Barrierefreier Ausbau: Und Landungsbrücken wieder nicht dabei!

Allein in diesem Jahr bauen wir wieder 10 U-Bahn-Haltestellen barrierefrei aus. Klingt auf den ersten Blick ganz toll (und ist es ja auch), aber irgendwie ist es doch komisch, dass wir nun da oben in den Walddörfern auf der U1 Haltestellen mit einigen wenigen tausend Fahrgästen umbauen und die Landungsbrücken mit rund 21.000 pro Tag sind wieder nicht dabei.

Wie kann das denn sein? Wo doch im Sommer allein tausende Besucher an den Hafen strömen, selbst bei schlechtem Wetter die Promenade noch voll ist und dann ist da ja auch jedes Jahr der Hafengeburtstag! Das muss doch Grund genug sein, die Haltestelle so schnell wie möglich umzubauen. Und ganz ehrlich, ein wenig peinlich ist es auch irgendwie!
Dazu habe ich also mal unsere Experten gefragt, die mir gleich die Liste für den Ausbau der nächsten Jahre zeigen. Eine Überraschung, wie da die Prioritäten gesetzt sind: nicht nur das Fahrgastaufkommen, sondern noch viel mehr Kriterien spielen eine Rolle, damit eine Haltestelle „mal eben schnell“ umgebaut werden kann. Die Kriterien habe ich hier für euch.
Und trotz vieler Fahrgäste ist Landungsbrücken erst in ein paar Jahren dran.

Ich frage also weiter nach, warum es so lange dauert. Des Rätsels Lösung: die Kurvenlage der Haltestelle! Wie bitte? DAS soll jetzt ein Problem sein? Wir haben doch fast überall Kurven, kann doch nicht so schwer sein, da den Bahnsteig zu erhöhen.
Aber habt ihr euch an den Landungsbrücken mal die Lücke zwischen Zug und Bahnsteig angesehen? Ich mach’s kurz: die ist ziemlich groß. Nur erhöhen reicht hier also nicht, sondern der Bahnsteig muss eigentlich auch näher ran an den Zug. Wenn wir das aber tun, passiert das hier:

Der Zug stößt hinten und vorne an den Bahnsteig!

Was also tun? Den Bahnsteig begradigen? Die ganze Haltestelle verschieben und neu bauen? Klingt ziemlich aufwändig und teuer und überhaupt: geht das denn?

Aber den Aufzug, denk ich, den kann man doch bestimmt einfach außen an die Fassade bauen – das muss doch nun wirklich schnell und einfach klappen.
Ganz so einfach ist aber auch das nicht, denn Landungsbrücken steht unter Denkmalschutz. Und damit unterliegen unsere Experten noch zusätzlichen strengen Richtlinien.

Mir schwirrt der Kopf, in Summe heißt das doch also, dass es an den Landungsbrücken gar nicht so leicht ist, eine gescheite Lösung zu finden. Viele verschiedene Varianten wurden allein die letzten Jahre untersucht und mussten wieder verworfen werden – optimal war bisher keine so richtig.
Da das übrigens nicht nur für Fahrgäste, sondern auch für uns ziemlich unbefriedigend ist, kommt hier zum Schluss die gute Nachricht: wir kommen der Lösung immer näher. Da muss dann auch mal unkonventionell und frei gedacht werden. Gerade sind ein paar Ideen in der genaueren Prüfung. Und weil die wirklich spannend sind, ist mir das einen eigenen Blogbeitrag wert, auf den ihr nun aber erst mal noch ein bisschen warten müsst. Nur schon mal so viel: die Kollegen testen gerade was wirklich Spannendes aus Australien. 😉



3 Kommentare zu “Barrierefreier Ausbau: Und Landungsbrücken wieder nicht dabei!

  1. @Levent: Nach dem Bild müssen die Türen aller Züge etwa an der gleichen Position sein. Das ist ein Nachteil wenn unterschiedliche Zugtypen genutzt werden. Vielleicht könnten diese „gap filler“ auch im Zug montiert werden. Ähnlich wie vor einigen Jahren in den Bussen die Rampen für Rollstuhlfahrer. Die Länge der „Rampe“ könnte natürlich kürzer sein. Vorteil: Solche Rampe funktioniert unabhängig von der Position an der der Zug stoppt.

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