HADAG – Hamburg zu Wasser

Wer die Namen „Altona“, „Finkenwerder“ und „Harburg“ hört, denkt wohl als erstes an die jeweiligen Stadtteile der Hansestadt. Ur-Hamburger und eingefleischte Hamburg-Fans wissen jedoch, dass sich hinter diesen Namen noch ganz anderes verbirgt – Fährschiffe der HADAG. Von denen sind 24 Schiffe an 356 Tagen im Jahr im Hafen und auf der Elbe unterwegs und ergänzen so das vorhandene ÖPNV-Angebot der Stadt.


Tochter und Partner im Verbund

Nun fragen Sie sich vielleicht, wieso der Hochbahn-Blog von Fährschiffen in Hamburg schreibt. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach. Seit 1991 ist die HADAG ein Tochterunternehmen der HOCHBAHN. Untypischerweise ist in diesem Fall die Tochter sogar älter als die „Mutter“. Die HADAG gibt es nämlich schon seit 1888, die HOCHBAHN dagegen erst seit 1911.
Der Fährverkehr der HADAG begann also in einer Zeit, in der es fernab vom Wasserweg nur wenige Möglichkeiten gab, von einem Ufer der Elbe zum anderen zu gelangen. Und auch heute noch liegt das Hauptgeschäft der HADAG in der Personenbeförderung. Insbesondere für Arbeiter im Hafen sind die Fähren seit jeher der direkteste und bequemste Zubringer zur und von der Arbeitsstelle. Seit Ende der 60er Jahre können die Fähren außerdem in der Tarifgemeinschaft mit den üblichen HVV-Tickets genutzt werden.

Linien


Seetouristik und Fährverkehr auf der Elbe

Auf insgesamt sieben Linien betreibt die HADAG heute den gesamten Fährverkehr im Hamburger Hafen. Zusätzlich dazu gibt es Hafenrundfahrten und Touren mit dem „Elb-Hüpfer“, die als rein touristische Ausflüge angeboten werden.
Dafür benötigt die HADAG rund 100 Mitarbeiter, von denen vor allem viele der Schiffsführer ihr Handwerk direkt im Betrieb lernen.
Wer Schiffsführer werden möchte, wird dann in drei Jahren zum Hafenschiffer ausgebildet. Während dieser Zeit lernt er alles rund um die Technik, Funktionsweise und Bedienung der Schiffe und die örtlichen Gegebenheiten im Hafen. Erst nach drei zusätzlichen Prüfungen und dem Erlangen des Personenbeförderungsscheins, dürfen sie schließlich als Schiffsführer die Hafenfähren steuern.


Herr der „Bügeleisen“

Die neuesten Schiffe der HADAG werden von Angestellten und Hamburgern liebevoll Bügeleisen genannt. Bei diesen Fähren hat der Schiffsführer rundum einen Überblick über das gesamte Schiff. So hat er nicht nur das Geschehen auf der Elbe, sondern auch auf seinem Schiff stets im Auge. Typische  nautische Instrumente wie Radar und AIS unterstützen ihn bei den Fahrten auf der Elbe. Dadurch kann er auch bei schlechter Sicht durch Regen oder Nebel sicher durch die Hafenbecken manövrieren. Denn das ist etwas ganz besonderes bei Hamburgs Hafenfähren – selbst beim größten „Schietwetter“ und Eis und Schnee fahren die Fähren.
Übrigens gilt im Hamburger Hafen zwischen allen Schiffen ein rücksichtsvolles Miteinander. Durch einen Funkkanal speziell für das Hafengebiet kann jedes Schiff mit jedem anderen jederzeit in Kontakt treten.


Betriebsleitstelle hat alles im Blick

Aus der Betriebsleitstelle der HADAG direkt neben dem U-Boot-Museum 434 am Fischmarkt  überwachen die Fährverwalter den gesamten Betriebsablauf. Dafür sind sie jederzeit über Funk erreichbar und können jede Bewegung der Fähren auf einem Monitor verfolgen. Von hier aus stehen sie auch in direkter Verbindung mit unseren Kollegen aus den Betriebszentralen U-Bahn und Bus. Denn auch hier ist es manchmal nötig, in enger Abstimmung Anschlüsse von Bussen/U-Bahnen auf Fähren oder umgekehrt zu sichern. Schließlich sind es auch heute noch viele Mitarbeiter des Hafens oder von Airbus, die mit der Fähre das andere Elbufer erreichen, um von hier aus in den Bus oder die U-Bahn zu steigen und damit nach Hause zu fahren.



2 Kommentare zu “HADAG – Hamburg zu Wasser

  1. Toll, dass hier inzwischen über die Töchter informiert wird! Ich würde mir noch so eine Kategorie, wie zum Beispiel „HOCHBAHN | damals“ wünschen…

    • Die gehören ja schließlich auch dazu! Ein historisches Thema steht auch noch auf der Agenda, da sind unsere Möglichkeiten ja geradezu grenzenlos 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie die folgende Aufgabe: *