Foto einer neuen Anzeigetafel auf der U3

Frischer Look auf dem Bahnsteig: Das steckt hinter den neuen Anzeigetafeln

An einigen Haltestellen habt ihr sie vielleicht schon entdeckt, an anderen werden sie noch montiert: Die digitalen Anzeigetafeln in Hamburgs U-Bahn- und Bus-Netz verändern sich sichtbar. Warum das passiert, wie es weitergeht und was die neuen Displays überhaupt besser können – hier kommt der Überblick. 

Warum überhaupt neue Anzeigen? 

Vielleicht fällt es erst auf den zweiten Blick auf – doch die bisherigen Anzeigetafeln haben schon rund 25 Jahre auf dem Buckel. Sie stammen aus den Jahren 1999/2000 und sind damit schlicht am Ende ihrer technischen Lebensdauer. Konkret heißt das: 

  • Es gibt keine Ersatzteile mehr. 
  • Wartung und Reparaturen werden immer aufwendiger. 
  • Die Technik ist nicht mehr zukunftsfähig. 

Wir wissen, dass die alten Anzeigetafeln der einen oder dem anderen über die Jahre ans Herz gewachsen sind. Am Ende müssen sie aber natürlich vor allem eines können: Wichtige Fahrgastinformation zuverlässig an den Mann bzw. die Frau bringen. Und damit das auch in Zukunft ohne Probleme funktioniert, ist der Austausch technisch notwendig und unumgänglich. Die Mission ist also klar: Die alten Tafeln werden schrittweise durch moderne Displays ersetzt. 

Was wird wann umgerüstet? 

Die HOCHBAHN hat insgesamt: 

  • rund 450 Anzeigen an U-Bahnsteigen 
  • etwa 350 Anzeigen an ausgewählten Bushaltestellen 

Am Austausch ist das Team wie gesagt bereits dran – sichtbar u.a. auf der U1 in den Walddörfern (bis Volksdorf), an der U2/U4 Horner Rennbahn genau wie auf der U3 in Barmbek und auch am Borgweg. Dort hängen die neuen Tafeln teilweise schon, auch wenn sie vorerst noch die gewohnten Informationenanzeigen (das wird sich aber noch ändern – dazu später mehr!). 

Um den Betrieb so wenig wie möglich zu stören, wird die Umrüstung möglichst immer mit ohnehin notwendigen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen gebündelt. Danach richtet sich also auch die Reihenfolge der Umrüstung der einzelnen Haltestellen. Ziel ist, bis 2028 das gesamte Netz umgestellt zu haben. 

Foto einer neuen Anzeigetafel für Busse

Auch an Bushaltestellen werden die Anzeigetafeln gerade step by step ausgetauscht.

Was können die neuen Anzeigen heute – und was morgen? 

Schon jetzt bringen die neuen Geräte eine stabilere Technik mit – für einen sicheren Betrieb und noch mehr verlässliche Infos direkt am Bahnsteig. Die großen Vorteile zeigen sich dann aber in Zukunft: 

  • Mehr Textfläche für umfassendere Informationen 
  • Neue Funktionen, wie die Anzeige von Folgezügen und (darauf freue ich mich persönlich am meisten!) Informationen zur Auslastung der Fahrzeuge 

Diese Features werden schrittweise aktiviert, sobald die technischen Voraussetzungen im Netz geschaffen sind.  

Sobald alles rund und verlässlich läuft, erhalten die Anzeigen ein Software-Update und zeigen dann die neuen Infos an. All das ist übrigens Teil des Projektes „Auskunft 2.0“, das Informationen zu euren Verbindungen an ganz verschiedenen Stellschrauben verbessern wird. Wann genau welche neuen Infos wo für euch bereitstehen, dazu halten wir euch hier wie immer auf dem Laufenden! 

Übrigens: Im Rahmen des Projekts “Auskunft 2.0.” testet die HOCHBAHN in der hvv switch-App gerade bereits das neue Feature der Fahrgastauslastung für Busse. Ihr findet sie derzeit im Menü-Punkt „Mehr“ unter den Beta-Funktionen. Im nächsten Schritt sollen auch Daten zu den U-Bahnen hier als Beta-Funktion eingebunden werden. Schaut also gerne schonmal rein! 

Was mich jetzt natürlich interessiert: Was haltet ihr von den neuen Anzeigetafeln? Freut ihr euch auf die neuen Features? 😊  


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18 Kommentare zu: Frischer Look auf dem Bahnsteig: Das steckt hinter den neuen Anzeigetafeln

  1. Schade, dass die Schrift im Vergleich zu den alten Tafeln kleiner geworden ist. Vorllem auf Bahnsteigen wo nur eine Anzeige ist das ein echtes Manko!

  2. Neue Formate der Anzeigen, auf denen mehr Informationen angezeigt werden können, finde ich recht gut.
    Bei den Anzeigen an Bushaltestellen wünsche ich mir jedoch einige Verbesserungen. Dazu einige Beispiele:
    (1) Haltestelle Kressenweg: Die aktuellen Displays sind im Wetterschutz parallel zur Fahrbahn montiert. Man kann die folgenden Abfahrten nur dann lesen, wenn man direkt vor dem Wetterschutz steht. Wenn man auf die Haltestelle zugeht kann man das Display nicht erkennen.
    (2) An größeren Haltestellen (z.B. Eidelstedter Platz) gibt es nur an den Haltepunkten Displays. Hier wären an den Zugängen „Sammeldisplays“ mit Anzeige des jeweiligen Abfahrtbereichs wünschenswert, Das hilft, wenn man für den folgenden Fahrtabschnitt mehrere Möglichkeiten hat und die jeweiligen Linien an unterschiedlichen Punkten abfahren.
    (3) An Umsteigestationen wünsche ich mir zusätzlich „fremde Displays“. Mit fremd meine ich mier: Am Ausgang der A-, S- oder U-Bahn werden Busabfahrten angezeigt (mit Abfahrtbereich) und umgekehrt am Bus Abfahrten des Schienenverkehrs. Ähnlich wie es bei einigen Bussen in der Anzeige für „Nächster Halt“ erfolgt.
    (4) Nenen diesen reinen Anzeigen würde ich mir zusätzlich Lautsprecher wünschen. Über die Lautsprecher können, wie bereits jetzt bei U- und S-Bahn, Ansagen der Leitstelle erfolgen. Bei einer Urlaubsreise habe ich an mehreren Haltestellen jeweils eine Taste gesehen (ähnlich der Taste an Bedarfsampeln). Zunächst war ich irritiert und konner mir die Funktion nicht erklären. Eine andere wartende Person erläuterte mir die Funktion: Bei Betätigung der Taste wird der Text auf dem Display von einer künstlichen Stimme vorgelesen. Damit können auch nlinde oder behbehinderte Personen oder Analphabeten sich über die folgenden Abfahrten und andere Anzeigen informieren. Diese Funktion finde ich einen tollen Schritt zu noch mehr Barrierefreiheit.

  3. Guten Tag,
    auch mir fehlen die großen, von weitem erkennbaren Uhren. Könnte man nicht wenigstens die neue Uhrzeit -Anzeige in einer größeren Schrift darstellen?

  4. Moin, wirklich top die Anzeigen.
    Wird es auch eine Anzeige an der Horner Rennbahn Eingang am Gojenboom und neuer Eingang EKZ geben? Am neuen Eingang Rennbahnstraße und EKZ (Alter Eingang) hängen die Infodisplays.

    1. Hallo Christian! Ich habe leider nicht über jede Haltestelle bzw. jeden Anzeiger den Überblick. Die Faustregel ist aber: Überall dort, wo aktuell alte Anzeiger hängen, hängen in Zukunft neue.

  5. Danke für den interessanten Beitrag. Ich finde die neuen Anzeigen wirklich top.

    Ab wann kommen in etwa die ersten neuen Informationen an die Anzeigen?

    Sind die neuen Anzeigen auf allen Haltestellen die selben oder gibt es da auch Unterschiede?

    Warum wurden in Volksdorf nach dem Umbau der Haltestelle nicht gleich die neuen Anzeigen montiert wie in den Waldörfern sondern wieder die alten?

    1. Das freut mich zu lesen 😊
      Zu deinen Fragen: Ein genaues Timing zu den neuen Informationen kann ich hier gerade noch nicht verraten – wir halten dich hier und auf den HOCHBAHN Social-Media-Kanälen aber natürlich auf dem Laufenden, wenn es soweit ist!
      Die neuen Anzeigen sind an allen Haltestellen gleich.
      Warum die U Volksdorf noch nicht ausgestattet wurde, dazu müsste ich mich jetzt selbst erst schlau machen (evtl. stehen da noch weitere Arbeiten an). Sicher ist aber: Bis 2028 werden alle Anzeiger an allen U-Bahn-Haltestellen ausgetauscht.

    1. Hallo Johann! Die Anzeiger stehen leider nicht zum Verkauf. Davon abgesehen sind sie sind aber auch durch die fehlenden Ersatzteile, uralte Software und die hohe Lautstärke im Betrieb nicht mehr wirklich zu gebrauchen.

  6. Mir sind die alten Anzeigetafeln nicht ‚ans Herz gewachsen‘, ich finde die neuen sehr gut und informativ. Aber mir fehlt die große Uhr !!!! Die winzige Zeitanzeige kann man kaum lesen und man kann doch sicher die Uhren unabhängig von den Anzeigetafeln wieder anbringen !??
    Wenn ich den Bahnsteig betrete, orientiere ich mich immer zuerst an der Uhr, die überall schon von weitem zu sehen ist. Der Blick auf die Anzeigetafel folgt erst danach.
    Bitte die Bahnhofsuhren zurück – keine Nostalgie, sondern mit ganz praktischem Nutzen !!!

  7. Vielen Dank für die Informationen sowie an alle Mitarbeiter, die an diesem Projekt teilnehmen und Tag und Nacht arbeiten, um es rechtzeitig fertigzustellen.
    Was passiert mit den alten 800 Anzeigetafeln?
    Wäre es nicht sinnvoll, sie an Bushaltestellen zu montieren, an denen es bisher keine Anzeigetafeln gibt? die meistens von ihnen haben keine

    1. Erstmal danke für die lieben Worte, das gebe ich sehr gerne weiter 😊

      Das Problem mit den alten Anzeigetafeln ist, dass die Technik schlicht veraltet ist, es gibt keine Ersatzteile mehr, die Software ist uralt, dazu sind sie sehr laut im Betrieb (stell dich mal am Bahnsteig unter so ein Teil, dann weißt du, was ich meine) und energieeffizient sind sie auch nicht… Glaub mir, damit wird auch im Busbereich niemand mehr glücklich.

    2. Schön wäre es. Gerade mein Bezirk Wandsbek hat sehr wenige DFIs. Und in manchen Situationen hätte ich gern einen „schnellen Blick“ auf die Echtzeit. Erst die hvv App zu checken, ist umständlich und, ja, manchmal kann man sich auf die nicht verlassen.
      Aber wie Nora schon schrieb, „Energiefresser“ sind sie ganz bestimmt.

  8. Hallo, auch wenn ich die Euphorie über die Auslastungsanzeige bremse – ich habe schon bei der SBahn nicht verstanden, was der praktische Nutzen daran ist. Wenn die Bahn voll ist, ist das blöd, aber wer bleibt denn dann am Bahnsteig stehen, um auf die nächste zu warten, die möglicherweise ähnlich voll ist? Oder dann doch kurzfristig aus Gründen ausfällt? Soll kein allgemeines ÖPNV-Bashing sein, aber ich bin froh über jede Bahn, die fährt. Und die Auslastung wagenweise anzuzeigen, interessiert niemanden, der oder die die Treppen hochrennt, um die Bahn noch zu erwischen. Oder an einem bestimmten Punkt einsteigt, um beim Umstieg nahe genug an den Treppen zu sein, um den Wechsel von S- auf UBahn überhaupt möglich sein zu lassen. Ich begrüße jede wirkliche Verbesserung in Richtung Übersichtlichkeit, Zuverlässigkeit, Zugänglichleit, aber ganz ehrlich – die Auslastungsanzeigen reißen es nicht raus.

    1. Völlig in Ordnung. Gemischte Meinungen sind wir bei täglich 1,2 Mio. Fahrgästen ja gewohnt 😊

      Aber einmal als Hintergrund: Der Wunsch nach einer Auslastungsanzeige wurde dem Kundendialog tatsächlich immer wieder von Fahrgästen rückgemeldet und auch auf den Social-Media-Kanälen lese ich das immer wieder (auch wenn es sicher andere Fahrgäste gibt, denen das nicht so wichtig ist). Die Idee hinter der Auslastungsanzeige: Wenn ich sehe, dass der aktuelle Zug voll ist und der nächste schon in 5 Minuten kommt, quetsche ich mich vielleicht nicht mehr rein und habe dafür eine komfortableres Fahrterlebnis. Und auch die Anzeige pro Wagen ist natürlich spannend, wenn man es gerne etwas ruhiger hat. Das alles hängt natürlich immer von den persönlichen Präferenzen ab: Jemand anders bevorzugt vielleicht lieber die kurzen Wege beim Umstieg – beides wird in Zukunft möglich sein.

  9. Auch, wenn mir eure alten Solari-Anzeigen besser gefallen hatten, als die alten grünen LCD-Anzeigen der S-Bahn, zeitgemäß waren sie schon lange nicht mehr. Die Folgezüge hatte ich sowieso vermisst, und wenn dazu noch Sondertexte darauf angezeigt wurden, musste man ewig auf die „in x Minuten“-Anzeige warten.
    Toll, dass ihr auch in Zukunft Folgezüge und Auslastung anzeigen wollt! Das ist eine echte Verbesserung. Ermittelt ihr die Wagenauslastung dann auf die gleiche Weise, wie die S-Bahn? Oder werdet ihr ein anderes Verfahren nutzen?
    Und was die Nostalgie betrifft: Das vergeht. Selbst die größten Fans wollen heute auch keinen „Hampelmann“ mehr auf dem Bahnsteig stehen haben.🙂

    1. Hallo Jens! Das sehe ich ähnlich: Die alten Anzeiger fühlen sich irgendwie heimelig an, aber bei der Funktionalität stoßen sie inzwischen einfach an ihre Grenzen.
      Zum Thema Auslastungsanzeige planen wir noch einen weiteren Beitrag, wenn die Tests etwas weiter sind. Da erklären wir dann auch, wie das im Hintergrund alles funktioniert. Etwas Geduld 😊

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