Der Brennstoff­zellenhybridbus: Zukunft in Hamburg

Die HOCHBAHN testet schon seit 1999 verschiedenste Busse mit innovativen Antriebstechnologien. Dabei setzen wir auf die Entwicklung schadstofffreier Fahrzeuge, die problemlos im Linienbetrieb eingesetzt werden können. Von 2003 bis 2010 fuhr die erste Generation von Brennstoffzellenbussen mit Wasserstoff angetrieben durch Hamburg.
Seit 2011 fährt nun mit dem sogenannten Brennstoffzellenhybridbus die 2. Generation dieser Busse auf Hamburgs Straßen. Viele kannten ihn als Sauberbus, weil statt umweltschädlicher Schadstoffe nur eines aus dem Auspuff kam – Wasserdampf.
Damit war und ist der Brennstoffzellenhybridbus neben den diesel-elektrischen und den Plug-In-Bussen der HOCHBAHN ein Bus mit einer der modernsten und innovativsten Antriebstechnologien. Wie genau er funktioniert, haben wir uns mal angesehen.

Was genau ist eigentlich ein Brennstoffzellenhybridbus?

Der Brennstoffzellenhybridbus kombiniert zwei Energieumwandler (Elektromotor und Brennstoffzelle) und zwei Energiespeicher (Tank und Batterie).
Statt normalen Diesel tankt er hoch komprimiert Wasserstoff an der Wasserstofftankstelle in der HafenCity. Dieser Wasserstoff wird von der Brennstoffzelle dann in Strom umgewandelt, der wiederum den Elektromotor antreibt. Damit fährt der Bus rein elektrisch und stößt keinerlei CO2-Emissionen aus, sondern nur Wasser.

Wie funktioniert die Brennstoffzelle?

Die Brennstoffzelle ist eigentlich der Ersatz für den klassischen Verbrennungsmotor wie z.B. ein Dieselmotor. Sie produziert nämlich eigenständig die Energie zum Fortbewegen des Busses. Das passiert durch eine elektrochemische Reaktion im Inneren der Brennstoffzelle. Hier werden Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) kontrolliert zusammengeführt. Dabei entsteht Wärme und Elektrizität. Diese wird dann schließlich zum Antrieb des Elektromotors genutzt.
Der Vorteil der Brennstoffzelle ist also eigentlich die direkte Umsetzung von chemischer in elektrische Energie. Es gibt nämlich keinen „Umweg“ über Verbrennungsprozesse wie bei herkömmlichen Motoren.

Was hab‘ ich nun davon?

Wie auch beim Volvo-Plug-In-Bus  merken Sie beim Fahren mit dem Brennstoffzellenbus vor allem, dass er viel leiser und sanfter beim Anfahren ist. Das größte Plus ist aber doch, dass man guten Gewissens mit dem Bus durch die Stadt fahren kann. Mit null Emissionen leisten wir dann nämlich gemeinsam einen großen Beitrag zum Umweltschutz in Hamburg.

Ps: Wer noch nicht genug von innovativen Antriebstechnologien hat, kann sich die unterschiedlichen Funktionsweisen hier noch einmal ansehen.



5 Kommentare zu “Der Brennstoff­zellenhybridbus: Zukunft in Hamburg

  1. Pingback: Energie-Streifzug durch Hamburg | Vattenfall Deutschland

  2. Hallo,

    wie ist das eigentlich mit der Herstellung des Wasserstoffs? Ich habe gelesen, dass man dazu den Wasserstoff direkt an der Tankstelle selbst herstellt, indem man im Prinzip eigentlich nur der Tankstelle Strom zuführt-also jetzt mal ganz, ganz vereinfacht ausgedrückt: Strom+Wsser+entsprechende Technologie innerhalb der Tankstelle=Wasserstoff? Habe ich das so richtig verstanden und ist der Strom, der benötigt wird zu 100% regenerativ, also Ökostrom?
    Und noch eine Frage: was kostet eigentlich so ein Wasserstoffbus und „rechnet“ sich das am Ende(wenn eine größere Serie in Betrieb ist) auch nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch?
    Vielen Dank

    • Vom Prinzip der Herstellung ist es, ganz vereinfacht dargestellt, so wie Sie sagen. Ökostrom ist es zudem auch noch. Ein Brennstoffzellenhybridbus kostet natürlich mehr als ein konventioneller Diesel. Da kann es bei einem Prototypen leicht in den 7-stelligen Bereich gehen. Das liegt aber eben vor allem daran, dass die Technologie so neu und besonders ist. Wenn wir da jetzt nicht rein investieren, wird es auch keinerlei Entwicklung für die Zukunft geben. Wirtschaftlich ist das derzeit streng genommen also nicht.

      • Hallo,

        dass die Hochbahn die Brennstoffzellentechnologie als „so neu und besonders“ bezeichnet, deutet auf Informationsdefizite des Unternehmens hin. Diese Technik ist seit weit über einem Jahrhundert bekannt und noch nie hat sich ein wirtschaftlich vertretbares Anwendungsgebiet ergeben, zumal die Verluste zwischen Primärenergie und Bus-Antriebsleistung so riesig sind, dass sich die Anwendung ökologisch verbietet. Weltweit setzt offenbar seit langem kein Verkehrsunternehmen – außer der Hochbahn – mehr auf diese Technologie.

      • Brennstoffzellenbusse erproben wir tatsächlich schon seit 2003. Neu ist diese Technologie also nicht, aber besonders finden wir sie trotzdem. In den letzten Jahren haben wir gute Erfahrungen mit den Brennstoffzellenbussen sammeln können. Bisher wurde Wasserstoff genutzt, der aus Windenergie gewonnen wurde. Momentan bekommen wir ihn aus der Wasserstofftankstelle. In Zukunft soll er außerdem als Speicher für die überschüssige Energie durch z.B. Windspitzen dienen. Das steigert dann eben auch die Effizienz der erneuerbaren Energien. Bei technischen Optimierungen wird mittelfristig etwa die Hälfte der verfügbaren Primärenergie auch unmittelbar auf den Antriebstrang übertragen. Da zudem der Wirkungsgrad der Brennstoffzelle im Fahrzeug etwa doppelt so hoch ist wie ein normaler Verbrennungsmotor, ergibt sich unter Berücksichtigung der gesamten Kette und vor allem bei Nutzung von volatiler Windenergie, eine angemessen effiziente Nutzung.
        Wir sind übrigens nicht das einzige Verkehrsunternehmen, das Brennstoffzellenbusse im Einsatz hat. In London, Oslo oder Mailand sind in Europa etwa 100 solcher Busse unterwegs. Das mag nicht nach viel aussehen, aber der wichtigste Punkt für uns ist dabei vor allem, die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien voranzutreiben. Damit diese Technologien wirtschaftlich werden, müssen sie getestet und weiterentwickelt werden. Ohne diese Weiterentwicklung wird es keine Technologie geben können, die Dieselbusse ersetzen kann.

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