Schiff Ahoi! Hafengeburtstag & ich fahr‘ HADAG-Fähre

Ach du mein Hamburg, schönste Stadt der Welt. Einmal im Jahr ziehst du dir am Hafen deinen schicksten Dress an, präsentierst dich von deiner besten Seite, scheinst noch schöner als sonst. Immer, wenn Hafengeburtstag ist und gefühlt die ganze Welt auf deinen Hafen mit seinen vielen Schiffen blickt. Na gut, vielleicht nicht die ganze Welt, aber immerhin knapp eine Million Besucher.

Und was macht die HOCHBAHN? Die bringt alle hin. Mit ihren Bussen und U-Bahnen, die Sondereinsätze fahren bis spät in die Nacht – Logistik vom Feinsten. Wo wir an Land im Einsatz sind, sind wir aber auch auf dem Wasser unterwegs. Die Fähren unserer Tochter HADAG fahren nämlich ihr ganz normales Geschäft – auch bei all dem Trubel.

Wie das so ist, hat uns Schiffsführer Matthias erzählt.

Matthias, du bist schon seit 2012 bei der HADAG, wie ist Hafengeburtstag denn so auf dem Wasser?
Die Atmosphäre ist schon toll, hier ist richtig was los und es gibt echt viele wahnsinnig beeindruckende Schiffe zu sehen. Für uns Seebären ist das schon ein Highlight. Und mit den Fähren fahren die Besucher dann gerade bei so einem Bombenwetter wie in diesem Jahr natürlich ganz besonders gerne.

Hafen

Gutes Stichwort – beim Hafengeburtstag sind Massen an Menschen unterwegs. Auf der Promenade und an den Landungsbrücken wird’s richtig voll. Wie ist das auf den Schiffen?
Klar, auch hier wird es eng. Aber eigentlich ist es wie an jedem Wochenende mit schönem Wetter. Inzwischen sind unsere Fähren ja eine günstige Alternative zur klassischen Hafenrundfahrt – wer ein HVV-Ticket hat, kann mitfahren. Irgendwann ist natürlich Schluss. Ich darf maximal 250 Menschen an Bord haben. Da heißt es aufmerksam zählen und irgendwann ist einfach Ende.

Wie geht das denn? Ab wann wisst ihr denn, dass ihr voll seid und wie kriegt ihr die Leute vor allem dazu, nicht mehr zuzusteigen?
Ach, so schwierig ist das gar nicht. Wir haben ja ein Zählsystem an Bord, das Bescheid gibt. Man entwickelt aber mit der Zeit auch ein ganz gutes Gefühl dafür, wann das Schiff voll ist. Bei so großem Andrang wie am Wochenende oder eben jetzt beim Hafengeburtstag helfen uns dann Kollegen von der Hochbahn-Wache bei der „Abfertigung“. Wir geben den Kollegen ein Signal und dann stellen sie sich entsprechend vor die Rampe und wir können sicher los fahren. Das klappt sehr gut!

Es sind ja aber nicht nur viele unterwegs, auch der Verkehr auf dem Wasser, insbesondere vor den Landungsbrücken, ist stärker. Nervt einen das?
Mehr Verkehr ist da auf jeden Fall. Vor allem sind viel mehr Privatleute mit ihren Sportbooten unterwegs. Das ist dann schon herausfordernd. Für uns Kapitäne sind diese Sportboote so in etwa wie die Fahrradfahrer für Busfahrer: Schwer einzuschätzen, was sie als nächstes machen. Weil man inzwischen sogar ohne Führerschein Boot fahren kann, sind dann eben auch völlig unerfahrene Kapitäne auf der Elbe unterwegs. Heißt für uns: ganz besonders wachsam sein. Nerven tut das in dem Sinne aber nicht. Mit den anderen Kollegen aus der Berufsschifffahrt stehen wir über Funk in ständigem Kontakt. Wenn’s eng wird, spricht man sich darüber dann einfach ab. Rücksichtnahme ist hier ein wichtiges Gebot.

Klingt, als wäre wirklich alles halb so schlimm. Gibt’s denn überhaupt gar nichts Besonderes?
Wir bringen schon echt alles, was wir haben aufs Wasser. Das muss aber wegen der vielen Besucher auch wirklich sein. Mehr als unsere 24 Schiffe geht aber leider nicht. In unserer Betriebslenkung sitzen dann für die Koordinierung auch mehr Leute als normalerweise. Eine Sondersituation sind natürlich die Teil- und Vollsperrungen des Hafens. Das passiert z.B. bei der Ein- und Auslaufparade oder während des Schlepperballetts. Dann können unsere Fähren natürlich die Landungsbrücken nicht anfahren und Linienwege werden verkürzt. Dadurch, dass viele Besucher ein- und aussteigen kann es auch sein, dass es Verspätungen gibt. Da können wir nur leider bedingt drauf Einfluss nehmen. Im Großen und Ganzen aber: Alles halb so wild! 😉


Hier gibt’s übrigens noch mehr zum Thema:

HADAG – Hamburg zu Wasser
Hafengeburtstag – Same procedure as every year?

 



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