Busbetriebshöfe: Wo die Busse wohnen

600.000 Fahrgäste fahren in Hamburg jeden Tag mit den HOCHBAHN-Bussen. Dafür sind auf 111 Linien fast 800 Fahrzeuge und über 2.000 Mitarbeiter im Einsatz und sorgen für rollenden Verkehr. Als Fahrgast bekomme ich davon eigentlich recht wenig mit. Ich stehe an der Haltestelle, steige in den Bus ein, fahre mit dem Fahrzeug, steige wieder aus und treffe eine ganze Menge verschiedener Busfahrerinnen und Busfahrer. Von der Welt, die hinter all dem steckt, sehe ich im Normalfall nichts. Die Heimat der HOCHBAHN-Busse bleibt mir also verborgen, außer ich wohne in der Nähe dieses geheimen Ortes – dem Busbetriebshof.


Nicht nur Parkplatz für Busse

Ich habe mich immer schon gefragt, wo die Busse morgens eigentlich her kommen und wohin sie abends verschwinden, wenn die Fahrerin oder der Fahrer Feierabend haben. Einfach so in eine Parklücke am Straßenrand gestellt werden sie ja nicht. Wohin werden sie also gefahren?

Damit kommen wir zur ersten wichtigen Aufgabe eines Busbetriebshofes, der Abstellfläche, also vereinfacht gesprochen dem großen Parkplatz für Busse. Jeder Bus bekommt über das sogenannte Betriebshofmanagemensystem (BMS) einen Platz zugewiesen. Hier wird der Bus  mit Druckluft und Strom versorgt. Im Winter können die Busse so z.B. vorgeheizt werden .
Unsere Busse können hier aber nicht nur abgestellt, sondern auch betankt, repariert und gewaschen werden. Dafür gibt es auf jedem Betriebshof eine Tankstelle, eine Werkstatt und eine Waschanlage. Hier kann also nachgetankt, gereinigt, gewartet und so auf jeden Einsatz vorbereitet werden.

Von diesen rein Fahrzeug bezogenen Aufgaben mal abgesehen, ist die Alltagsaufgabe aller sechs Betriebshöfe der HOCHBAHN natürlich die Abwicklung der Busfahrten. Dafür gibt es auf jedem Hof ein Verwaltungsgebäude, in dem die Kolleginnen und Kollegen alle Abläufe koordinieren. Denn der Busverkehr in Hamburg ist ein komplexes System: Fahrpläne, Fahrwege, Fahrzeuge und Dienstpläne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen und müssen optimal verknüpft werden. Jede Busfahrerin und jeder Busfahrer meldet sich über Anmeldeterminals zum Dienst an. Dort erfahren sie einfach und schnell, welche Linie sie fahren, wann eingesetzt wird (also auf einer Buslinie gestartet) und wo auf dem Betriebshof der Bus steht. Bei bis zu 200 Bussen auf jedem Hof, kann das Suchen des Fahrzeugs am Morgen, wenn der Hof voll ist, sonst nämlich zu einer echten Herausforderung werden.

Eine Besonderheit gibt es auf unserem neuesten Betriebshof Langenfelde. Hier ist nämlich auf dem Gelände auch die Busfahrschule, in der die neuen Kolleginnen und Kollegen direkt vor Ort lernen, wie Fahren, Fahrzeug und Busbetrieb funktionieren.

In unserer Infografik haben wir das auch noch mal bildlich am Beispiel des neu eröffneten Betriebshofes Langenfelde dargestellt:


Wieso Betriebshöfe in der Nähe der Innenstadt sind

Die Standorte der Betriebshöfe erscheinen mit ihrer relativ zentralen Lage auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich. Doch sind sie vor allem an den Aufkommensschwerpunkten des Busverkehrs ausgerichtet und schaffen damit eigentlich erst eine gute Abdeckung des Gebietes, das mit HOCHBAHN-Bussen bedient wird. Denn kurze Wege vom Betriebshof zum Einsatz auf einer bestimmten Linien spart nicht nur Zeit, sondern damit auch Energie und Geld. Die zentrale Verkehrslage bedeutet nämlich Nähe zu den stark genutzten Buslinien, also kürzere Wege hin zum Einsatzort eines jeden Busses. Je kürzer dieser Einsetzweg ist, desto weniger Leerfahrten gibt es und umso weniger wird die Stadt mit unnötigem Verkehr zusätzlich belastet. Zwangsläufig spart das also nicht nur Geld, sondern auch ganz schön was an Emissionen.
Auch mit Blick auf die Zukunft des Bussystems mit innovativen Antrieben sind kurze Wege aus technischer Sicht unabdingbar. Denn viele der Technologien haben bisher nur eine begrenzte Reichweite. Ein langer Weg würde den umweltfreundlichen Effekt also verringern.
Davon abgesehen ermöglicht nur eine gleichmäßige Verteilung der Busbetriebshöfe über das Stadtgebiet einen wirtschaftlichen Betrieb und auch die notwendige Flexibilität für die Versorgung mit zusätzlichen Verkehrsleistungen wie zum Beispiel Ersatzverkehren.



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