WLAN in der U-Bahn – wie sieht’s denn damit aus?

Gastbeitrag des Twitterers „@Aus_der_UBahn“, der seit vielen Jahren als täglicher Pendler vor allem aus der U-Bahn berichtet. Wir haben ihn zu diesem Blogbeitrag aus Sicht eines Fahrgastes eingeladen.

In der Buslinie 5 und in den U-Bahnstationen Mönckebergstraße und Borgweg gibt es jetzt also WLAN.

So weit, so gut. Aber: Was nützt mir das, wenn ich im U-Bahn-Wagen selbst dann kein WLAN mehr habe und nicht einmal das Mobilfunknetz verlässlich zur Verfügung steht? Als „Profipendler“ kenne ich die Abfahrtzeiten so genau, dass ich quasi nie am Bahnsteig warte – aber in den Zügen verbringe ich Stunde um Stunde. Doch langsam, nochmal von vorne.
Das WLAN der Hochbahn läuft schnell und stabil, das hatte ich im April getestet.

Wenn ich im Bereich des WLAN bin, nutze ich es vor allem zum Twittern, aber auch für berufliche E-Mails. Ist also ein schöner Zug der Hochbahn, dass sie das weiter ausbauen wollen. Freies WLAN in der ganzen Stadt erleichtert uns das Leben, wenn die Flatrate schneller gedrosselt wird als der Monat noch dauert. Und wenn man im ÖPNV gut surfen kann, lassen sicher auch mehr Leute das Auto stehen.

Die Hochbahn konzentriert sich nun auf die Buslinien und die U-Bahn-Haltestellen, weil die technische Anbindung hier kein großes Problem darstellt. Aaaber: In den U-Bahn-Wagen ist kein WLAN vorgesehen. An die kann man nämlich gar kein Glasfaserkabel dranhängen. Das WLAN dort müsste über das LTE-Netz der Mobilfunkprovider ans Internet angebunden werden – 3G oder schwächer reicht dazu nicht aus. In den Tunneln ist nicht die Hochbahn, sondern da sind die Provider fürs Netz zuständig. Jeder Mobilfunkbetreiber installiert im Schacht nach Gutdünken sogenannte Repeater, die das Signal dort hinbringen und das Telefonieren und Surfen unter der Erde überhaupt erst möglich machen. Doch das funktioniert je nach Netzbetreiber und Strecke unterschiedlich gut. Wo man als Handynutzer im Tunnel kein oder nur ein G3-Netz hat, da lässt sich auch kein WLAN betreiben. Seit Längerem gibt es zum Beispiel im Tunnel des nordöstlichen Zweigs der U1 – von der Telekom bestätigt – „eine Einschränkung des LTE-Netzes. An der Behebung wird gearbeitet.“ Zuletzt war dort das Datennetz der Telekom gar nicht mehr verfügbar. Darüber beklagen sich regelmäßig Pendler auf Twitter – wenn sie denn irgendwann wieder Netz haben.

Also müsste die Hochbahn zunächst mal bei den Mobilfunkprovidern dafür sorgen, dass in den Tunneln ein ordentliches LTE-Netz bereitsteht. Schließlich ist das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von wegen Teilhabe an der digitalen Gesellschaft, Innovationskompetenz und so. Dafür kann sich ruhig, finde ich, auch die Stadt mal an den Kosten beteiligen.



7 Kommentare zu “WLAN in der U-Bahn – wie sieht’s denn damit aus?

  1. Ich komme einfach nicht drum herum zu denken, dass die Hochbahn hier in etwas völlig Unnützes investiert. Wer braucht denn im Bus, in dem man nie sehr lange sitzt, WLAN?
    Sie schreiben hier von Twitter und beruflichen E-Mails, beides belastet das eigene Datenvolumen kaum. Warum soll man sich also mit der Einwahl ins WLAN herumschlagen und zudem riskieren, in einem unsicheren WLAN belauscht zu werden?
    In Fernzügen kann ich das ja absolut verstehen, da man lange fährt und vielleicht ein paar Filme streamen möchte. Aber das fällt hier ja sowieso alles flach, da die Bandbreite beim Hochbahn-WLAN auf 1 MBit/s und 100 MB Datenverkehr pro Tag beschränkt ist. Jede Billig-Datenflat gibt doch ein Vielfaches davon her.

    • Freies WLAN ist extrem hilfreich für viele, deren Datenvolumen begrenzt ist. Und es gibt sehr viele Pendler, die täglich eine Stunde oder länger in Bahn und Bus unterwegs sind. Wenn man dann Instagram und Snapchat nutzt, mal ein Filmchen bei Youtube anguckt, Musik streamen oder Dokumente herunterladen möchte, ist die Flatrate schnell am Ende. Und die Einwahl ins WLAN ist bei „Mobyklick“ extrem einfach und am laufenden Tag auch automatisch in allen anderen Routern des Systems gültig.
      Das Ziel, in der ganzen Stadt ein freies WLAN anzubieten, ist aus meiner Sicht ein wichtiges gesellschaftliches Ziel. Dass die Hochbahn da vorangeht, finde ich persönlich sehr gut.

      • @Ding aus der U-Bahn:

        Warum sollte das Ziel sein, in der ganzen Stadt ein freies WLAN anzubieten? Dafür gibt es doch gar keinen Grund. WLAN steht ja nicht umsonst für Wireless LOCAL AREA Network und „Local“ meint wirklich „lokal“. Im Mietshaus reicht das WLAN oft nicht einmal zwei Wohnungen weiter. Ist das die richtige Technik für eine ganze Stadt?

        Sie wollen ja nicht WLAN haben, sondern Sie möchten doch Internet drahtlos in guter Geschwindigkeit ohne hohe Kosten haben.

        Dafür gibt es bereits Unternehmen, die so etwas im ganz großen Stil professionell betreiben: die Mobilfunkanbieter. Die können sowas, die machen das seit Jahrzehnten und die haben Technik, die Hamburg lange mit Highspeed-Internet versorgt. Allein der Preis passt Ihnen vielleicht nicht.

        Und der ist in Bewegung geraten. Lange, bevor die HOCHBAHN ihr WLAN flächendeckend gestartet hat. Sie bekommen jetzt gerade ein Vielfaches des Highspeed-Datenvolumens, das es zum Preis X noch vor einem Jahr gab. Telefonica hat gerade die erste Quasi-Vollflatrate gestartet. Für 25 € im Monat – ein Viertel des Preises einer HVV-Monatskarte. https://www.heise.de/newsticker/meldung/O2-entschaerft-Drosselung-Neue-Tarife-immer-mit-mindestens-1-Mbit-s-3330562.html

        Bei ALDI kosten 5 GB Highspeed mit LTE pro Monat prepaid nur 15 Euro.

        Zum Vergleich: das HOCHBAHN-WLAN im Bus funktioniert nur in der Linie 5, ist auf 1 MBIt/s gedrosselt und nach 100 MB am Tag geht gar nichts mehr. Auf den U-Bahnhöfen funktioniert es nur für 2-3 Minuten, dann kommt die Bahn und das Netz ist wieder weg.

        Das HOCHBAHN-WLAN müsste eigentlich die ganze Zeit im HOCHBAHN-Netz funktionieren: in jedem Bus, an jeder Bushaltestelle, in jedem U-Bahnwagen und an jedem U-Bahnhof. Davon ist nichts zu spüren und das wird auch noch dauern. Der Ausbau würde jede Menge (Fahr-)Geld kosten und ist weitgehend Parallel-Struktur zu der Technik, die die Profis aus dem Mobilfunkbereich bereits eigenwirtschaftlich aufgebaut haben. Der Kundenvorteil wird derweil mit der Zeit immer kleiner – man braucht die Handyflat bereits für die Gebiete außerhalb des HOCHBAHN-Netzes. Und die Flat wird immer besser: immer schneller, immer mehr Datenvolumen für immer weniger Geld. Das WLAN als allein stehender Mobilfunkersatz wird wie ein fünftes Rad am Wagen. Und das, damit kennen sich die Hochbahner als Mobilitätsprofis sicherlich aus, ergibt selten wirklich Sinn.

  2. Ich fahre äußerst selten – eigentlich nie – mit der 5. Habe daher auch keine Erfahrung mit dem WLAN im Bus. Doch dort, wo der Bus LTE Empfang hat, ist mein Smartphone wahrscheinlich zumeist auch fix im O2 Netz unterwegs. Also eigentlich brauche ich dort kein WLAN. Zusätzlich bin ich noch mit umfangreichen 10GB/Monat ausgestattet. Das reicht auch für Spotity unterwegs.

    Wo ich mich jedoch häufig ärgere, ist der magere Internetempfang unter der Erde. Dort würde ich mich besonders freuen, wenn dort etwas am LTE Netz getan wird.

    Wie oben schon über die U-Bahnen geschrieben „An die kann man nämlich gar kein Glasfaserkabel dranhängen.“ Das ist klar (und geht beim Bus ja auch nicht). Beim Bus wurde doch auch getestet (und wahrscheinlich vertraglich vereinbart), dass LTE Empfang gegeben ist. Da die Provider schon mancherorts Repeater aufgestellt haben, ist es also technisch möglich. Hier gerne mehr und weiter investieren.

    Aber: Wenn das LTE Netz ausgebaut ist, brauche ich schon wieder kein WLAN mehr.
    Ich finde, die Hochbahn würde viel mehr für Ihre Fahrgäste tun, wenn sie sicherstellt, dass LTE flächendeckend verfügbar ist. Aber vielleicht ist das widerum teurer, als ein WLAN aufzuspannen und dabei mit einem Provider zusammenzuarbeiten, als mit dreien.

  3. Der Artikel zeigt deutlich, dass sich die Hochbahn mit den technischen Möglichkeiten überhaupt nicht auseinandergesetzt hat. Es gibt durchaus Anbieter die Wifi in Tunneln und fahrenden Zügen bereitstellen können und das ohne irgendwelche Kabel an den Zug anzubringen oder die Mobilprovider zu beschuldigen. Hier nur ein Beispiel: http://www.radwin.com/industries/rail-metro

    • Steile These, dass wir uns „überhaupt nicht mit den technischen Möglichkeiten auseinandergesetzt haben“;-) Im Ernst: Zum einen ist es ein Gastbeitrag. Aber natürlich sehen wir als HOCHBAHN die Verantwortung schon bei den Netzanbietern wie der Autor. Zum anderen müssen wir mal schauen, ob es unterschiedliche Regelungen gibt – die müssen ja nicht nur technischer Natur sein. Wir machen uns da mal schlau.

  4. Ich wünschte, ich könnte meine Sorgen auf dieses Niveau reduzieren. Ich schaue auch mal gern aus dem Fenster – das sind diese durchsichtigen Dinge am Wagenäußeren. Und im Tunnel hänge ich gern mal meinen Gedanken nach oder schaue auf den Infoscreen. Ich bin froh, wenn ich mal ein paar Minuten für mich habe. Müsst Ihr denn pausenlos mit Eurem Börsenmakler in Kontakt sein ?

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