Strom und Wasserstoff: Batteriebus mit Brennstoffzelle

In dieser Woche feiern wir gleich zwei Premieren. Zum einen starten wir am Donnerstag  Europas erste Innovationslinie, auf der Busse mit den verschiedensten innovativen Antrieben unter gleichen Bedingungen getestet und miteinander verglichen werden. Dabei stellen wir dann auch noch den neuesten Batteriebus von Solaris vor. Der ist nämlich tatsächlich eine Weltpremiere und ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung emissionsfreier Busse für Hamburg.
Der Batteriebus ergänzt also unsere innovative Flotte aus Plug-In-Hybridbussen und Brennstoffzellenbussen. Doch was ist denn nun das Besondere am Batteriebus?

Was genau ist ein Batteriebus?

Ganz einfach gesprochen fahren Batteriebusse mit Energie aus einer eingebauten Batterie. Dadurch kann der Bus über Nacht auf dem Betriebshof aufgeladen und an den Anfangs- und Endhaltestellen nachgeladen werden. Während seiner Tour kann der Bus zusätzlich noch die beim Bremsen entstehende Energie in die Batterie zurück speisen und ebenfalls nutzen. Der normale Batteriebus hat dadurch allerdings seine Grenzen in der Reichweite, weil bisher nur recht kurze Strecken elektrisch zurück gelegt werden können.

Was ist dann also anders am Batteriebus mit Brennstoffzelle?

Der Batteriebus mit Brennstoffzelle ist ganz einfach ein Batteriebus, der durch den zusätzlich von der Brennstoffzelle erzeugten Strom, längere Strecken rein elektrisch fahren kann. Der Bus wird zwar auch über Nacht auf dem Betriebshof aufgeladen, daneben wird er aber auch während der Fahrt durch die Brennstoffzelle mit Strom versorgt. Er wird also quasi während der Fahrt aktiv nachgeladen. Bei einem solchen Bus sind dann auch kein zusätzlicher Lademast oder andere Aufladevorrichtungen mehr nötig. Einzig der Wasserstoff für die Brennstoffzelle muss an der Wasserstofftankstelle „nachgetankt“ werden. So kann der Bus dann in etwa 300 km ohne Nachladen oder zusätzliches Betanken fahren.

Was ist die Idee hinter der Technologie?

Durch die Umwandlung von Wasserstoff in Strom kann der Bus rein elektrisch fahren. Der Strom treibt den Elektromotor des Busses an, wodurch er ganz besonders leise und ruckelfrei fährt. Das leise Fahrgeräusch ist zudem ein Gewinn, nicht nur für die Fahrgäste, sondern auch für Anwohner an der Strecke an sich.
Bei dieser Fahrweise werden außerdem wieder keine schädlichen CO2-Emissionen ausgestoßen, sondern nur Wasserdampf. Damit ist der Bus emissionsfrei und wohl einer der umweltfreundlichsten Busse der HOCHBAHN.

Kostet so eine Technologie nicht ganz schön viel Geld?

Natürlich ist ein Bus mit einer so zukunftsweisenden Technologie teurer als ein konventioneller Dieselbus, auch wenn die Brennstoffzellenbusse vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Elektromobilität gefördert werden. Also sind diese Busse derzeit wirtschaftlich nicht zu betreiben. Dennoch wird sich der Einsatz der Technologie bezahlt machen, weil wir nur so ausloten können, welches der umwelt- und klimafreundlichste Bus ist und so einen maßgeblichen Teil zur Erreichung von Hamburgs Klimazielen beitragen können. Außerdem weiß ja auch niemand, wie lange wir überhaupt noch auf Diesel zurück greifen können oder wie teuer er wird. Da ist es gut, sich frühzeitig darauf einzustellen.



8 Kommentare zu “Strom und Wasserstoff: Batteriebus mit Brennstoffzelle

  1. Pingback: Energie-Streifzug durch Hamburg | Vattenfall Deutschland

  2. Nun, wo noch eine weitere Bussorte durch Hamburg fährt, probiere ich einfach noch einen Vorschlag ins Rollen zu bringen.
    Gestern habe ich von dem System der sogenannten Spurbusse, der französischen Firma Translohr erfahren. Bei diesem musste ich sofort an eine Option für Hamburg denken. Denn diese sehen, wie Straßenbahnen aus und verhalten sich auch ähnlich. Jedoch gibt es wesentliche Unterschiede. Diese Spurbusse fahren ganz normal, wie eine Straßenbahn auf der Straße, benötigen allerdings nur eine mittige Schiene, die zur Streckenführungsgebung dient. Der restliche Teil des Zuges ist auf Reifen gebaut. Der Zug wird dann mittels Oberleitungen mit Strom zum Fahren versorgt. Die Fahrzeuge sind niederflurig und 3- bis 6-teilig verfügbar. Wesentliche Vorteile gegenüber einer Straßenbahn, sind massive Kosteneinsparungen, engere Wenderadien und stärkere Steigungswinkel. Außerdem brauchen sie keine Wendeschleife, da sie in beide Richtungen befahrbar sind.
    Trotz einer erst kurzen Unternehmensgeschichte haben bereits 3 französische, 2 chinesische, 2 italienische und eine kolumbianische Stadt dieses System, erfolgreich am Laufen.

    Ich halte das ganze für eine kostengünstige Alternative für die Linie 5 und zur günstigen Anbindung kleinerer Nachbarstädte, wie Ahrensburg oder Norderstedt. Daher würde mich Ihre Meinung zu dem ganzen, ernsthaft interessieren!

    • Unsere Planer haben sich tatsächlich auch das System von Spurbussen angesehen. In Frankreich hat es solche Busse auch gegeben, allerdings waren die Erfahrungen damit nicht wirklich gut. Aufgrund des hohen Aufwands und der Fehleranfälligkeit dieses Systems haben sich unsere Planer damals dagegen entschieden. Hier gab es ganz einfach mehr Nach- als Vorteile. Deshalb haben wir uns für eine andere Optimierung des Bussystems entschieden.

  3. Wie wird Wasserstoff hergestellt ? Ich habe gehört dass mit 7 Teile eines anderen Triebstoffes braucht, um ein Teil Wasserstoff zu bekommen ? Was ist aktuell richtig ?

  4. Ist inzwischen eine Vorentscheidung gefallen, ob die Hochbahn in Zukunft eher auf Batteriebusse, auf Wasserstoffbusse oder auf die Kombination von beiden Technologien setzen will? Deuten die neuen Solaris-Batteriebusse, die kürzlich in Betrieb genommen wurden, auf eine solche Entscheidung hin oder sind weitere Testläufe geplant?

    • Nö, bisher keine Entscheidung. Auf der 109 testen wir nach wie vor verschiedene Antriebstechnologien, denn es gilt ja vor allem, die stabilste und für Hamburg beste Technologie zu finden. Schließlich wollen wir keine liegen gebliebenen Busse, sondern fahrende, die dann eben auch noch komplett umweltfreundlich sind. Also: weiter testen und auch von Erfahrungen anderer Betriebe und Länder profitieren.

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