7 Fragen zur Bürgerbeteiligung

Heute Abend geben wir in Bramfeld den Startschuss für die Bürgerbeteiligung zur U5. Hier nämlich stellen unsere Planer die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchungen vor und zeigen, wie es ab jetzt weitergeht. Denn nicht nur unsere Experten gehen an die weitere Planung, auch Sie sind gefragt!

Doch was genau meinen wir eigentlich mit Bürgerbeteiligung?
Hier die wichtigsten Fragen – und Antworten:

1. Warum macht die HOCHBAHN Bürgerbeteiligung?

Jeden Tag fahren über eine Million Fahrgäste mit unseren U-Bahnen und Bussen – und täglich werden es mehr. Das finden wir super, heißt aber auch, dass wir mehr U-Bahnen und Busse brauchen und auch dafür auch den Ausbau des U-Bahn-Netzes. Planungen für eine neue U-Bahn dauern nun aber ihre Zeit. Und damit am Ende eine gute Lösung, ein guter Streckenverlauf, moderne Haltestellen und gute Umsteigemöglichkeiten stehen, brauchen wir nicht nur unsere Verkehrsplaner und Ingenieure, sondern wollen auch die Anregungen der Hamburger.
Von der ersten Idee bis zur Realisierung durchläuft die U5 mehrere Planungsphasen. Und eigentlich gibt es für den „normalen“ Hamburger laut Gesetz erst ziemlich spät die Möglichkeit zur Beteiligung – nämlich im sogenannten Planfeststellungsverfahren. Dann sieht das Gesetz vor, dass die Pläne ausgelegt und öffentlich über das Projekt informiert werden muss. Reichlich spät eigentlich, um noch die Möglichkeit zu haben, sich in das Projekt einzubringen.
Doch genau diese Möglichkeit geben wir den Hamburgern mit einer frühen Beteiligung. Deshalb legen wir großen Wert darauf, frühzeitig zu informieren. Mehr noch, wir wollen, dass interessierte Hamburger ihre Fragen und Anregungen aktiv einbringen. Denn nur so arbeiten wir in einem möglichst frühen Planungsstand mit den Bürgern vor Ort gemeinsam an der bestmöglichen Lösung. Und je früher gemeinsam über das Projekt gesprochen wird, umso mehr Möglichkeiten der gemeinsamen Gestaltung gibt es.

2. Kann sich jeder an den Projekten der HOCHBAHN beteiligen?

Ja. Im Beteiligungsprozess wollen wir mit Bürgen, Verwaltung, Politik, Anliegern und Eigentümern, Vereinen und Verbänden ins Gespräch kommen und im Gespräch bleiben. Da wir aber sehr nah an den örtlichen Gegebenheiten und Wünschen arbeiten wollen, werden wir in allen Abschnitten des U-Bahn-Netzausbaus mit eigenen Veranstaltungen jeweils vor Ort sein. Geplant ist auch eine Online-Beteiligungsplattform, auf der Beteiligung an der U-Bahn-Planung rund um die Uhr und egal, wo man gerade ist, möglich sein wird.

3. Woran genau kann ich mich beteiligen?

Vom Senat haben wir den Auftrag bekommen, eine U-Bahn zu planen. In den Machbarkeitsuntersuchungen kommen unsere Planer zu einer technisch machbaren Variante für die Strecke, die aus ihrer Sicht u.a. die bestmögliche Netzwirkung hat. Das machen sie nicht auf einem „weißen Blatt Papier“, sondern mit Blick auf viele verschiedene Aspekte. Schließlich spielen Umwelt und Stadtentwicklung, Verkehr und Technik, aber natürlich auch Finanzen und Recht eine wichtige Rolle.
Wo genau die Trasse der U5 im Detail entlang führt, wie die Haltestellen liegen und später auch gestaltet werden, steht aber noch nicht fest. Eine Vorzugsvariante, die wir so für die bestmöglich halten, gibt es aber schon. Es gibt aber noch Themen, wie Wegeführung, Baustelleneinrichtung und -verkehre und vieles mehr, wofür wir im Dialog mit den Menschen im Stadtteil die besten Lösungen finden wollen. Wir werden aber nicht mehr darüber sprechen können, ob die U-Bahn gebaut wird oder ob man nicht doch lieber eine Straßenbahn bauen sollte. Das hat der Senat bereits entschieden.

4. Warum beteiligt die HOCHBAHN erst nach der Machbarkeitsuntersuchung?

In der Machbarkeitsuntersuchung finden unsere Planer eine technisch machbare Lösung, die als Grundlage für die weitere Planung benötigt wird. Hierfür haben sich die Planer überhaupt erst einmal angesehen, was geht und was nicht.  Gestaltungsspielraum für die konkreten Planungen gibt es nach Abschluss der Machbarkeitsuntersuchung – und wir haben die notwendige Grundlage für einen Dialog mit den Bürgern.

5. Was erhoffen wir uns von der Bürgerbeteiligung?

Wir sind mit unseren Experten in Planung und Bau vor allem am Know-how der Bürgerinnen und Bürger als Experten vor Ort interessiert. Denn niemand kennt seinen Stadtteil so gut wie die Bewohner selbst. Wenn dieses Wissen mit dem Expertenwissen unserer Verkehrsplaner und Ingenieure übereinander gelegt wird, können wir die beste machbare Lösung erreichen.

6. Was passiert mit meinen Vorschlägen?

Die Vorschläge nehmen unsere Planer mit in die weiteren Untersuchungen. Dabei werden Vorschläge auch direkt in die Planung einfließen und die ursprüngliche Idee unserer Planer verändern oder ergänzen. In Oldenfelde ist dies beispielweise bei der Frage einer durchgängig begehbaren Haltestelle in Zusammenarbeit mit den Anwohnern erfolgt. Es kann zudem auch sein, dass Fragen und Anregungen dazu führen, dass wir zu bestimmten Themen zusätzliche Veranstaltungen anbieten, bspw. wenn es vermehrte Fragen zum Bauverfahren gibt.

7. Bekomme ich Feedback der Experten auf meine Vorschläge?

Da die Vorschläge und Anregungen in die weiteren Planungen eingehen, kann es sein, dass sie durch Anpassungen der Planungen direkt erkennbar werden. In jedem Fall wird auf den Veranstaltungen Bezug darauf genommen werden oder aber hier im Blog greifen wir eine Frage auf und erklären in einem Beitrag die Hintergründe dazu. Und wenn wir Ideen und Anregungen nicht aufnehmen können, erklären wir, warum das nicht geht.


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4 Kommentare zu “7 Fragen zur Bürgerbeteiligung

  1. Mich würde ja echt mal interessieren ob die Hochbahn und diejenigen die gerade auf dem Grundstück der zukünftigen Bramfelder Haltestelle einen Neubau errichten voneinander wissen oder der Neubau in ein paar Jahren wieder abgerissen wird…

    • Ich weiß zwar nicht genau welches Grundstück Sie meinen, unsere Planer stehen aber im Austausch mit Eigentümern von Grundstücken und Gebäuden. Sofern diese vom Bau betroffen sind, finden da natürlich Gespräche statt.

  2. Hallo Frau Gängrich,
    Sie schreiben von einer geplanten Online-Beteiligungsplattform. Gibt es diese bereits, und wenn ja, wo ist diese im Internet zu finden. Leider habe ich von den Terminen der Öffentlichkeitsbeteiligung in Bramfeld und Steilshoop zu spät erfahren. Daher meine 2.Frage: Ist ein weiterer Termin ggf. für den Stadtteil Barmbek oder Alsterdorf (CityNord) geplant ?

    • Wir entwickeln derzeit die Beteiligungsplattform für die U4-Verlängerung und die U5. Hier stehen wir noch ganz am Anfang, hoffen aber, dass die Plattform bis Ende des Jahres stehen wird. Bis dahin bekommen Sie alle wichtigen Informationen und Termine auf hochbahn.de. Hier veröffentlichen wir auch alle Termine zu Veranstaltungen vor Ort. Für Barmbek/ City Nord sind wir gerade in der Terminabstimmung, noch im Herbst soll es da je eine Veranstaltung geben. In Bramfeld und Steilshoop hat es bisher zwei Auftaktveranstaltungen gegeben. Hier sollen auch noch in diesem Jahr weitere Veranstaltungen folgen.

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