinde ich manche Wendezeit schon als kleine Verschnaufpause, auch wenn sie das, rein zeitlich, eigentlich noch gar nicht ist.

Wenn alles nach Plan läuft, habe ich für mein Empfinden ziemlich oft Luft zum Durchatmen, aber natürlich geht im Alltag durch Stau und volle Busse viel von diesen Zeiten, die auf dem Papier stehen, flöten. Gerade bei Verspätungen fährst du dann oft mal non-stop und das geht natürlich irgendwann auf die Konzentration und wird wirklich anstrengend.

In solchen Fällen kann ich mich bei der Leitstelle melden oder aber sie meldet sich bei mir und organisiert mir betrieblich eine Pause, die ich sonst nicht gehabt hätte (durch was auch immer). Spätestens nach 4,5 Stunden durchgängiger Fahrt muss ich laut Lenk- und Ruhezeitverordnung sogar zwingend eine Pause machen, das ist so vorgeschrieben und wird auch eingehalten.

In der Praxis heißt das aber natürlich auch, dass es mal Sonderlagen wie Sturm, einen großen Stau oder Umleitungen gibt. Da wird die eine oder andere vorgesehene Zeit dann auch mal eng oder die Pause verschiebt sich. Da muss man dann auch mal die Zähne zusammenbeißen, aber das ist bei den Leuten im Büro ja auch nicht anders, hier fallen ja auch mal Mittagspausen aus oder es reicht nur für ein schnelles Brötchen vom Bäcker. Dass ich nie zu meiner Pause komme habe ich noch nie erlebt und dürfen wir uns mit den Vorgaben für die Lenk- und Ruhezeiten ja auch gar nicht erlauben.


Ihr Fahrgäste und meine Pause: Wann ich jemanden rein lasse und wann nicht

Nun ist für euch Fahrgäste ja nicht immer gleich erkennbar, dass ich gerade meine Pause mache. Und schon gar nicht nachvollziehbar, wieso ich dann gerade meine Ruhe haben will.  

Und genau das sorgt immer mal wieder für Situationen wie diese (die ihr vielleicht auch schon erlebt habt):

Diese Situationen kenne ich auch aus dem Alltag. Ich stehe an der Endhaltestelle und habe Pause bevor meine nächste Fahrt startet. Bestenfalls stehe ich in einer Busbucht weitab von der Starthaltestelle, manchmal aber nahezu direkt davor. Wenn es dann regnet oder kalt ist, finde ich absolut nachvollziehbar, dass ihr am Liebsten schon lange vor Abfahrt in den Bus einsteigen wollt. Und oft genug fahre ich auch vor zur Haltestelle und lasse euch rein, denn ganz oft stört es mich gar nicht.

Vielleicht war das dann einer meiner Fahrgäste 😉:

Manchmal will ich aber einfach meine Ruhe und mache das nicht. Und ich verstehe auch die Kollegen, die das grundsätzlich gar nicht machen. Am Ende darf es jeder von uns selbst entscheiden, niemand zwingt uns zum Öffnen der Türen oder verbietet es uns. Rechtlich ist es sogar eigentlich so, dass das Vorfahren an die Haltestelle und das Öffnen der Türen meine Pause unterbricht.

Und natürlich wollen auch wir mal auf die Toilette, einen Kaffee kaufen oder zum Bäcker. Meine Kasse vorne lasse ich da ungern unbeaufsichtigt und mitschleppen geht mit der so schlecht. Überhaupt habe ich die Verantwortung für meinen Arbeitsplatz. Da kann ich schlecht einfach weg gehen und meine Fahrgäste alleine im Bus lassen. Mir hilft in solchen Momenten, dass ich an der Zielanzeige „Pause“ anschreibe. So weiß jeder Fahrgast gleich Bescheid und gönnt mir eigentlich auch immer diese Pause.

Pausenanzeige Bus


Aber mal ehrlich, auch das kennt glaube ich jeder von uns: Manchmal will man einfach nur seine Ruhe. Mal runter fahren, schließlich sind wir die ganze Zeit auch von ein- und aussteigenden Fahrgästen umgeben. Eigentlich ist immer Trubel. Oder man will sich über den Stau von gerade eben ärgern, die Freundin oder Familie anrufen. Das ist doch nur menschlich. Wenn ich mir also was von euch Fahrgästen wünschen darf, dann ist es das hier: Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn ihr mich in meiner Pause ansprecht, aber bitte habt Verständnis, wenn ich euch ausnahmsweise mal nicht herein lasse oder weg schicke und versteht auch die Kollegen, denen ihre Pause heilig ist und die nicht gestört werden wollen. Wenige Minuten später bin ich (und auch meine Kollegen) wieder für euch da und bringe euch hoffentlich immer sicher an euer Ziel.

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6 Kommentare zu: Busfahrer Benny: Wann ich Pause mache und wieso ich dann (manchmal) meine Ruhe will

  1. Ich finde es furchtbar
    Das die Busse ständig gar nicht kommen
    Ich warte schon seit 23 min die Pläne verzögern sich nur
    Und es ist ständig das es so ist
    Wo für zahle ich so viel Geld ???
    Katastrophe

  2. Aha, also weil der gute Mann in der Pause seine Ruhe haben will, müssen die Fahrgäste also im Regen warten?
    Das ist gelebter Servicegedanke!

    Ich arbeite übrigens in der Innenstadt. Habe maximal einen Aufenthaltsraum, in dem auch andere Kollegen sind. Ansonsten nichts, wo ich meine Ruhe habe.

    Gottlob habe ich mittlerweile ein Auto und muss mich damit nicht mehr über sowas rumärgern. Scheiß auf das Mehr an Kohle, das ist es wert, dass ich weniger Berührungspunkte mit […]Mitbürgern im Alltag habe. [Kommentar von der Redaktion aufgrund eines Netiquette-Verstoßes angepasst, 18.3.2019]

  3. Ich finde diesen Beitrag klasse, beleuchtet er doch auch mal die andere Seite. Ich habe unter meinen Freunden auch einen Busfahrer und das macht er auch mit Leib und Seele. Das mit dem Rauchen ist auch ein Thema. Ich wohne direkt in einer Grundschule und vor unserem Küchenfenster ist die Start/Endhaltestelle für Schulbusse und Linienbusse. Da raucht der Fahrer dann auch vor dem Bus, wo Lehrer sich hinter Ecken verstecken müssen um von Kindern nicht gesehen zu werden. Und die Kippe landet dann einfach auf dem Boden. Vielleicht wäre ein kleiner mobiler Aschenbecher nicht schlecht. Ebenso finde ich das 15 Minütige laufen lassen des Motors im Wohngebiet auch nicht in Ordnung. Macht ja zum Glück auch nicht jeder. Grundsätzlich wünsche ich allen Busfahrerinnen und Busfahrern weiter eine sichere Fahrt und viel Freude am Job.

  4. Das beste wären doch echte Pausen von 40 – 60 min, die nicht mehr auf den Bussen verbracht werden. So machen das doch andere Verkehrsbetriebe z.B. in Freiburg und Zürich auch. Dann könnten Umläufe effektiver gestaltet werden und die Hälfte von diesem Produktivitätsvorteil sollte den Fahrern wahlweise als Gehaltsplus oder mehr an freien Tagen gewährt werden. Ist das so schwer umzusetzen?

  5. Das sei ihm auch gekönnt, was mich aber oft stört ist das aber Rauchen an der Bus Tür oder sogar im Bus…! Da will Mann nicht mehr einsteigen, besonders wenn Kinder dabei sind !

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