Wie das Fahrgastfernsehen in die U-Bahn kommt

Hi, ich bin Elias. Ich mache hier bei der HOCHBAHN gerade ein Praktikum. Damit ich pünktlich zur Arbeit komme, fahre ich jeden Tag 45 Minuten mit der Bahn – natürlich U-Bahn ;-). Weil mir das ziemlich schnell langweilig wird, gucke ich meist das Fahrgastfernsehen. Und habe mir dabei immer wieder dieselbe Frage gestellt: ,,Wie kommt das Fahrgastfernsehen eigentlich in die U-Bahn?“

Elias, während er diesen Blogbeitrag schreibt.

Für Antworten habe ich mal die Kollegen vom Marketing und der Fahrzeugtechnik gefragt. Die haben mir Technik und Redaktionsplan erklärt.

Eins schon mal vorweg: Das Fahrgastfernsehen ist nicht nur für meine (und eure) Unterhaltung gedacht, sondern vor allem auch für wichtige Informationen zur Fahrt (z. B. Nächste Haltestelle, Fahrziel, Umsteigehinweise).
Es wurde vor knapp 20 Jahren eingeführt, um das Zwei-Sinne-Prinzip zu vervollständigen. Bis dahin hat man z.B. Haltestellen-Ansagen nur gehört, auf den Bildschirmen vom Fahrgastfernsehen sieht man sie seitdem auch. Vor allem für gehörlose Fahrgäste also ein echter Gewinn. Das Fahrgastfernsehen zeigt aber nicht nur die Haltestellen an, man sieht auch noch die neuesten News aus Politik, Sport, Gesellschaft und Kultur. Und es gibt viele Veranstaltungs-  und Ausflugstipps.

Die versteckte Technik dahinter

Wie aber kommt die Darstellung der Informationen vom Fahrgastfernsehen überhaupt in die U-Bahn?
Erst seit 1998 sind die Bildschirme für das Fahrgastfernsehen standardmäßig eingebaut. Heißt also, dass es nur im DT4 und DT5 überhaupt Fahrgastfernsehen gibt.

Schon bei der Planung eines U-Bahn-Fahrzeugs wird heutzutage geguckt, wo die Bildschirme am besten platziert werden. Schließlich ist nicht unendlich Platz, die Bildschirme dürfen nicht im Weg hängen und trotzdem sollen so viele Fahrgäste wie möglich die Information darauf lesen können.

Ein Bildschirm allein macht aber immer noch kein Fahrgastfernsehen. Von irgendwoher braucht er schließlich seine Inhalte. Dafür ist in der Decke ein Computer eingebaut. Der ist mit dem Bildschirm und mit dem System des Zuges verbunden. So weiß der Bildschirm immer genau, welche Haltestelle gerade angefahren wird und kann das anzeigen. Von einer sogenannten „Datentankstelle“ bekommt der Computer regelmäßig die neuesten Infos für das Fahrgastfernsehen.

Das Programm im Fahrgastfernsehen

Das Programm wird  in drei Sparten eingeordnet: Werbung, News und HOCHBAHN.
Für die Werbung ist die HOCHBAHN nicht zuständig, der Medienpartner Ströer kümmert sich darum.
Die News werden ebenfalls nicht von der HOCHBAHN selber verfasst, dies macht die Firma Public Broadcast. Ströer und Public Broadcast arbeiten autark, das heißt sie arbeiten selbstständig, stimmen aber grundsätzlich ihre Inhalte mit uns ab.

Die 3. Sparte ist dann die HOCHBAHN selbst. Deshalb werden auch die wichtigsten Infos der HOCHBAHN gezeigt. Und die bereitet natürlich eine eigene Redaktion vor.

Insgesamt gibt es 20 sogenannte Sendeplätze. Die HOCHBAHN hat vier Sendeplätze für ihre eigenen Themen. Alle anderen sind gefüllt mit anderen Inhalten. Wenn alle 20 Sendeplätze einmal durch gelaufen sind, ist eine Programmschleife zu Ende. Diese dauert 12-15 Minuten und startet dann wieder von vorne.

Hättet ihr gedacht, dass das Fahrgastfernsehen so komplex ist? Ich auf jeden Fall nicht. Nun da ihr wisst, was dahinter steckt, könnt ihr es euch in Ruhe angucken. Viel Spaß!



4 Kommentare zu “Wie das Fahrgastfernsehen in die U-Bahn kommt

  1. Ja in der U Bahn ist das Fahrgastfernsehn standardmäßig vorhanden.
    Aber warum wird es dies nicht auch langsam mal in den Bussen?
    Wie z.B. in den Volvo Fahrzeugen dort sind ja die zweigeteilten Bildschirme vorhanden. Dort bekommt man aber immer noch seit jetzt gut 3 Jahren diesen gaaaanz tollen Film zu sehen, den eigentlich schon jeder kennt und auch keinen mehr so recht Interessiert.
    Oder hat die Hochbahn daran kein Interesse? Denn bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen gibt es mal wieder nur die 08/15 Anzeigen.
    Apropo Anzeigen:
    Auf der Linie 109 ist man sich wohl auch immer noch nicht recht einig wie die Haltestellen angezeigt werden sollen. Entweder eine nach der anderen oder wie es doch besser ist im Linienband.
    Vielleicht ist der Fehler jetzt schon behoben seit dem ich es einem Fahrer mitgeteilt habe oder auch nicht.
    Ich wusste nicht das ich am Winterhuder Marktplatz in die Linie U1 Umsteigen kann so wie auch am Lattenkampstieg. Wenn der Fahrgast dort Aussteigt muss er noch etwas zu Fuß gehen. Einen direkten Umstieg gibt es dort nicht.

    • Da sprechen Sie einen Punkt an, der auch uns bewegt. Wir hatten vor einiger Zeit mal ein Pilotprojekt für Monitore in Bussen. Die Umrüstung unserer Flotte wäre aber sehr kostspielig geworden und ist deshalb erst einmal zurück gestellt worden. Die Volvo-Fahrzeuge auf der Linie 109 haben zwar Monitore, sind aber noch nicht ans Netz für Fahrgastfernsehen angebunden. Ggf. kann hier WLAN eine Hilfe sein. Im Zuge der Digitalisierung im gesamten Unternehmen sieht es aktuell aber danach aus, dass das Thema erneut auf die Agenda kommt 😉

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