Ein Bus (fast) wie eine U-Bahn

Die Busbeschleunigung auf der 5 zeigt Wirkung: aller Kritik zum Trotz nutzen mehr und mehr Fahrgäste den „beschleunigten“ Abschnitt zwischen Niendorf Markt und Innenstadt. Und wo mehr Fahrgäste sind, da werden auch mehr Busse benötigt. So kommt bald alle zwei Minuten ein Bus – ein Takt, den man sonst nur von der U-Bahn kennt und der nur möglich ist, weil die Maßnahmen wirken. Denn wo wir vorher ständig „Besetztmeldungen“ hatten, also Leute draußen stehen bleiben mussten, kriegen wir heute alle mit und künftig sogar noch mehr.

Ein Plus von 10% auf der 5 – Das Angebot bestimmt die Nachfrage?

Busspuren, Vorrang an den Ampeln, barrierefreie Haltestellen und inzwischen auch kürzere Fahrzeiten machen die 5 zu einer der attraktivsten Buslinien der Stadt. Das zeigen auch die Fahrgastzahlen, denn die sind seit 2015 um zehn Prozent gestiegen.

Eigentlich kein Zufall, denn die intelligente Ampelsteuerung, die Verlegung der Haltestellen hinter die Kreuzung und der barrierefreie Ausbau der Haltestellen verhindern die vorher weit verbreitete Pulkbildung und haben so den Betrieb der Linie insgesamt stabilisiert. Und wo der Bus verlässlich kommt, wird er logischerweise auch häufiger genutzt.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, wird das Angebot nun noch weiter ausgeweitet.
Hier ein Überblick:

  • Ab 31.Oktober 2016 Taktverdichtung auf der 5 zwischen Nedderfeld und Innenstadt. So fahren dann in zehn Minuten drei statt zwei Busse.
  • Die MetroBus-Linie 4 verstärkt auf dem Abschnitt zwischen Bezirksamt Eimsbüttel und Innenstadt im 5-Minuten-Takt. Dann kommt hier alle zwei Minuten ein Bus.
  • 15 neue Fahrkartenautomaten werden entlang der Linie 5 aufgestellt. Damit stehen Automaten an allen Haltestellen zwischen Niendorf Markt und der Innenstadt. So müssen Fahrkarten hier nicht mehr erst im Bus gekauft werden, der Bus steht kürzere Zeit an der Haltestelle und kann schneller weiter fahren.

5er

Nächste Schritte: neue Busse und Digitalisierung des Ticketverkauf

Neben dem stabilen Betrieb, gibt’s in den nächsten Jahre auch bei den Fahrzeugen und im Ticketverkauf Neues.

Die bisher eingesetzten XXL-Busse gehen nach und nach in Rente. Dafür kriegt die 5 dann nagelneue CapaCity L von Mercedes und damit das modernste Großraum-Fahrzeug, das es derzeit auf dem Markt zu kaufen gibt.

Ab 2017 wollen wir außerdem noch Check-in-be-out testen. Also nach WLAN noch mehr Digitales! Im HVV testen mehrere Verkehrsunternehmen dann nämlich unterschiedliche Systeme, die den Ticketkauf und Tarifauskunft einfacher denn je machen. Die Pilotphase startet im kommenden Jahr, die Ausschreibung dafür läuft gerade.



12 Kommentare zu “Ein Bus (fast) wie eine U-Bahn

  1. Sicherlich ist es zu begrüßen, wenn der Takt der Metrobuslinie 5 (endlich) wieder(!) verdichtet wird, so wie es vor der Einführung der damals ach so hochgelobten XXL-Busse war.

    Aber wieso (fast) wie eine U-Bahn? Das Fahrverhalten auch dieser neuen Busse wird doch sicherlich eher dem unruhigen, schaukelndem Lauf alter Busse entsprechen als dem ruhigen Lauf einer U-Bahn auf ihren gut gepflegten Gleisen.

    Der neue fünftürige (Einfach-)Gelenkbus mag vielleicht der modernste Bus in Europa sein, aber er ist immer noch nur ein Bus ist nur ein Bus ist nur ein Bus.

    • Natürlich bleibt es ein Bus. Aber einen Takt wie diesen kennt man fast nur von der U-Bahn. Der 5er mit seiner langen Busspur kommt dem dann schon sehr nahe 😉

  2. Jede Tür mehr bedeutet weniger Sitzplätze. Weniger Sitzplätze bedeuten mehr Stress und Frust bei den Fahrgästen.

    • Ich würde es nicht so negativ sehen, sondern vielmehr so: jede Tür mehr bedeutet, dass Fahrgäste schneller aus- und einsteigen können. Heißt: Fahrgastwechsel geht schneller, Bus steht kürzer an der Haltestelle, kann schneller weiter fahren, ist pünktlicher, fährt zuverlässiger etc….

      • Nein nein ich bin da ganz auf der Seite von Sascha.
        Da diese Fahrzeuge ja um ca. 4 Meter weniger Länge verfügen war der nächste Schritt die Taktverdichtung um die Fahrgäste aufnehmen zu können.
        In den ersten beiden Capacity L sind zwar auch geschuldet der Tür gleich hinter der Vorderachse keine Sitzplätze was in der heutigen Zeit in der die Älteren Fahrgäste immer mehr werden eine Schlechte Lösung. Dann währe da auch noch die erste Aufstellfläche für Kinderwagen gegenüber von Tür 3. Dort müssen die Eltern wie auch bei den zuletzt in Dienst gestellten Capacity`s um eine Säule mitten im Raum rumkurven. Auch dies ist keine gute Lösung.
        Bei den ersten beiden ist man zumindest noch so Plitsch gewesen und hat im Bereich der zweiten Aufstellfläche nach dem Gelenk keine Sitzplätze angebracht.
        Wenn man im vorderen Bereich die Sitze wie bei den 74er EvoBussen auf der rechten Seite zwischen Tür 1 und 2 (nur 4Türiger Capacity) angebracht hätte, währe es völlig in Ordnung gewesen. Da die 2. Tür eine Innenschwenktür ist, musste eine Schutzscheibe Aufgestellt werden, die mit der Haltestange sehr in den Innenraum hinein ragt was diesen Bereich sehr einengt.
        Dann wurde für meinen Geschmack auch zu viel Monitortechnik verbaut. Der Fahrer hat ja fast schon so viele wie die Mitarbeiter in der Leitstelle vor sich.

        Was mich aber verblüfft hat ist das sich der Fahrzeugeinkauf der Hochbahn jetzt doch dazu Durchringen konnte, für Gewisse Buslinien endlich Fahrzeuge mit 4 Türen zu Beschaffen (Daumen Hoch). Oder? Dort das fast gleiche Bild.
        Stellplatzverlust für Kinderwagen in der 2. Aufstellfläche durch anbringen von Sitzplätzen, was die Muttis alle nach vorne drängen lassen, wodurch im vorderen Bereich wieder alles mit Kinderwagen vollgeparkt ist. Man kann also sagen 3 Normale Kinderwagen und ein Rollstuhl (Event. sogar Scouter) und das Kaos ist perfekt.(Daumen wieder runter).

  3. So schön der dichte Takt ist, doch wirtschaftlich ist das alles nicht.

    Da kann eine moderne Straßenbahn bei gleicher Taktlage viel mehr befördern.

    In Berlin kann man schön sehen, wie die neue Strecke zum Hauptbahnhof viel leistungsfähiger ist, als die Busse die vorher dort fuhren und weniger Nutzer begeistern konnten.

    Und schaut man sich mal den Modal Split von Hamburg (18%) an und vergleicht den mit Frankfurt (39%), sieht man noch besser das man nur mit U-Bahn und Bus kaum mehr Leute zum Umsteigen bewegen kann.

    Deshalb wird der Bus und der recht teure Ausbau der U-Bahn kaum alleine mehr Leute zum Umsteigen bewegen.

    Und wer meint Hamburg könnte sich keine Straßenbahn neben der U-Bahn, der sollte mal sich Nürnberg an sehen, da geht es auch.

    Grüße

  4. Leider seid ihr nach wie vor nicht in der Lage, den Takt zuverlässig anzubieten (oder von Eurem Verkehrsangebot rechtzeitig abzuraten). Ende September stand der Fünfer gnadenlos im Stau. Der Grindelberg sah aus wie eine Zweigstelle eurer Bus-Betriebshöfe. Zwischen Bezirksamt Eimsbüttel, wo ich gottseidank ausstieg, und Hoheluft überholte ich an dem Freitag zu Fuß fünf eurer Wagen auf 500 m Strecke. Eure Fahrgäste da drin taten mir leid – viel Geld ausgegeben und rechts zogen Rentner auf ihren Rollatoren vorbei. Vorher Bescheid gesagt habt ihr nicht, als wenn eure Mutti „Stadt Hamburg“ einfach mal so am Morgen beschließt, die Busspur dichtzumachen. Ihr habt die Fahrgäste mit der (un)beliebten „Hochbahn Überraschung“ (in jedem siebten Bus steckt ein Stau) sitzen, pardon: stehen lassen. Das ist nicht cool.

    Ehrlich, ich sehe nicht, wie ihr ernsthaften ÖPNV machen wollt, wenn man mit euch wirklich jeden Stau mitnehmen muss. Zuverlässigkeit ist eine Tugend, und da wäre ja mal ganz toll, wenn ihr euch ein Beispiel an eurer Finanzabteilung nehmt. Die Abbuchung von meinem Konto gelingt in neidlos anerkennswerter Qualität ohne Verspätungen.

  5. Super Sache. Wenn die Haltestellen jetzt auch noch an beiden Enden Fussgänger-Ampeln bekommen (wie z.B. bei der Staatsbibliothek) und damit die Fahrgäste sich bei Ankunft schneller verteilen, seh ich bis zur schnellen Einweihung der U5 ganz optimistisch in die Zukunft.

    • „Wenn die Haltestellen jetzt auch noch an beiden Enden Fussgänger-Ampeln bekommen […]“
      … dann steht der Fahrgast an der roten Fußgänger-Ampel, während sein Bus (der ja nicht mehr an Ampeln warten soll) ihm davon fährt. Das passiert mir regelmäßig z.B. an der Gärtnerstraße. Zum Glück befindet sich am Nordende der Haltestelle keine Fußgängerampel, dort kann man auch ohne schlechtes Gewissen zur Haltestelle rüberlaufen.

      • Zebrastreifen wären ideal!

  6. Ich wohne nicht in diesem Einzugsgebiet – aber bei einer Taktung von 2 Minuten: böte sich da nicht der Bau einer U-Bahn an? Bei den – meistens – breiten Straßen bis Nedderfeld wäre der Bau doch m. E. kein sooo sehr großes Problem und könnte wie damals beim Bau der U1 von Hbf bis Wandsbek Markt durchgeführt werden: Straße aufreißen, Tunnel bauen, Straße wieder zu. Irgendwo müsste sich diese U-Bahn dann in das bestehende Netz einfädeln, zB Stephansplatz und hinter Nedderfeld wäre ein Weiterbau sicherlich auch zu begrüßen – oder ist die U5 da schon irgendwie mit drin ?

    • Ganz genau, die U5 soll die MetroBus-Linien 5 und 6 entlasten. Wir fädeln aber nicht aus bestehenden Linien aus, weil das das System unnötig schwächen würde. Sie finden hier auf dem Blog schon viele Artikel dazu. Einfach unter dem Schlagwort U5 nachlesen.

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