Der Sommer ist in Hamburg angekommen (jetzt aber wirklich!). Und mit ihm, bei Temperaturen um die 30 Grad, auch ein altes Thema: Wie kommt es eigentlich, dass manche Busse und U-Bahnen so angenehm kühl sind, während andere als viel wärmer, teilweise zu warm wahrgenommen werden? Kann das mit der Klimatisierung denn so kompliziert sein? Die kurze Antwort: Ja, zum Teil schon. Für die lange Antwort müssen wir uns einmal die verschiedenen Fahrzeuge ansehen.
In den U-Bahnen
Unsere DT4-Züge haben tatsächlich keine Klimaanlagen. Das liegt schlicht daran, dass die Züge teils aus den 80ern stammen. Damals waren Klimaanlagen natürlich noch gar kein Thema und das Fahrzeugkonzept ist entsprechend nicht dafür ausgelegt. Aber kann man das denn nicht nachrüsten? Leider nein, denn mit der Installation von Klimaanlagen würden die Züge deutlich an Gewicht zulegen – zu viel für Hamburgs über 100 Jahre alten Viadukt-Strecken. Und auch für die historischen Tunnel wäre ein nachgerüsteter DT4, mit einem Klimagerät auf dem Dach, zu ausladend. Ihr seht, hier ist die Lage tatsächlich schwierig.
Anders bei den neueren Zügen, den DT5 (und in Zukunft auch der neusten Generation, dem DT6). Sie sind von vornherein mit Klimaanlagen ausgestattet. Die angepeilte Ziel-Temperatur variiert dabei je nach aktueller Außentemperatur. Allerdings: In der Praxis ist das Kühlen auch hier nicht immer so einfach. Zum einen, weil sich Sonneneinstrahlung und Umgebungstemperatur bei jeder Tunnel-Ein- und Ausfahrt schlagartig ändern. Zum anderen strömt durch das Türenöffnen bei jedem Fahrgastwechsel neue warme Luft ins Innere, gegen die die Klimaanlage dann anarbeiten muss (übrigens auch der Grund, weshalb die Fenster im DT5 oft verschlossen sind!). Gerade bei den in der Stadt so engen Haltestellen-Abständen hat das, anders als im Fernverkehr, tatsächlich einen sehr großen Einfluss. Und auch die Fahrgäste selbst, die als „Heizfaktor“ ebenfalls Wärme abgeben – je nach Auslastung des Zuges mal mehr, mal weniger – spielen hier eine Rolle. Kurz: Die Klimaanlagen laufen, aber eben unter ständig wechselnden Bedingungen, was die exakte Steuerung so komplex macht.

Bei den Bussen
Bei unseren Bussen sind grundsätzlich alle Modelle mit Klimaanlagen ausgestattet. Wie die Klimatisierung genau funktioniert, unterscheidet sich aber auch hier je nach Modell: Bei den meisten Dieselbussen ist die Temperatur auf einen festen Zielwert von 22 Grad eingestellt. Das Fahrpersonal hat hier übrigens keinen Einfluss drauf.
Bei unseren Elektrobussen und Dieselbussen mit Modulklimaanlagen wird die Temperatur dagegen auf drei Grad Celsius unter der Außentemperatur geregelt. Die Idee: Es hat sich gezeigt, dass schon wenige Grad Unterschied zur Außentemperatur reichen, damit es als angenehm kühl empfunden wird. Aber auch hier ist es in der Realität manchmal tricky: Denn wir orientieren uns hier an der objektiv gemessenen Außentemperatur. Die wiederum kann sich je nach Wetter aber subjektiv ganz unterschiedlich anfühlen (ihr kennt vielleicht die Hinweise aus der Wetter-App zur gefühlten Temperatur). Und damit fühlt es sich dann auch im Bus manchmal entsprechend kühler oder wärmer an.
Getting complicated: Jeder Fahrgast fühlt anders

Nicht zuletzt spielt auch die individuelle Wohlfühltemperatur eine Rolle. Über das, was „zu heiß“ oder „genau richtig“ ist, lässt sich nämlich bekanntlich sehr gut streiten. Was ihr vielleicht von zuhause oder aus dem Büro kennt, ist in unseren Fahrzeugen nicht anders: Bei täglich 1,2 Mio. Fahrgästen treffen einfach auch viele unterschiedliche Vorstellungen über die richtige Temperatur aufeinander. Auch, wenn wir die Temperatur im Hintergrund also so gut wie möglich steuern und neue Fahrzeuge künftig natürlich auch neue Technik mitbringen werden – begleiten wird uns das Thema Temperatur in den Öffis wohl auch in Zukunft. 😉
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Danke für die Erklärung. 🙂
Sehr gerne, dafür sind wir hier ☺️