Warum das mit den Shuttle-Bussen manchmal nicht gut klappt

Wer schon mal im Stadion oder den Arenen war, kennt sie: die Shuttle-Busse von und zur S-Bahn Stellingen. Damit geht der Weg von der Bahn bis zum Fußball/Konzert ganz einfach – vor allem auch ohne eigenes Auto.
Dahinter steckt ein ganz schöner Aufwand. Und manchmal, da klappt’s auch nicht ganz reibungslos. Wieso das so ist, kann gleich mehrere Gründe haben.

Aber erst mal von vorne.

Der Arena-Shuttle – eine ganz normale Buslinie

Zwischen der S-Bahn und den Arenen liegen rund 1, 8 km. Wer die zu Fuß läuft, braucht also schon ein bisschen Zeit. Damit’s schneller geht, gibt’s einen Busshuttle. Für meine Kollegen ist das offiziell die Linie 380 – mit kurzem Linienweg und nur zwei Haltestellen. Für uns Fahrgäste ist es ganz einfach der Arena-Shuttle, der vor und nach Veranstaltungen zwischen S-Bahn und Arenen hin und her pendelt. Und das schon knappe zwei Stunden vor einer Veranstaltung und auch noch 1,5 Stunden hinterher.

Dann geht es wie am Fließband, weil die Busse längst in Stellung stehen. Ziel ist es nämlich, dass immer ein Bus zur Abfahrt bereit ist, wenn der große Andrang kommt. So steht also zur Anreise immer mindestens ein Bus an der S-Bahn, zur Abreise dann entsprechend an den Arenen. So kriegt niemand das Gefühl, dass nichts passiert und man nicht mehr hin oder weg kommt. Maximal 12 Gelenkbusse sind bei Fußballspielen, 6 bei Veranstaltungen in den Arenen unterwegs – jeder einzelne mit Platz für 140 Personen (was dann zugegeben auch ganz schön eng wird).

Vorher ist nicht gleich hinterher

Der aufmerksame Leser stellt nun fest, dass es da natürlich eng wird, wenn 57 000 Fußball-Fans aus dem Stadion oder die 16 000 Besucher aus den Arenen kommen. Klar, nicht alle nutzen die Busse (und später die S-Bahn), aber ein großer Teil eben schon. Pro Veranstaltung sind es bis zu 15 000, die mit dem Shuttle fahren.

Man braucht also nur eins und eins zusammen zählen, dass da auch Wartezeiten entstehen. Denn wo sich vor der Veranstaltung der Andrang ganz gut verzieht, wollen im Anschluss meist alle gleichzeitig weg. Am Wartepunkt für den Shuttle wird dann also jeder Bus direkt voll gemacht und sofort auf Strecke geschickt.

Der liebe Verkehr

Doch ein Bus ist eben immer „nur“ ein Bus, er fährt auf der Straße und steht im Zweifel mit im Stau. Und genau das kann insbesondere nach Veranstaltungen im Stadion oder den Arenen zur echten Belastung werden. Nämlich genau dann, wenn auch hier alle Besucher mit ihren Autos gleichzeitig nach Hause wollen. Dann ist die Strecke ganz einfach dicht. Zwar kann die Polizei da helfen, dass unsere Busse besser durch kommen oder auch mal auf der Gegenfahrbahn fahren können, immer geht das aber nicht. Wenn dann auf der Strecke noch ein Unfall passiert oder aber im Wendekreis für den Shuttle ein Falschparker oder Krankenwagen steht, stehen wir hinten an und müssen warten. Denn auch das ist ein Problem: Umgeleitet werden kann der Shuttle nicht. Alles, was ihn auf seinem Weg aufhält, hält ihn ganz einfach auf. Da würde übrigens auch der Einsatz von noch mehr Bussen nichts bringen, die würden sich nämlich einfach nur hinten einreihen.

Doppelveranstaltungen – doppelte Belastung

Noch schlimmer wird’s, wenn sowohl in der Arena als auch im Stadion zeitgleich Veranstaltungen stattfinden. Denn nach Adam Riese macht das ganz einfach doppelt so viele Shuttle-Nutzer, aber auch doppelt so viele Autofahrer und damit doppelt so viel Verkehr auf der Strecke für unseren Shuttle. In der Vergangenheit führte das öfter dazu, dass nichts mehr ging. Nicht schön für Fahrgäste und auch nicht für uns, denn alle Kollegen von der Betriebslenkung, der Hochbahn-Wache und natürlich unsere Fahrer arbeiten immer auf Hochtouren, damit alles läuft. Wenn also doch mal was hakt, steckt da keine böse Absicht dahinter. Und ganz ehrlich, die Tage, an denen alles reibungslos klappt, überwiegen zum Glück. 😉



5 Kommentare zu “Warum das mit den Shuttle-Bussen manchmal nicht gut klappt

  1. Viele Besucher der Veranstaltungen reisen über U Hagenbecks Tierpark an/ab. Dies überlastet die Buslinie 22 regelmäßig – insbesondere Sonntags, wenn diese nur im 20 Minuten Takt fährt. Wieso hier bei Veranstaltungen keine Taktverdichtung statt findet bleibt mir ein Rätsel.

    • Der Arena-Shuttle von und nach Stellingen ist der leistungsstärkste Zubringer zu den Arenen. Der Hagenbeck-Shuttle wurde erstmalig als Notverkehr bei dem Lokführerstreik in der Vergangenheit eingerichtet. Nach Wegfall der Parkplätze wurde in Abstimmung der HOCHBAHN mit der Polizei, dem HSV und der Behörde dieser zusätzliche Hagenbeck-Shuttle erneut eingerichtet. Das bedeutete aber für uns einen höheren Aufwand (zusätzliches Personal und zusätzliche Fahrzeuge = höhere Kosten). Im letzten Jahr wurde der Shuttle von/ab Hagenbeck eingestellt. Die Linie 22 wird zur An- und Abfahrt bei Veranstaltungen verstärkt. Wenn alle gleichzeitig heim wollen, wird es aber auch hier natürlich eng. Ich habe Ihren Kommentar trotzdem noch an die Planer weitergegeben.

  2. Danke für den Artikel. Was mich aber besonders stört an den Shuttle Bussen:

    -Warum ist der Einstieg bei S-Stellingen IN der Kurve (obwohl auf der gegenüberliegenden Seite die Möglichkeit wäre an einer geraden zu Halten), dadurch ist der Einstieg extrem unbequem (da hoch) und die Busfahrer trauen sich scheinbar nicht den Bus abzusenken (wohl aus der angst sie würden ihn nicht wieder hochgefahren können bei der Beladung)

    -Warum ist der Ort an dem 10.000 auf einmal einsteigen, einer der schlecht beleuchtesten Bushaltestellen der Stadt? Man kommt aus dem hervorragend ausgeleuchteten Tunnel von der S-Bahn und steht dann auf einem Platz der nur von ein paar kleinen Straßenlampen ausgeleuchtet ist. (Ergo man sieht erstmal nichts) auch aufgrund des ersten Punktes und den Kantensteinen wäre es hier nur logisch ein wenig mehr in die Beleuchtung zu investieren um den Platz während des Shuttlebetriebs sprichwörtlich Taghell auszuleuchten (an den anderen Tagen muss man es ja nicht einschalten)

    Gerade für Gelegenheitsfans/Besucher wäre dies ein enormer Gewinn. Ich würde mich freuen wenn sie dies ggf. umsetzen könnten.

  3. Schade, dass eine Seite die sich DIALOG.hochbahn nennt, nicht in den DIALOG mit den Fahrgästen bzw. Lesern/Kommentatoren dieses Blogs tritt.

    Schade.

    • Was genau meinen Sie? Für Ihren letzten Kommentar warte ich noch auf Rückmeldung der Kollegen. Sie sollen schließlich eine zufriedenstellende Antwort bekommen 😉 Wenn Sie den Blog genau verfolgen, wissen Sie ja, dass wir den Dialog durchaus führen – vor allem auch bei kritischen Themen.

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